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Aufkommen an recycelbaren Abfällen steigt im Kreis Paderborn um 7,5 Prozent

Müllrekord im Corona-Jahr

Paderborn

Noch nie zuvor haben die Paderborner so viel Kunststoff- und Metallabfälle entsorgt wie im vergangenen Jahr – ein sattes Plus gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent. Das teilt der Zweckverband Wertstofferfassung und -verwertung Paderborner Land (WPL) mit.

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Die gelbe Wertstofftonne war im vergangenen Jahr in den Haushalten im Kreis Paderborn gut gefüllt – und zwar um 7,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Foto: WPL-Zweckverband/A.V.E. Eigenbetrieb

Wie der WPL-Vorstand berichtet, hat es im zurückliegenden Jahr 2020 einen beträchtlichen Zuwachs an häuslichen Kunststoff- und Metallabfällen gegeben. In Gewichtstonnen sind das 11.532 Tonnen gegenüber 10.725 Tonnen in 2019. Die Wertstofftonne ist 2016 kreisweit als Gemeinschaftstonne zwischen den gewerblich agierenden Dualen Systemen und dem öffentlich-rechtlichen WPL-Zweckverband eingeführt worden. „Das ist die höchste Erfassungsmenge seit Einführung der Wertstofftonne vor fünf Jahren“, berichtet der WPL-Vorsitzende Meinolf Päsch. „Die mit Lockdown, Homeoffice und Homeschooling bedingten Corona-Einschränkungen in den Haushalten haben maßgeblich zu diesem Rekordergebnis beigetragen“, so Päsch. Wegen Corona deutlich zugelegt habe der Online-Handel, der sehr viele Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall und Papier verursache. Nach Ansicht von Päsch betrifft dieser starke Mengenzuwachs nicht nur den Kreis Paderborn, sondern dürfte in der gesamten Bundesrepublik zu verzeichnen sein.

Der WPL-Verbandsvorsteher Martin Hübner bestätigt die Aussagen. Hübner wörtlich: „Die hohe Trennbereitschaft der Haushalte im Kreis Paderborn ist lobenswert und wird mit diesem Rekordergebnis untermauert.“ Aus seiner Sicht ist auch die Qualität der Wertstofftonneninhalte für die anschließende Verwertung nach regelmäßiger Überprüfung durch den WPL als gut zu bewerten. Allerdings macht Hübner deutlich, dass Deutschland gegenüber den anderen EU-Ländern in bedenklicher Weise „Europameister“ im Verbrauch von Kunststoff-, Metall- und Papierverpackungen sei. Es sei deshalb konsequent und richtig, zur Jahresmitte Einweg- und Wegwerfprodukte wie Trinkhalme, Plastikbesteck sowie Styroporbecher zum Mitnehmen gesetzlich zu verbieten.

Im kommenden Jahr käme noch das Herausgabeverbot von Plastiktüten im Handel hinzu. Damit könne, so Hübner weiter, zum einen der Ressourcen-Verschwendung und der zunehmenden Vermüllung im öffentlichen Raum Einhalt geboten werden. Zum anderen würden für neue mülleinsparende Mehrwegsysteme bessere Voraussetzungen geschaffen.

In Zeiten von Corona erwarten Päsch und Hübner aber keine gravierenden Mengenrückgänge der Wertstofftonne im Jahresverlauf. Mehr zur Wertstofftonne im Kreis Paderborn gibt es auf der Webseite des Unternehmens.

www.meine-wertstofftonne.de

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