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Absolvent der Uni Paderborn spielt eigenständig Debütalbum ein

Musikalische One-Man-Show

Paderborn (WB). Sänger, Schlagzeuger und Gitarrist – die Grundzutat einer erfolgreichen Band besteht in der Regel aus einem vielfältigen Ensemble. Dass es aber auch anders funktioniert, beweist Philipp Meyer: Für sein Debütalbum »Scheint so« hat der 38-Jährige jegliche Instrumente selbst eingespielt – und sich damit in die Rolle des Alleinunterhalters begeben.

Isabella Wünnerke

Der ehemalige Student der Paderborner Universität, Philipp Meyer, stellt am Samstag sein erstes Album vor. Foto: Isabella Wünnerke

Bereits seit jungen Jahren sei das musikalische Interesse des Bielefelders ungebrochen. Nicht zufällig fiel die Wahl seines Studiengangs daher parallel zum Musikstudium in Detmold auf das Fach Populäre Musik und Medien an der Universität Paderborn. Der Studiengang, der sich damals noch im Aufbau befand, habe dem Musiker die Möglichkeit geboten, sich individuell einzubringen. »Da das Fach zu meiner Studienzeit noch in der Entstehungsphase war, konnten wir Studenten oft mitgestalten und unsere Ideen zusammen mit den Dozenten verwirklichen«, berichtet Meyer. Vor allem die populäre Ausrichtung des Studienfaches habe ihn künstlerisch geprägt.

Exotischer Studiengang

»Viele Veranstaltungen erlaubten einen hohen Praxisbezug. So haben wir sogar ein eigenes Festival ausgerichtet und viele Projekte realisiert, die damals noch innovativ waren«, schildert der 38-Jährige.

Rückblickend, sagt Meyer, sei es ein sehr exotischer Studiengang gewesen: »Während der Zeit in Paderborn habe ich viele Erfahrungen gesammelt, die mir als Künstler heute nutzen. Die Wahl des Studiums war in jedem Fall die Richtige«, resümiert Meyer. Dass es ihm gelungen ist, sein musikalisches Talent auszubauen, ist spätestens mit der Entstehung seines Debütalbums deutlich geworden, auf dem sowohl Klavier und Gitarre als auch Schlagzeug und Gesang selbstständig von dem 38-Jährigen eingespielt wurden. Ganz wörtlich zu verstehen ist also sein Künstlername »Phil Solo«.

Persönlicher Prozess

Auftritt in Paderborn

An diesem Samstag um 20 Uhr können Indierock-Fans den Vollblutmusiker in der Lötlampe in Paderborn live erleben. Das Konzept-Album, das am 11. Mai erschienen ist, umfasst zehn deutschsprachige Songs, die Philipp Meyer (Künstlername »Phil Solo«) vorstellen wird.

Für den Musiker sei der Prozess der Albumentstehung ohnehin ein ganz persönlicher gewesen, der mit der intensiven Auseinandersetzung nur noch intimer geworden sei: »In meinem Album ›Scheint so‹ verarbeite ich viele Erfahrungen, die ich in meiner Zeit in Berlin gesammelt habe. Dort habe ich bei der Universal Music Group gearbeitet und auch privat einiges erlebt. Mein Album erzählt von eben dieser Zeit«, sagt Meyer. Die zehn deutschsprachigen Indirock-Songs sind geprägt von Themenfeldern wie Liebe und Freiheit. »Ganz persönlich eben«, sagt der Musiker.

Die Liebe zur Musik möchte der 38-Jährige nun auch der nächsten Generation vermitteln. »In Lemgo leite ich eine Schülerband. Die Musik weiterzugeben und den Kindern eine neue Möglichkeit zu eröffnen, sich auszudrücken, ist für mich was ganz Besonderes«, das sei schließlich die Intention beim Musizieren, ein Sprachrohr zu finden, um das zu äußern, was man für gewöhnlich verschweigt.

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