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Krähenfüße ausgelegt – 54-Jährigem drohen bis zu fünf Jahre Haft

Nach Anschlägen auf Busse in Paderborn: Tatverdächtiger gesteht – Wut auf Ukraine-Fahnen

Paderborn/Bielefeld

Nach mehreren politisch motivierten Angriffen auf Busse des Paderborner Unternehmens Padersprinter steht die Anschlagserie vor der Aufklärung: Die Staatsanwaltschaft Paderborn und die Polizei Bielefeld haben am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung mitgeteilt, dass der Tatverdächtigte identifiziert worden ist und ein Geständnis abgelegt hat.

Die Padersprinter-Busse sind mit Ukraine-Fähnchen beflaggt. Foto: Jörn Hannemann

Die entscheidende Hilfe war demnach eine Videoaufzeichnung des Täters aus einem der Busse, durch die zivile Kriminalbeamte der Kreispolizeibehörde Paderborn den Tatverdächtigen ausmachen konnten. Bei diesem handelt es sich laut den Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei um einen 54 Jahre alten, in der ehemaligen Sowjetunion geborenen, deutschen Metallarbeiter aus Paderborn.

Bei der gerichtlich angeordneten Untersuchung seiner Arbeitsstelle und Wohnung waren am Donnerstag, 12. Mai,  Gegenstände gefunden worden, die für seine Täterschaft sprechen. In einer anschließenden Vernehmung durch die Kriminalbeamten des Staatsschutzes Bielefeld räumte der 54-Jährige ein, die Taten begangen zu haben.

Wegen des Krieges wütend auf die Beflaggung

Er sei wegen des Krieges in der Ukraine wütend auf die ukrainische Fahne an den Bussen der Padersprinter GmbH gewesen. Daher habe er an seiner Arbeitsstelle die Stahlkrampen gefertigt und unter die Reifen der Busse gelegt. Diese hatte er vorab mit einem weißen Z und V bemalt, ähnlich der Kennzeichnung russischer Militärfahrzeuge in der Ukraine.

Mit großer Erleichterung reagiert Padersprinter-Chef Peter Bronnenberg darauf, dass nach mehreren Anschlägen auf Busse des Unternehmens  jetzt ein Tatverdächtiger gefasst werden konnte: „Uns fällt damit ein Stein vom Herzen. Ich möchte mich bei allen Beteiligten von Polizei und Staatsschutz herzlich bedanken!“

Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr

Da keine Haftgründe vorlagen, wurde der Tatverdächtige nach seiner Vernehmung entlassen. Die Taten werden durch die Staatsanwaltschaft Paderborn unter anderem als gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr bewertet. Der Gesetzgeber sieht hierfür für jede Tat eine Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor.

Insgesamt sind fünf Fälle bekannt, in denen im April und Mai Stahlkrampen an Bushaltestellen im Stadtgebiet ausgelegt wurden. Zuletzt hatte sich in Paderborn-Schloß Neuhaus ein Krähenfuß in einen Reifen gebohrt. Verletzte gab es nicht zu beklagen.

„Das hat für eine große Unruhe und Besorgnis unter unseren Mitarbeitern geführt. Ein Glück, dass das nun ein Ende hat“, betonte Bronnenberg im Gespräch mit dieser Zeitung.
Das Unternehmen hatte eine Belohnung von 2500 Euro für die Ergreifung des Täters ausgelobt.

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