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15 Helfer aus der polnischen Partnerstadt unterstützen ASP-Mitarbeiter

Nach dem Tornado: Freunde aus Przemyśl räumen in Paderborn mit auf

Paderborn

Sie haben zwölf Stunden Fahrt auf sich genommen, um in Paderborn zu helfen: 15 Bürger aus der polnischen Partnerstadt Przemyśl räumen im Riemekepark und Paderquellgebiet auf, harken Laub zusammen, fahren Schutt in Schubkarren weg.

Von Rajkumar Mukherjee und Per Lütje

Bürgermeister Michael Dreier (Mitte) ist für die Hilfe von Marcin Kowalski (vorne) sowie Pawel Zastrowski (hinten von links), Krzysztof Jezierski (ASP Paderborn), Michaz Kostechi, Krzysztof Butra und Michalina Rybarczyu dankbar. Foto: Oliver Schwabe

Damit drücken sie im Namen ihrer Heimatstadt ihren Dank an die Paderborner für deren fortwährende Hilfe aus. Bürgermeister Michael Dreier nennt diesen Einsatz „ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität“.

Die Zerstörung, die der verheerende Tornado mit sich gebracht hat, lässt auch die Bevölkerung in Przemyśl nicht kalt. Am Sonntag hat Wojciech Bakun, Bürgermeister in Przemyśl, mit Dreier telefoniert – und Hilfe zugesagt. Das bestätigt auch Janusz Bugaj, Präsident des Freundeskreises Paderborn/Przemyśl, der während des Telefonates zwischen den Bürgermeistern übersetzt hat.

1250 Kilometer hat die polnische Gruppe zurückgelegt. Und kaum am Mittwochvormittag angekommen, legen sie auch schon los. Bis Freitag werden sie im Einsatz sein. Darunter sind beispielsweise Vertreter der Stadtverwaltung in Przemyśl, der Berufsfeuerwehr und freiwillige Helfer. „Wir haben Urlaub genommen“, sagt Marcin Kowalski von der Stadtverwaltung in der Partnerstadt.

Beim kurzen Pressetermin im Riemekepark sprechen die Helfer teilweise Englisch – oder Polnisch. Dann übersetzt Krzysztof Jezierski, Mitarbeiter des Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebs Paderborn (ASP). Kowalski erinnert an den Freundeskreis, der im kommenden Jahr 30 Jahre bestehen wird. „Damals haben uns die Paderborner geholfen. Daran denkt jeder in Przemyśl“, sagt er. Und er verweist auf die aktuelle Lage seiner Heimatstadt inmitten des Ukraine-Konflikts, unweit der polnisch-ukrainischen Grenze.

Wie sehr die Paderborner derzeit die Partnerstadt bei deren Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine unterstützen, verdeutlicht Dreier. Aufgrund der Spendenbereitschaft der Paderborner habe die Stadt bisher 18 Sattelzüge mit Hilfsgütern im Wert von etwa 250.000 Euro auf den Weg gebracht. Zusätzlich sollen nun 100.000 Euro für den Bau einer Notunterkunft in Przemyśl bereitgestellt werden.

Die polnischen Gäste sind bis Freitag im Hotel Ibis untergebracht. In zwei Gruppen aufgeteilt, werden sie bis dahin im Paderborner Zentrum und in Neuenbeken im Einsatz sein. Diesen koordiniert Dr. Dietmar Regener, stellvertretender ASP-Betriebsleiter. Generell sollten auch am Himmelfahrtstag die Aufräumarbeiten in Paderborn weitergehen, so Dreier am Mittwoch: „Dabei helfen alle Städte und Kommunen im Kreis.“

Unterdessen waren im Hotel Ibis auch zwei Familien bis vergangenen Montag untergebracht, die ebenso aufgrund des Tornados vorübergehend ihr Heim verloren hatten. Das bestätigt Hotel-Direktorin Margarethe Urban.

Alle Berichte, Videos und Fotostrecken zum Unwetter in OWL und zum Tornado in Paderborn finden Sie auf unserer Themenseite: www.westfalen-blatt.de/unwetter.

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