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Dutzende Platzverweise ausgesprochen – Update: Ladenbesitzerin zieht Anzeige zurück

Nach dem Tornado: Gaffer und Plünderer beschäftigen die Polizei Paderborn

Paderborn

Die Polizei Paderborn muss nach dem Tornado nun auch in einem Fall von Plünderung ermitteln. Die Besitzerin eines Textilgeschäftes hat Anzeige erstattet (Update, 25. Mai: Die Anzeige ist mittlerweile wieder zurückgezogen worden, siehe Link im Artikel). Zudem haben die Beamten weiterhin mit zahlreichen Sensationstouristen zu tun, die sich nicht an die Absperrungen halten wollen. Allein am Sonntag seien dutzende Platzverweise ausgesprochen worden, heißt es in einer Mitteilung.

Absperrbänder halten viele Schaulustige weiterhin nicht davon, die Gefahrenbereich zu betreten. Dabei besteht noch immer Lebensgefahr, teilt die Polizei mit. Foto: Rajkumar Mukherjee

Im Riemekepark, im Paderquellgebiet und in anderen stark betroffenen Bereichen rissen Passanten nach Angaben der Polizei Flatterbänder ab oder unterwanderten diese dreist.

Im Bereich des Dörener Feldes waren Wachschutzunternehmen beauftragt worden, Fremde von den zerstörten Betriebsgebäuden fernzuhalten. Auch die Anweisungen der Wachmänner wurden missachtet, so dass diese die Polizei um Unterstützung riefen. In dem Bereich hatte die Polizei gleich mehrere Raumstreifen eingesetzt, die Schaulustige fernhalten mussten. Auch Handwerker und geschädigte Hausbesitzer beschwerten sich mehrfach über Schaulustige, die Aufräum- und Reparaturarbeiten behinderten.

Am Montag dauern die Arbeiten zur Beseitigung der Sturmschäden an. An vielen Stellen unterstützt die Polizei mit kurzfristigen Sperrungen von Straßen oder Absicherungen von Gefahrenstellen. Immer noch gibt es lebensgefährliche Bereiche. Auch auf Privatgrundstücken müssen Bewohner vorsichtig sein, denn viele beschädigte Dächer sind noch nicht abgesichert, warnt die Polizei.

Mit Blick auf die vom Deutschen Wetterdienst auch für den Montag prognostizierten Gewitter, Windböen und Unwetter, die am Nachmittag den Kreis Paderborn erreichen können, empfiehlt die Polizei: „Jeder sollte die Warnungen ernst nehmen und sich dann nicht im Freien aufhalten – besonders in den noch nicht sicheren Schadensgebieten des Tornados von Freitagnachmittag. Durch herabfallende Dachziegel oder abbrechende Äste besteht Lebensgefahr.“

Kleidung im Wert mehrere tausend Euro entwendet

Neben den Sturmschäden sind jetzt auch erste Fälle von Kriminalität im Zusammenhang mit dem Tornado angezeigt worden. Wegen des Verdachts einer Plünderung ermittelt die Polizei, nachdem die Besitzerin eines Textilgeschäfts an der Westernmauer am Samstag Anzeige erstattet hat. Die Geschäftsfrau hatte ihren Laden gegen 16 Uhr geschlossen. Unmittelbar nachdem der Tornado durchgezogen war, meldete sich eine Geschäftsnachbarin, die mitteilte, dass die Ladentür durch den Sturm aufgedrückt worden sei und im Laden alles durcheinander läge. Die Besitzerin begab sich sofort wieder zu ihrem Geschäft und stellte fest, dass Kleidung im Wert von mehreren tausend Euro entwendet worden war. Eine Passantin teilte ihr mit, dass die Tür offen gestanden habe und mehrere Personen im Geschäft gewesen seien. In dieser Sache sucht die Polizei dringend Zeugen. Insbesondere die unbekannte Passantin wird gebeten, sich zu melden. Hinweise unter der Rufnummer 05251/3060.

Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr

Nach einem Vorfall im Riemekeviertel ermittelt die Polizei wegen eines Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Am Sonntagnachmittag baute ein Dachdecker sein Steigerfahrzeug auf, um Reparaturen an einem Dach auszuführen. Beim Aufstellen musste der Verkehr kurzfristig angehalten werden. Ein Autofahrer fuhr bedrohlich auf den Dachdecker zu und bremste erst kurz vor ihm ab. Er beleidigte den Handwerker, fuhr ihm über einen Fuß und entfernte sich.

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