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Neue Unwettergefahr droht zu Wochenbeginn

Nach den Tornados: Ostwestfalen-Lippe räumt auf

Paderborn/Höxter

Nach den verheerenden Tornados in Paderborn, im Raum Höxter und in Lippstadt sind Hunderte Helfer bei Aufräumarbeiten im Einsatz.

Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk besprechen das Vorgehen nach dem Tornado in Paderborn. Wie hier in der Innenstadt wurden an zahlreichen Häusern Dächer abgedeckt und Fensterscheiben durch umherfliegende Trümmer zerstört. Foto: Jörn Hannemann

Am schlimmsten betroffen ist Paderborn, wo der Tornado am Freitag eine etwa 300 Meter breite und fünf Kilometer lange Schneise der Verwüstung durch das Stadtgebiet geschlagen hat. Weit mehr als 100 Gebäude weisen nach einer ersten Bilanz der Stadt Paderborn Sturmschäden auf, Dutzende Betriebe hätten mit enormen Schäden zu kämpfen. Wetterkundler sagen für den Wochenbeginn erneut Unwettergefahr voraus – allerdings mit deutlich geringerer Zerstörungsgefahr.

In Paderborn gab es nach letzten Zahlen der Feuerwehr 43 Verletzte. Sie wurden unter anderem von Dachziegeln getroffen und durch umstürzende Bäume verletzt. Eine Frau wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Bielefelder Spezialklinik verlegt. Außer in Paderborn gab es Schäden in Lippstadt und im Raum Höxter, wo nach Feuerwehrangaben zwei Menschen leicht verletzt wurden und zwei Häuser unbewohnbar sind. In Herford wurden durch das Unwetter mehrere Häuser beschädigt. Anwohnern zufolge soll auch hier eine Windhose gewütet haben. Anders als in Paderborn, Höxter und Lippstadt gibt es dafür allerdings noch keine Bestätigung durch den Deutschen Wetterdienst (DWD).

In Paderborn ist das Ausmaß der Zerstörung so groß, dass die Kapazität der örtlichen Handwerksbetriebe zur Bewältigung der Reparaturen nicht ausreicht. Bereits am Wochenende kamen zahlreiche Helfer und Handwerker auch aus anderen Teilen Ostwestfalen-Lippes, um Dächer zu reparieren und zerborstene Fenster zu ersetzen oder vorläufig abzudecken.

Wüst besucht Paderborn

Angesichts verheerender Schäden durch Sturmtief „Emmelinde“ will die NRW-Landesregierung Hilfen prüfen. „Hier wird sehr vieles versichert sein. Und da, wo Bedarf ist, werden wir genau prüfen, wie wir helfen können. Wir haben ja auch Schäden an der öffentlichen Infrastruktur gesehen“, sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Samstag in Paderborn. Es müsse jetzt zunächst genau bewertet werden, wo Schäden nicht abgedeckt seien, erklärte der Regierungschef. „Es zeigt natürlich auch die Bedeutung des Klimaschutzes, das sieht man auch an einem solchen Unglück.“

Nach Angaben der Stadtverwaltung bleiben fünf Schulen in Paderborn, darunter ein Gymnasium, ganz oder teilweise vorerst geschlossen. Es könne noch kein sicherer Zugang gewährleistet werden. Auch in Lippstadt beeinträchtigen die Tornado-Schäden den Schulbetrieb und das Kita-Angebot. Sieben Schulen, darunter zwei Gymnasien, sowie fünf Kitas bleiben vorerst geschlossen. Paderborns Polizeichef Ulrich Ettler lobte die Hilfsbereitschaft, kritisierte aber: „Es gab leider auch einige, die so dreist waren, Absperrbänder zu missachten und die Arbeit der Rettungskräfte zu behindern.“

In Mittelfranken wurden beim Einsturz einer Holzhütte wegen eines Gewitters am Brombachsee 14 Personen verletzt. Wie eine Polizeisprecherin sagte, hatten die Menschen wegen des Unwetters Schutz in der rund 105 Quadratmeter großen Hütte gesucht. Diese stützte dann aus ungeklärter Ursache ein. Im US-Bundesstaat Michigan kamen Medienberichten zufolge bei Tornados zwei Menschen ums Leben, 44 weitere wurden verletzt. Nach Angaben des DWD bringt Tief „Finja“ zu Wochenbeginn neue Gewittergefahr. „Allerdings kann ,Finja‘ bei nahezu allen Parametern nicht mit ,Emmelinde‘ vom vergangenen Freitag mithalten“, sagte ein Meteorologe.

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