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Dreitägiges Programm beim Heimatverein

Nesthausen feiert das 100-Jährige

Paderborn-Elsen

Dem Festplatz sollte man sich gemächlich annähern, per pedes oder mit dem Fahrrad. Dann kann man problemlos dem Huhn ausweichen, das auf dem Radweg herumstolziert. Dann flitzt man auch nicht einfach, ehe man sich versieht, an dem kleinen Ortsteil vorbei. Nesthausen trägt seinen Namen schon zu Recht, aber „Nest“ soll hier keineswegs für Geringschätzung stehen, im Gegenteil.

Der Heimatverein Nesthausen hat am Wochenende mit zahlreichen befreundeten Vereinen sein Jubiläum gefeiert. Vor 100 Jahren wurde der Verein gegründet, der sich Dank einer aktiven Jugend keine Sorgen um die Zukunft machen muss. Foto: Corinna Langkammer

Vielmehr verspricht ein Nest ja Schutz, Gemütlichkeit, Nähe, Heimat. Da kennt jeder jeden. Da wird Nachbarschaft und Gemeinschaft gelebt. So wie eben in Nesthausen.

Entsprechend ausgelassen, ausgiebig und fröhlich fiel denn auch das dreitägige Fest zum 100-jährigen Bestehen des Heimatvereins Nesthausen aus, das am Wochenende über die Bühne ging. Das Ereignis bot Unterhaltung für alle Generationen, die natürlich auch alle gemeinsam mitfeierten.

Am Freitag debütierte die Sängerin Marie Winter beim rauschenden Ball, zu dem etliche Gastvereine ihre Abordnungen entsandt hatten. Zuvor hatten der Kirchgang, ein Festumzug und der Große Zapfenstreich nach dem Antreten das Jubiläumswochenende feierlich eröffnet.

Großes Kontingent an jungen Schützen

Die Bezeichnung „Heimatverein“ könnte manchen Ortsunkundigen irritieren, denn seit einem Jahrhundert geht es nicht um Museales, sehr wohl aber um lokales Brauchtum und dessen Pflege. Denn der Heimatverein Nesthausen ist ein Schützenverein, und wenn man sich in dessen Reihen umschaut, dann ist neben hochdekorierten, mit unzähligen Orden behangenen langjährigen Mitgliedern auch ein großes Kontingent an jungen Schützen aktiv. Um die Zukunft des Vereins muss man sich hier in Nesthausen offenkundig keine Sorgen machen.

Den Jungschützen war denn auch das Programm am Samstag auf den Leib geschneidert, beginnend mit dem Vogelschießen der Jungheimatfreunde.

Der neue Jungschützenkönig heißt Niklas Hovemann, der mit dem 92. Schuss den Vogel aus dem Kugelfang holte. Gemütlichkeit war Trumpf beim anschließenden nachmittäglichen Dämmerschoppen, bevor die Schlagerparty mit Wolfgang-Petry-Double Dirk Maron und den DJs Elmar&Simon den feierlustigen Gästen ordentlich einheizten.

Eigene App

Wie jung und „up to date“ der 100-jährige Verein ist, zeigt sich nicht zuletzt an einer eigenen App und dem Auftritt in den sozialen Netzwerken wie Facebook. Schon in der Nacht zu Sonntag wurde dort mit Videoclips fast live aus dem Festzelt berichtet.

Am Sonntag gaben sich erneut Gastgeber und Delegationen der benachbarten Schützenvereine ein Stelldichein, zogen bei strahlendem Sonnenschein mit klingendem Spiel durch den Ort und fanden sich am Nachmittag zum Vogelschießen auf dem Festplatz ein. Dort warteten schon unter schattigen Bäumen, an der mobilen Cafeteria, an der Schießbude oder auf dem herrlichen „Old-School“-Karussell viele Besucher freudig auf den Beginn des Familien-Nachmittags. Stargast war Isa Glücklich, welche die Gäste eben bestens unterhielt.

Der abendlichen Proklamation folgte das große Finale mit Partystimmung und einem Musik-Feuerwerk. Was würden wohl die Gründerväter zu diesem Jubiläum gesagt haben, die vor 100 Jahren, kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges und sicher unter recht beschwerlichen Gegebenheiten den Mut aufgebracht haben, mit der Gründung des Heimatverein Nesthausen einen Neuanfang zu wagen? Man darf davon ausgehen, sie hätten Oberst Edmund Petermeyer begeistert gratuliert und hätten wohl gerne mitgefeiert.

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