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Kreishaus: Entscheidung zu 2,8 Millionen Euro Mehrkosten vertagt

»Neubau günstiger als Miete«

Paderborn (WB). Entscheidung vertagt: Die Mitglieder des Kreisausschusses haben sich am Montagabend schwer getan, die drastischen Mehrkosten beim geplanten Erweiterungsbau der Kreisverwaltung einfach durchzuwinken.

Ingo Schmitz

Eine Erweiterung des Kreishauses ist günstiger, als Miete, sagt der Landrat. Foto: Jörn Hannemann

Wie berichtet, muss nach den aktuellen Ausschreibungsergebnissen mit einem Aufschlag von 2,8 Millionen Euro kalkuliert werden . Eine erste Tendenz der im Kreistag vertretenen Fraktionen geht in Richtung einer mehrheitlichen Zustimmung.

10,6 statt 7,8 Millionen Euro soll der Neubau kosten, um die Platzprobleme in der Kreisverwaltung zu lösen. Landrat Manfred Müller rechnete vor, dass trotz der Preissteigerung weiterhin der Neubau deutlich günstiger sei, als die Anmietung von Büroflächen. Das liege vor allem auch an den Fördermitteln in Höhe von 3,8 Millionen Euro, die der Kreis bei der Umsetzung der Baupläne erhalte. Bei einer Mietlösung gehe der Kreis hingegen leer aus.

Nach Berechnungen der Verwaltung würde eine Vermietung jährlich mit rund 676.000 Euro zu Buche schlagen und damit die Kreisumlage stark belasten. Beim Neubau – bezuschusst vom Land im Rahmen des Kommunalinvestitionsfördergesetzes – betrüge die jährliche Mehrbelastung für den Kreishaushalt inklusive der überraschenden Preissteigerungen 350.000 Euro.

Preisexplosion: Entscheidung um eine Woche vertagt

Nun muss der Kreistag am Montag, 25. Februar, über die Genehmigung der zu erwartenden Preisexplosion abstimmen. Einen ersten Ausblick, wohin die Fraktionen tendieren, gab es gestern trotzdem bereits zu hören. Christoph Schön (CDU) und Wolfgang Scholle (SPD) erklärten, dass sie vorbehaltlich der Zustimmung ihrer jeweiligen Fraktion dem Erweiterungsbau in der nun vorgelegten Fassung zustimmen werden.

Martin Hübner, technischer Dezernent des Kreises Paderborn, machte deutlich, dass weitere Einsparungen bei der weitsichtig angelegten Planung nicht sinnvoll seien. Dafür gab er mehrere Beispiele. Wenn beim viergeschossigen Neubau statt der kompletten Grundstücksbreite auf vier Büros pro Etage verzichtet werde, werde ein späterer Anbau teurer. Lediglich 20.000 Euro könnten gespart werden, wenn man darauf verzichte, die Statik für eine spätere Aufstockung zu ertüchtigen. Das könnte sich jedoch später – falls erforderlich – als Sparen am falschen Ende erweisen. Auch der Verzicht auf eine Tiefgarage sei wenig sinnvoll angesichts des knappen Parkraums.

Kreishaus stellt 90 Prozent des eigenen Stromverbrauchs her

Landrat Müller verwies zudem darauf, dass keine Luxus-Materialien verbaut würden. Der Neubau werde zudem deutliche Verbesserungen in Arbeitsabläufe bringen.

Wie weitsichtig das Gebäude konzipiert ist, erläuterte Hübner. Viele Dachflächen werden mit Photovoltaik ausgestattet. Das Kreishaus werde 90 Prozent des eigenen Stromverbrauchs erzeugen. Parkplätze mit Elektrosäulen sind ebenso eingeplant wie eine Notstromversorgung, damit die E-Autos auch bei Stromausfall geladen werden können.

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