1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Neue Missbrauchsstudie

  8. >

Auch das Erzbistum Paderborn beauftragt jetzt eine Historikerin

Neue Missbrauchsstudie

Paderborn (WB). Die Kirchenhistorikerin Nicole Priesching (47) von der Universität Paderborn soll in den kommenden drei Jahren im Auftrag des Erzbistums Paderborn eine Missbrauchsstudie anfertigen.

Historikerin Nicole Priesching. Foto:

Die Untersuchung soll nach Angaben von Sprecher Benjamin Krysmann sexuellen Missbrauch zwischen 1941 und 2020 in den Blick nehmen. Rekonstruiert werden sollten auch Strukturen, die Missbrauchstaten durch Kleriker begünstigt oder ihre Aufdeckung verhindert haben. Laut Krysmann finanziert das Erzbistum Paderborn die Stelle einer Studienmitarbeiterin. „Die Wissenschaftler arbeiten aber frei und unabhängig.“ Dem Erzbistum Paderborn sind bis heute 197 Betroffene und 111 beschuldigte Kleriker bekannt.

Es geht um sexuelle Übergriffe

Bereits 2018 hatten die deutschen Bischöfe die sogenannte MHG-Studie zu sexuellem Missbrauch vorgestellt. In den Kirchenakten der Jahre 1946 bis 2014 fanden sich Hinweise auf bundesweit 3677 Betroffene sexueller Übergriffe und 1670 beschuldigte Priester, Diakone und Ordensleute. Die MHG-Studie war ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben. Wegen der Institutsstandorte der Konsortiumsmitglieder (Mannheim, Heidelberg, Gießen) wurde die Untersuchung MHG-Studie genannt.

Unabhängige Untersuchungen durch Juristen, Sozialwissenschaftler oder Historiker haben auch die Erzbistümer Köln und München sowie die Diözesen Essen, Limburg, Mainz und Münster in Auftrag gegeben. Die Erzdiözese Köln verschob die für Donnerstag geplante Präsentation ihrer Studie. Die geplante Nennung von Verantwortlichen müsse noch rechtlich geklärt und abgesichert werden, wurde als Begründung mitgeteilt.

Startseite