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Studentenwohnheim und Hotel – Großdisco ist vom Tisch

Neue Pläne für Detmolder Straße

Paderborn (WB). Der erste Anlauf für eine Bebauung des Areals rund um das Fahrradgeschäft Lucky Bike , unter anderem mit Studentenwohnungen, ist 2015 mit dem Erlass einer vorübergehenden Veränderungssperre krachend gescheitert. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf mit einem deutlich modifizierten Entwurf.

Maike Stahl

Das Areal zwischen Detmolder Straße (oben), Cheruskerstraße (links) und Robert-Koch-Straße (unten) soll ein neues Gesicht erhalten. Vorgesehen sind Wohnungen – davon 152 für Studenten –, Büros, ein Café und Gewerbe an der Detmolder Straße. Foto:

Antragsteller für eine entsprechende Bebauungsplanung sind die Berliner Rechtsanwaltsgesellschaft mbH De Witt, die auf baurechtliche Fragen spezialisiert ist, und der Paderborner Architekt Wolfgang Just. Die angestrebte Planung soll den Weg für zwei Großprojekte Paderborner Investoren ebnen, die in zeitlicher Staffelung nahezu das gesamte Quartier zwischen Detmolder, Arminius-, Robert-Koch- und Cheruskerstraße überplanen.

Zwei Gebäudekomplexe

In einem ersten Schritt sollen an der Cheruskerstraße zwei Gebäudekomplexe (A und B in der nebenstehenden Grafik) entstehen, die Raum für 152 Studentenappartements zwischen 27 und 55 Quadratmetern bieten – 15 davon als Zweizimmerwohnungen für studierende Paare oder Wohngemeinschaften. In einem weiteren Gebäude (C) an der Ecke Cherusker-/Robert-Koch-Straße sollen 21 Wohneinheiten mit Größen zwischen 66 und 117 Quadratmetern entstehen. Die Appartements und Wohnungen sollen gegenüber der ursprünglichen Planungen des Investors Alexander Warkentin Balkone erhalten. Geplant ist außerdem eine zusammenhängende und begrünte Tiefgarage unter den Gebäuden mit Zu- und Abfahrten zur Detmolder und zur Robert-Koch-Straße. Darin sollen 128 Pkw-Stellplätze und 220 Fahrradparkplätze entstehen. Oberirdisch sind keine Parkplätze zwischen den Gebäuden vorgesehen.

Außerdem soll im Anschluss an das vorhandene eingeschossige Lucky-Bike-Gebäude eine viergeschossige Bebauung entstehen. Eine Lösung die laut Verwaltungsvorlage allerdings »städtebaulich nicht überzeugt«. Die anderen Veränderungen der Planungen wertet die Stadtverwaltung hingegen als »wesentliche städtebauliche Verbesserung zur bisher geplanten Bebauung« und empfiehlt dem Bauausschuss, in seiner Sitzung am Donnerstag, 5. Juli, (17 Uhr, technisches Rathaus) den vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen.

Klage Warkentins läuft noch

Den hatte der Investor auch 2013 bereits angestrebt. Damals plante er aber noch mit 262 Studentenappartements in vier Gebäudekomplexen ohne Balkone und großräumige Tiefgarage. Damit war er auf Widerstand der Nachbarn und der Politik gestoßen, die das Vorhaben schließlich zurückgestellt und die Veränderungssperre erlassen hatten. Pikantes Detail: Die daraus resultierende Klage Warkentins gegen die Verwaltung läuft noch.

Der nördliche Teil des Areals soll ebenfalls überplant werden. Dort plant Dietmar Knust, dem auch Burger King gehört, an der Arminiusstraße ein maximal dreigeschossiges Gebäude mit Staffelgeschoss (I). Im Bereich der Robert-Koch-Straße soll ein Wohngebiet mit drei Gebäudekomplexen in dreigeschossiger offener Bauweise entstehen. Auch für diese Komplexe (D,E,F) sind Tiefgaragen vorgesehen.

Keine Rede mehr von Großdisco

Für das Gebäude an der Detmolder Straße hat Lucky-Bike noch einen langfristigen Mietvertrag, so dass sich dort zunächst nichts verändern soll. Perspektivisch soll dort planerisch aber die Möglichkeit für ein viergeschossiges Gebäude mit Staffelgeschoss (H) geschaffen werden, das an den von Warkentin geplanten Komplex (G) anschließen soll. Für dieses Gebäude plant Warkentin mit nicht störender gewerblicher Nutzung, Büros, Konferenzräumen und auch einem Café oder Bistro. Im zweiten bis vierten Obergeschoss sind laut Verwaltungsvorlage Wohnungen oder auch ein Aparthotel mit 34 Appartements denkbar.

Keine Rede mehr ist von der ursprünglich geplanten Großdisco an der Detmolder Straße, gegen die es vehemente Proteste der Nachbarn gegeben hatte.

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