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100 Jungforscher aus OWL in Paderborn ausgezeichnet

Neugier als bestes Kapital

Paderborn (WB). Rund 100 Nachwuchsforscher aus OWL sind am Donnerstag von der Bezirksregierung und der OWL-GmbH für ihre guten Leistungen ausgezeichnet worden.

Manfred Stienecke

Beim Gruppenfoto vor dem Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn erklärt der frühere WDR-Wissenschaftsjournalist Jean Pütz den erfolgreichen Wettbewerbsteilnehmern aus ganz OWL, wie der Nachmittag verlaufen soll. Foto: Besim Mazhiqi

»Toll, dass ihr euch neben der Schule noch um eure Forscherthemen kümmert!«, lobte Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl in der Feierstunde im Paderborner Heinz-Nixdorf-Museumsforum den Eifer der Jugendlichen, die bei diversen naturwissenschaftlichen und technischen Wettbewerben vordere Plätze belegt haben.

Zur Belobigung gab es Urkunden, ein Buchgeschenk und einen informativen und unterhaltsamen Nachmittag unter anderem mit dem früheren WDR-Wissenschaftsmoderator Jean Pütz (81, »Hobbythek«).

Nicht nur helle Köpfe, auch Arme und Beine werden gebraucht

Wer erfolgreich an Wettbewerben teilnehmen wolle, müsse klug, zielstrebig und vor allem neugierig sein und auch mit Rückschlägen umgehen können, sagte Thomann-Stahl. »Das ist die Basis für den späteren Lebensweg.«

Für leichte Irritation bei der Vizepräsidentin der Universität Paderborn, Prof. Dr. Birgit Riegraf, sorgte die Bemerkung von Jean Pütz, dass es nicht nur auf »helle Köpfe, sondern auch auf Arme und Beine« ankomme. Sein Plädoyer für eine Handwerksausbildung kommentierte die Uni-Repräsentantin mit der Bitte: »Machen Sie uns nicht die Leute abspenstig!«

Sieger mit Praktikum in den USA belohnt

Wie alltagstauglich die Experimente der forschenden Jugend in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sein können, wurde im Kurzreferat des Lemgoer Gymnasiasten Nils Lüpke (17) deutlich, der mit seiner »IoT-Box« beim OWL-Wettbewerb »Einstein« den ersten Preis gewann und beim Bundeswettbewerb »Jugend forscht« den Siemens-Sonderpreis einheimste, der ihm einen Praktikumsaufenthalt in Princeton/USA einbrachte.

Der findige Schüler entwickelte eine Apparatur, mit der sich Haushaltsgeräte, Licht und Heizung auch in Abwesenheit über das Internet steuern lassen.

Judith Löcke vom Gymnasium Schloß Neuhaus in Paderborn wusste aber auch von anderen Abenteuern zu berichten, die ein erfolgreiches Wettbewerbsprojekt mit sich bringen kann. Zwei Mitglieder ihrer Forschergruppe, die 2016 bei der World-Robot-Olympiade das Finale erreicht hatten, werden ihre Teilnahme in weniger guter Erinnerung behalten. Sie zogen sich in Indien eine Lebensmittelvergiftung zu.

»Pützmunter-Show« begeistert

Jean Pütz bei einem der naturwissenschaftlichen Experimente in seiner »Pützmunter-Show«. Foto: Besim Mazhiqi

Unterhaltsam präsentierte Jean Pütz anschließend seine »Pützmunter-Show« im HNF. Der einstige WDR-Wissenschafts-Moderator, der auch Ranga Yogeshwar für das Fernsehen entdeckte, hatte gemeinsam mit dem Physiker Horst Minge verblüffende naturwissenschaftliche Versuche vorbereitet.

So zeigte er zum Beispiel, dass sich eine brennende Kerze auch mit Schall auspusten lässt und wie sich fünf völlig ungeordnet schwingende Metronom-Pendel wie von Zauberhand selbst synchronisieren, wenn man sie auf einen mitschwingenden Untergrund stellt.

81-jährige Kölner zeigt Experimente in Kindergärten und Schulen

Dass er bei den Jungforschern auf ein sachkundiges Publikum traf, konnte Pütz bei einem Versuch feststellen, bei dem zwei unterschiedlich stark aufgeblasene Luftballons durch einen Ausgleichskanal miteinander verbunden sind. Auf seine Frage, was passiere, wenn man das dazwischen liegende Ventil öffne, wussten überdurchschnittlich viele Schüler die richtige Antwort.

Der 81-jährige Kölner Ingenieur und Physiker geht mit seiner Show regelmäßig in Kindergärten und Schulen und tritt auch vor Erwachsenen auf.

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