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Bis zu 240 Besucher dürfen wieder in die Paderhalle

Neustart mit Tischen

Paderborn (WV). In der Paderhalle wird wieder gespielt – vor Tischen und Stühlen statt vor den Reihen mit Sesseln. Die Zuschauerkapazität solle in einem ersten Schritt von 240 auf 350 Personen steigen, kündigte die Geschäftsführerin Maria Rodehuth am Donnerstag an. Sie ist optimistisch, „dass wir dann im Oktober in einen zwar löchrigen, aber regelmäßigen Spielbetrieb kommen“.

Dietmar Kemper

Für die Veranstaltungen am Wochenende wurden Tische und Stühle aufgestellt. Maria Rodehuth und Volker Hampel sind froh über den Neubeginn. Foto: Dietmar Kemper

Am Donnerstag standen die Artisten des GOP auf dem Spielplan, an diesem Freitag wird Ingo Börchers seine Show „Wissen auf Rädern“ präsentieren, einen Tag später zeigt die Band Wildes Holz, was man alles mit einer Blockflöte anstellen kann, und am Sonntag folgt das WDR5-Kabarettfest. Es sind die ersten Veranstaltungen in der Paderhalle seit dem 12. März. Maria Rodehuth gibt offen zu: „Das ist für mich ein bewegender Moment, unbeschreiblich schön, aber gepaart mit der Sorge, wie wir daran anknüpfen können.“

Für die genannten Veranstaltungen wurden erstmals Tische im Saal aufgestellt, an denen jeweils vier Personen Platz nehmen dürfen. 240 können insgesamt hinein. In Zeiten ohne das Coronavirus fasst der Saal 954 Besucher. „Am Sitzplatz können die Schutzmasken abgenommen werden, aber wir raten dazu, sie auch während der Vorstellung zu tragen“, sagte Maria Rodehuth.

Anders als das Paderborner Theater verzichtet die Paderhalle nicht auf die Ausgabe von Getränken und die Annahme von Jacken und Mänteln. Theken und Garderobe wurden entsprechend mit Plexiglasscheiben nachgerüstet. Die Besucher dürfen die Getränke mit zu ihren Tischen nehmen. Maria Rodehuth bittet sie, früher zu kommen als sonst und zügig die Plätze einzunehmen, damit es im Foyer nicht unnötig voll wird. Die Halle werde eine Stunde vor Beginn geöffnet.

Handelt es sich bei den Shows an diesem Wochenende um das Finale des kurzfristig organisierten „Paderborner Kultursommers“, beginnt am 9. September mit dem 1. Sinfoniekonzert der NWD der reguläre Betrieb in der Paderhalle. Die Tische werden dann erst einmal wieder verschwinden. Ein neues Hygienekonzept für bis zu 466 Besucher sei gerade genehmigt worden, sagte Maria Rodehuth am Donnerstag.

Sie will aber zunächst die Kapazität auf 350 beschränken, um die Abstandsregeln penibel einhalten zu können. Die Nordwestdeutsche Philharmonie wird um 18 Uhr und 20.45 Uhr zwei Konzerte für die Abonnenten spielen – vor jeweils bis zu 350 Musikfreunden in den gewohnten Reihen und auf den gewohnten Sesseln. Beispielsweise sollen dann neben einem Ehepaar zwei Plätze links und rechts freibleiben, außerdem zwei Sitze vor ihm. Der Technische Leiter der Paderhalle und des Schützenhofs, Volker Hampel, bittet die Gäste, „die mittleren Plätze in den Reihen zuerst zu besetzen“. Vor Aerosolen müssten sich die Besucher nicht fürchten: „Wir haben keine Umluftanlage, sondern ausschließlich Frischluftzuführung. Die Luft wird unter den Tribünen eingelassen und durch die Decke abgesaugt.“

Für fast alle der für 2020 geplanten, dann aber wegen des Coronavirus abgesagten Veranstaltungen sei es gelungen, Ersatztermine im Herbst oder im nächsten Jahr zu finden, freut sich Maria Rodehuth. Wer wann auftritt, darüber will die Paderhalle in Form eines Newsletters informieren, an dem gerade gearbeitet wird. Maria Rodehuth hofft, dass „der Verschiebebahnhof“ bald stillgelegt werden kann, und rechnet für Oktober mit einer weiteren Verordnung des Landes, die dann erste Erfahrungen aus den Theatern berücksichtigen könnte.

Licht im Tunnel sieht die Geschäftsführerin auch für den Schützenhof. Der Biergarten werde gut angenommen, und dass es wieder eine Küche gebe, wirke sich positiv aus. Viele Brautpaare hätten ihre Hochzeit wegen des Coronavirus verschoben und fragten nun nach Terminen im Schützenhof, berichtete Maria Rodehuth. Kleinere Tagungen und Betriebsversammlungen könnten wieder durchgeführt werden.

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