1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. „Noch ist Paderborn stark“

  8. >

IHK, Werbegemeinschaft und City-Management werben für „Heimat shoppen“ beim Frühlingsfest

„Noch ist Paderborn stark“

Paderborn

Eines betonte Jürgen Behlke bei der Vorstellung der Aktion „Heimat shoppen“ anlässlich des 37. Frühlingsfestes – und mit Blick auf den Handel: „Paderborn ist auf der Sonnenseite.“ Der Geschäftsführer der Zweigstelle Paderborn und Höxter der Indus­trie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen machte nach zwei Jahren Pandemie aber auch klar: „Noch ist Paderborn stark im Vergleich zu mittelgroßen Städten in der Region. Wir müssen jetzt aber die richtigen Schritte für die Zukunft machen.“

Von Rajkumar Mukherjee

Auch mit der Aktion „Heimat shoppen“ wollen (von links) Claudia Auinger, Uwe Seibel, Heiko Appelbaum und Jürgen Behlke den Handel stärken. Foto: Rajkumar Mukherjee

An der Vorstellung nahmen auch weitere Vertreter der Kooperationspartner der Aktion „Heimat shoppen“ teil: Uwe Seibel, Vorsitzender der Gewerbegemeinschaft Paderborn, City-Manager Heiko Appelbaum und Claudia Auinger, ebenfalls aus der Geschäftsführung der IHK. Kunden aus der Stadt und dem Umland noch mehr an Paderborn zu binden, sei mehr denn je im Fokus.

Dies sei aus Sicht von Behlke besonders nach zwei Jahren eingeschränkter Einkaufsmöglichkeiten sowie aufgrund der Konkurrenz durch den Online-Handel und großer Ketten wichtig. Diesbezüglich sei es eine „gesellschaftliche Aufgabe“, so Behlke, den stationären Einzelhandel sowie die Gastronomie und Dienstleister in der Innenstadt zu stärken. Dies könne Behlke sowie Appelbaum und Seibel zufolge auch mit der Aktion „Heimat shoppen“ gelingen, weil sie identitätsstiftend für Kunden sei. Die Aktion war von der IHK-Organisation ins Leben gerufen worden.

Auch Appelbaum sieht in Paderborn derzeit Anzeichen dafür, dass es in der Stadt noch keinen gravierenden Abwärtstrend gibt. In puncto Leerstand verwies er auf die sogenannte Kippquote: Bei mehr als 20 Prozent Leerstand drohten nach Ansicht von Fachleuten ganze Quartiere zu verfallen. „Davon sind wir in Paderborn weit entfernt“, sagte Appelbaum, ohne konkretere Zahlen zu nennen.

Dennoch steht, wie berichtet, der stationäre Einzelhandel in OWL nach zwei Jahren Pandemie sowie aufgrund des Ukraine-Konflikts und hoher Inflation unter Druck. Deshalb müsse aus Sicht von Behlke auch die Frequenz der Kunden erhöht werden. Zuversichtlich ist er bezogen auf die Anziehungskraft ausgehend vom Paderborner Zentrum. Diesbezüglich bezieht er sich auf die sogenannte Einzelhandelszentralität: Dabei geht es um das Verhältnis aus dem Einzelhandelsumsatz einer Kommune zur Kaufkraft des Einzelhandels vor Ort. Werte über 100 Prozent zeigen die Anziehungskraft der Kommune in das Umland an. Für Paderborn nannte Behlke den Wert 150.

Anziehungskraft: Nach zwei Jahren pandemiebedingtem Ausfall soll nun das Frühlingsfest Besucher in die Innenstadt ziehen. Auf eine entsprechende Resonanz hofft Seibel. Er vertritt etwa 250 Mitglieder in der Werbegemeinschaft, die das Frühlingsfest organisiert. In diesem Jahr wird es von Freitag, 6. Mai, bis Sonntag, 8. Mai, stattfinden. Auch das Westfalen-Blatt ist daran beteiligt, etwa mit der Bühne vor dem Historischen Rathaus. Das Kulturprogramm findet hier sowie auf Bühnen am Marktplatz und am Westerntor statt. Am Freitag und Samstag sollen die Künstler Leslie Clio und Josh auftreten. Zudem werden die Geschäfte am verkaufsoffenen Sonntag öffnen.

Etwa 10.000 Tüten mit dem Logo „Heimat shoppen“ sollen während des Frühlingsfestes verteilt werden. Für Seibel steht die Aktion als Beispiel gemeinsamen Handelns. „Wie wichtig das ist, haben wir gerade auch im Lockdown erlebt“, sagte er. Generell sei die Durchführung des Frühlingsfestes „ohne Händler nicht möglich“, so Auinger.

Wie bedeutend darüber hinaus der stationäre Einzelhandel ist, verdeutlichte Seibel. Demnach habe dieser nicht nur eine Versorgungsfunktion, sondern trage dazu bei, „dass die Innenstadt zum Ort des Austausches und des öffentlichen Lebens“ werde. Daher ist es wichtig, dass Kunden nicht nur auf dem Sofa kaufen, sondern in der Innenstadt“, so Seibel dazu weiter.

Startseite
ANZEIGE