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Kunstverein zeigt 70 Werke aus der „Lightpower Collection“

Packende Fotos der Rockmusik

Paderborn (WB). Rockmusik sieht spektakulär aus. Das beweisen die Fotografien aus der „Lightpower Collection“, die von Samstag an im Kunstverein am Kamp präsentiert werden. Bis zum 14. Juni erzählen 70 außergewöhnliche Fotos von den Helden und Heldinnen der Rockmusik aus der Zeit von Mitte der 60er bis Ende der 70er-Jahre. Gesammelt hat sie in den vergangenen 20 Jahren Ralph-Jörg Wezorke – Geschäftsführer der Firma Lightpower, die Musikern das perfekte Bühnenlicht bereitet.

Dietmar Kemper

Ralph-Jörg Wezorke schaut sich „das Rockfoto schlechthin“ an. Es zeigt den Queen-Sänger Freddie Mercury 1986 in artistischer Pose bei seinem Auftritt im Wembleystadion. Als Sammler hat sich Wezorke auf die „DNA des Rock“ konzentriert. Foto: Dietmar Kemper

„Schau dir das Foto an und du hörst die Musik“, sagte Wezorke am Mittwoch bei der Präsentation der Ausstellung im Kunstverein und machte damit deutlich, dass die visuelle und die akustische Seite der Musik zusammengehören. In der Schau stehen legendäre Musikfotografien neben Albumcovern, die Kunstwerke sind. So wie das Cover des Beatles-Albums „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“. In der 400 Werke umfassenden „Lightpower Collection“ ist es genauso enthalten wie das Bild, auf dem eine optische Klangwelle zum Pink Floyd-Song „Wish you were here“ dargestellt ist und von dem es nur drei Exemplare gibt, die alle Musiker zusammen signiert haben. Die Besucher des Kunstvereins erwarten zum Teil sehr private, geradezu intime Fotografien zu den Beatles, The Who, den Rolling Stones, zu den vier legendären Gitarristen Jeff Beck, Jimmy Page, Eric Clapton und Jimi Hendrix und nicht zuletzt eine Wand mit den weiblichen Rockstars wie Tina Turner, Joni Mitchel und Janis Joplin.

Zwischen Musikern und Fotografen herrschte eine Symbiose

Es sind Fotos, die heute nicht mehr möglich wären, weil das Management nicht will, dass bei ihren Stars andere als die PR-Seiten gezeigt werden. Die Musikfreunde lernen historische Momente kennen, wie den des letzten Konzerts der Beatles am 29. August 1966 im Candlestickpark in San Francisco, oder den, als der Norweger Jørgen Angel 1968 das erste Foto von Led Zeppelin schoss. Die Schwarzweißfotografien stammen von den Wegbereitern und Ikonen der Rockmusikfotografie: von Jim Marshall, Gered Mankowitz oder Neal Preston.

Im Gegensatz zu heute herrschte damals zwischen Musikern und Fotografen keine Aversion, sondern eine Symbiose. „Brian May von Queen hat Neal Preston mal als fünftes Mitglied der Band bezeichnet“, erzählte Ralph-Jörg Wezorke. Und er kann so viel erzählen: über Bands und Fotografen, die er oft selbst kennenlernte, aber auch über seine Sammelleidenschaft. Den Anstoß gaben der Song „Sex and Drugs and Rock and Roll“ von Ian Dury und eine Fotografie, die den Briten vor dem Secondhandladen zeigt, in dem er seine Klamotten kaufte. Das Foto entdeckte Wezorke zufällig im Londoner Stadtteil Soho: „Man wird auf etwas gestoßen und dann lässt es einen nicht mehr los.“

Eröffnung wird live gestreamt

Die Ausstellung war bereits 17 mal zu sehen – unter anderem in London, Los Angeles, Florenz und Stockholm, auch dreimal in Deutschland, aber noch nie in diesem Umfang in Paderborn. Der Umzug des Kunstvereins von der Westernstraße in die hellen, großzügigen Räume am Kamp macht es nun möglich. Schon einmal hatte der Kunstverein Paderborner Sammler vorgestellt, die Ausstellung „Collection #2“ ist allein Ralph-Jörg Wezorke gewidmet. Im Zwiegespräch mit dem 63-Jährigen wird die Vorsitzende Alexan­dra Sucrow sie am Freitag um 19 Uhr eröffnen – wegen Corona ohne Gäste in den Räumen. Dafür wird die Eröffnung live gestreamt. Für Besucher (maximal zwölf gleichzeitig) ist die Schau dann vom 23. Mai an mittwochs bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Sie können dabei Bücher sowie limitierte Fine Art Prints der Fotos von Neal Preston kaufen.

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