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Sicher und sauber: erste Passantenbefragung mit interessanten Ergebnissen

Paderborn bekommt Note 2,6

Paderborn (WB). Wie zufrieden sind die Besucher mit der Paderborner Innenstadt? Zu der Frage gibt es nun erstmals eine qualitative Aussage. Bei einer von IHK, Werbegemeinschaft und Citymanagement in Auftrag gegebenen Befragung haben die 510 Männer und Frauen der City im Durchschnitt eine 3+ gegeben.

Ingo Schmitz

Das Flair in der Paderborner Innenstadt – hier im Bereich der Rathaus-Passage – bewerten die Befragten als gut. Kritik erntet jedoch die Parkplatzsituation und das Fehlen eines Lebensmittelmarktes in der City. Foto: Jörn Hannemann

Gelobt wurden Sauberkeit, das gastronomische Angebot sowie die Aufenthaltsqualität vor allem auch durch das Paderquellgebiet. Kritik gibt es am Parkplatzangebot, an der Fassadengestaltung, der Mangel an einem Lebensmittelmarkt sowie eines Fast-Food-Restaurants wie Mc Donald’s.

»Wir müssen unsere Stärken stärken«, lautet das Fazit von IHK-Geschäftsführer Jürgen Behlke nach einer ersten Auswertung der Untersuchung, die das Institut für Handelsforschung aus Köln vorgenommen hat. Das bedeute: Es müsse sichergestellt werden, dass Paderborn auch in Zukunft sauber und attraktiv sei. Es dürfe nicht das Ziel sein, diejenigen vom Sofa herunter zu bekommen, die online einkauften. Der Aufwand sei viel zu groß, meinte Behlke. Ziel von Handel und Politik müsse es vielmehr sein, die Kunden, die auch jetzt schon auf den stationären Handel setzten, zu halten.

Die Passanten-Befragungen sind im September 2018 an zwei Tagen zeitgleich in 116 Städten deutschlandweit vorgenommen worden. Neben Paderborn waren in OWL auch Gütersloh, Bielefeld, Herford und Minden vertreten. Paderborn hat demnach mit einer 2,6 noch am besten in OWL abgeschnitten. Bielefeld liegt dicht dahinter, gefolgt von Herford (2,8), Gütersloh und Minden (2,9).

Die Ergebnisse sind bereits am Montagabend den Paderborner Händlern und der Politik vorgestellt worden. »Die Ergebnisse sind intensiv diskutiert worden. Auch das Thema Supermarkt«, berichtete Behlke gestern. Nach Angaben von Bürgermeister Michael Dreier sei man »da auf einem guten Weg«. Die schwierigen Eigentumsverhältnisse hätten bislang eine schnelle Neuansiedlung eines Lebensmittlers unterhalb der Königsplätze verhindert. Citymanager Uwe Seibel und Jürgen Behlke werden jetzt eine Priorisierung der Themen vornehmen, um Impulse für die Innenstadthändler und Politik zu setzen.

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Bei der Beurteilung der Erreichbarkeit mit Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln schneidet Paderborn gut ab. Nur eine »3« gibt es für die Parkmöglichkeiten. Der Parksuchverkehr sei dafür ein Grund, sagte Behlke. Die Umfrage ergab: Die Besucher fühlen sich wohl. Sauberkeit und Sicherheit seien sehr gut. Kritik gibt es am Innenstadtsortiment. Nach Angaben der befragten 510 Besucher gebe es zu wenig Schuhe und Lederwaren, zu wenig Schreibwaren und Sportartikel. Der Bereich Drogerie sei bestens abgedeckt.

Interessant ist, dass unter der Woche ein Großteil der Besucher der City auch in der Kernstadt wohnt. Am Samstag sieht das anders aus: Dann kommen 56,7 Prozent aus dem umliegenden Orten. Ein Viertel der Gesamtbesucher kauft auch in der Peripherie ein.

Kommentar von Ingo Schmitz

Dass Paderborn aus dem Stand die Note 2,6 bekommen hat, ist ein gutes Zeichen. Die Menschen fühlen sich wohl und kaufen hier gerne ein. Andere Kommunen in OWL, die bereits mehrfach an der Befragung teilgenommen haben, haben schlechter abgeschnitten. Man darf nicht vergessen: Die Befragung fand zu einem Zeitpunkt statt, als an den Königsplätzen Großbaustelle herrschte. Trotzdem ist das respektable Ergebnis kein Ruhekissen. Es ist eine Aufforderung, an den positiven Dingen weiter zu arbeiten, um diese zu festigen. Dabei sollte man jedoch die Mankos nicht aus dem Blick verlieren. Dazu gehört sicher die Parksituation: Eine aufgemöbelte Tiefgarage Königsplätze nützt wenig, wenn Auswärtige die gut versteckte Einfahrt nicht finden. Sicher wird hier das Projekt »digitale Stadt« mit seinen innovativen Ideen und Projekten Abhilfe schaffen können. Auch der berechtigte Wunsch der Kunden nach einheitlichen Öffnungszeiten sollten die Einzelhändler endlich mal erhören. Paderborn ist attraktiv und lebenswert. Daran gilt es weiter zu arbeiten – gemeinsam mit Politik, Eigentümern und Handel.         Ingo Schmitz

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