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Viel Lob aus dem Ausschuss für Stadtentwicklung

Paderborn bewirbt sich mit neuem Titel für das  Europäische Kulturerbesiegel

Paderborn

Viel Lob gab es zum aktuellen Stand bei der Bewerbung der Stadt Paderborn für das Europäische Kulturerbesiegel. Mit einem neuen Titel für die Bewerbung will die Stadt nun ins Rennen gehen. Das erfuhren die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung.

Die Pader im Paderquellgebiet in Paderborn. Foto: Oliver Schwabe

„Stadt.Mensch.Fluss – Die Pader für Europa“ so lautet der neue Titel für die Bewerbung, den Claudia Warnecke, Technische Beigeordnete der Stadt, am Donnerstag im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Konversion vorstellte. Damit konkretisiert die Stadt auf Vorschlag nach einer externen Beratung durch eine Agentur den Slogan, mit dem Paderborn nach Ende der Bewerbungsphase erfolgreich sein will.

„Bisher haben wir von einer urbanen Wasserlandschaft gesprochen. Das halte ich auch noch für relevant“, sagte  Warnecke. Dennoch habe sich herausgestellt, dass die bisherige Formulierung auch Fragen auslösen könne. Die Bekanntgabe des neuen Titels kommt passend zum Zeitplan: Das Logo zur Bewerbung soll im Oktober vorgestellt werden, die Internetseite sowie ein Kommunikationskonzept werden vorbereitet. Die Internetseite soll es ab 2023 geben. Zudem ist vom 14. bis 16. Oktober ein sogenanntes Makerthon als „weiterer Meilenstein“ geplant. Dieses Format zum Sammeln von Ideen richtet sich an junge Leute im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Dazu habe die Stadt Schulen für eine Beteiligung angeschrieben. 

Von einem „Nachschärfen der Kernbotschaft“ in Bezug auch auf Europa, sprach Warnecke. „Von der Quelle bis zur Mündung, das ist etwas Besonderes, das müssen wir für Europa stärker in den Mittelpunkt rücken“, sagte sie. Zudem deute der neue Titel auf die bekannte Begriffskette „Stadt-Land-Fluss“ und das dazugehörige Spiel hin, bleibe als Slogan eher in Erinnerung. Die Bewerbung werde nun  multimedial ausgerichtet, müsse „mindestens zweisprachig oder mehrsprachig“ sein. „Deutsch bleibt aber die relevante Sprache“, fügte Warnecke hinzu. 

Siegel könnte Tourismus beleben

Noch befinde sich die Bewerbung in der Vorbereitung, die Abgabe ist bis Herbst 2023 möglich, so Warnecke. Die Entscheidung steht in Brüssel im Frühjahr 2025 an. Bis dahin wird auch feststehen, ob es auf nationaler Ebene noch weitere Bewerbung aus Deutschland geben wird. Zum Label Europäische Kulturerbesiegel sagte Warnecke, dass das Zertifikat die Stadt nicht schlechter oder besser mache. „Es macht sie aber bekannter“, fügte Warnecke hinzu. Das sei auch mit Blick auf die Touristik relevant. 

Weitgehend positiv fielen die Reaktionen der Ausschussmitglieder bezüglich des aktuellen Sachstandes aus. Darunter war Dr. Klaus Schröder (Bündnis 90/Die Grünen). „Das ist keine Kleinigkeit, was wir anstreben“, sagte er und verwies beispielsweise auf die Rathäuser von Münster und Osnabrück als Stätten des Westfälischen Friedens. Mit einem Augenzwinkern fügte Schröder hinzu, dass Ostwestfalen dazu neigen würden, die „Kerze unter den Eimer“ zu stellen. „Aber das ist ein Leuchtturm. Und wir müssen noch viele Menschen von unserer Stadt überzeugen“, sagte Schröder. 

Christian Hartmann (CDU) lobte den neuen Slogan, sprach von der Pader als „Herz der Stadt“. Auch Ulrich Koch (SPD) sah seine Fraktion dem Projekt gegenüber „gewogen“. Dagegen fand Reinhard Borgmeier (Die Linke) die „Pader für Europa“ ein „bisschen dick aufgetragen“ und lenkte den Blick auf die Kosten. Hierzu verwies Warnecke auf die beauftragten Agenturen, deren Expertise die Stadt einkauft. Fördermittel, so Warnecke, gebe es dagegen nicht für explizit für solche Projekte. Sie sind aber denkbar.   

Die nächsten Hürden sind wie folgt: Zunächst erfolgt die Bewerbung beim zuständigen Ministerium in Düsseldorf im Herbst 2023, nach positiver Prüfung gibt es gegebenenfalls die Weiterleitung im November 2023 an die Kulturministerkonferenz in Berlin. Hier erfolgt die Prüfung bis Ende 2024, nach positiver Bewertung gibt es die Weiterleitung nach Brüssel. Dort erfolgt der Entscheid zur Siegelvergabe im Frühjahr 2025.

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