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Bezirksregierung plant mit neuem Standort – Flächen werden noch landwirtschaftlich genutzt

Paderborner Containerbahnhof an der Wewerstraße?

Paderborn

Ein möglicher neuer Standort für einen Containerbahnhof in Paderborn ist mit einer Fläche an der Wewerstraße, unterhalb der Bahnlinie, im Gespräch. Das haben die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Konversion in der jüngsten Sitzung erfahren. Demnach priorisiert die Bezirksregierung Detmold im Entwurf des neuen Regionalplans diese Fläche vor jener an der Barkhauser Straße.

Von Rajkumar Mukherjee

Laut des aktuellen Regionalplans ist eine Fläche südlich der Bahnlinie und westlich der Wewerstraße für einen kombinierten Güterverkehr vorgesehen. Foto: Oliver Schwabe

Ob ein Containerbahnhof aber tatsächlich einmal an der Wewerstraße entsteht, hängt auch vom Ergebnis der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 15. Mai ab. Und noch werden Flächen in diesem Bereich landwirtschaftlich genutzt.

Das Thema hatte die SPD-Fraktion mit einer Anfrage auf die Tagesordnung gebracht. Ulrich Koch, Ratsherr und Ausschussmitglied, verwies in seiner Ausführung zur Anfrage auf die Neuaufstellung des Regionalplans und auf mögliche „Chancen“ für das Logistikprojekt. „Der bisher geplante Standort an der Barkhauser Straße wäre nicht gut geworden“, sagte Koch.

Dass es eine Änderung gibt, bestätigte Thomas Jürgenschellert, Leiter des Stadtplanungsamtes. „In dem neuen Regionalplan-Entwurf ist an der Wewerstraße eine Fläche für den kombinierten Güterverkehr vorgesehen, als Teil eines großen gewerbe-industriellen Bereichs von regionaler Bedeutung“, sagte Jürgenschellert. Auf WV-Anfrage an die Pressestelle der Stadt verwies auch die Verwaltung auf den Entwurf zum neuen Regionalplan. So sei zwar im Bebauungsplan W181 im Bereich der Barkhauser Straße eine Fläche für einen Containerbahnhof festgesetzt, andererseits werde im Regionalplan-Entwurf „eine Fläche südlich der Bahn/westlich der Wewerstraße als ‚Bereich für den kombinierten Güterverkehr‘ dargestellt“.

Jürgenschellert zufolge solle der Entwurf seitens der Bezirksregierung Detmold in der zweiten Jahreshälfte neu „auf den Tisch“ kommen. „Mit einer kompletten Beurteilung aller: der Öffentlichkeit, der Kommunen“, so der Amtsleiter. Zudem sei angedacht, dass der neue Regionalplan Ende 2023 wirksam sein soll. Aber: „Tendenziell könnte es etwas länger dauern“, sagte Jürgenschellert. Der Grund dafür ist die kommende NRW-Landtagswahl. Seit 2017 regiert eine Koalition aus CDU und FDP das Land. Sollte sich nach der Wahl eine andere Mehrheit darstellen, könnte eine neue Regierung Einfluss auf den Landesentwicklungsplan nehmen. Und dieser bilde, so Jürgenschellert, die Grundlage für den Regionalplan, der – so oder so – noch auf sich warten lasse. Vor 2024 rechne niemand damit.

Perspektivisch könne sich an der Wewerstraße auf einem großen Bereich auch Gewerbe ansiedeln, führte Jürgenschellert weiter aus.

Mit Blick auf die Autobahn 33 und die Bundesstraße 1 verwies die SPD darauf, dass „perspektivisch“ auch der Eigenbetrieb eines solchen Umschlagplatzes in Betracht komme „Die Wirtschaftsförderung der Stadt Paderborn muss auch in diese Richtung gedacht werden“, hatte die SPD dazu in der Anfrage mitgeteilt.

Unterdessen gebe es noch keine Anfrage vonseiten der Deutschen Bahn oder von privaten Investoren beziehungsweise anderen Unternehmen, so Jürgenschellert weiter – weder zur Barkhauser Straße noch zur Wewerstraße. „Unterstützung zur Ansiedelung ist schon der übernächste Schritt. Ganz wichtig ist, dass erst der Regionalplan wirksam wird“, sagte Jürgenschellert. Denn ein Logistikumschlagplatz beziehungsweise ein Güterverteilzentrum benötigten „natürlich Planungsrecht“, da es auch um Eigentumsfragen gehe. Noch befänden sich Flächen in Privatbesitz, so Jürgenschellert. Dazu bestätigt die Stadt auf Nachfrage, dass die vorgesehene Fläche aus mehreren Parzellen besteht. Ein Teil davon sei in städtischem Besitz. Diese werde landwirtschaftlich genutzt und sei verpachtet. Zudem könne die Stadt derzeit nicht ausschließen, dass zusätzliche Fläche erworben werden müsse.

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