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Wegener Massivhaus GmbH reagiert mit Typenhaus auf sinkende Nachfrage

Paderborner Einfamilienhaus soll bezahlbar sein

Paderborn

Es ist 174 Quadratmeter groß und soll für jedermann erschwinglich sein. Mit einem „Typenhaus“ für Familien, bei dem Hülle und Grundriss bereits festgelegt sind,  reagiert die Firma Wegener Massivhaus GmbH auf die weit verbreitete Unsicherheit bei Häuslebauern. 

Von Dietmar Kemper

 Christopher Gladen zeigt auf zwei Monitoren, wie die Typenhäuser aussehen, die auch  für Familien erschwinglich sein sollen, die nicht über ein dickes Bankkonto verfügen. Foto: Dietmar Kemper

„In vielen Neubaugebieten werden Grundstücke zurückgegeben“, hat Geschäftsführer Christopher Gladen beobachtet: „Auch die Nachfrage ist gesunken.“ Er führt die Entwicklung auf gestiegene Zinsen, weiter steigende Baukosten und weggefallene Fördermöglichkeiten zurück. All das habe Häuslebauer verunsichert und den Traum vom Eigenheim teilweise in weite Ferne rücken lassen.

Eine deutliche Zurückhaltung bei den Häuslebauern spürt auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDH). Dessen Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa stellt fest: „Bei privaten Bauherren sehen wir besonders viele Stornierungen.“ Die Stornierungsquote betrage normalerweise ein bis zwei Prozent, bewege sich aktuell aber in einem zweistelligen Bereich. Viele könnten bereits vertraglich vereinbarte Projekte nicht mehr finanzieren, so Pakleppa.

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung haben sich die Preise für Einfamilien- und Reihenhäuser innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Die Konsequenz: Menschen verabschieden sich vom Traum vom eigenen Haus und suchen eine Mietwohnung.

„Ziel des von uns  entwickelten Typenhauses ist es, möglichst viel Haus zu einem bezahlbaren Budget anbieten zu können“, betont Gladen. Dabei greift Wegener Massivhaus auf positive Erfahrungen im Baugebiet Kramers Feld zurück. Dort hatte das Unternehmen sechs Einfamilienhäuser mit einer Wohnfläche von 201 Quadratmeter gebaut. „Die Häuser erfreuten sich einer großen Beliebtheit und waren schnell vermarktet“, erinnert sich Gladen.

174 Quadratmeter Wohnfläche

Entstanden ist jetzt  ein zweigeschossiges Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 174 Quadratmeter zu einem Festpreis von 379.900 Euro. Malerarbeiten und Bodenbeläge sind nicht im Preis inbegriffen. Es soll auch eine eingeschossige Alternative geben, für die der Kaufpreis allerdings noch nicht feststeht.

Geheizt wird mit Wärmepumpe

Geheizt werde mit Luft-Wasser-Wärmepumpe,  erläutert Gladen. Im 1. Geschoss seien ein Duschbad mit bodengleich gefliester Dusche, eine große Küche sowie Wohn-, Ess- und Hauswirtschaftsräume untergebracht, im 2. Geschoss das Elternschlafzimmer, das Badezimmer und zwei jeweils 16 Quadratmeter große Kinderzimmer. Darüber liegt ein 44 Quadratmeter großes Studio, dessen Aufteilung frei gestaltet werden kann. Das Haus selbst wird aus Ziegelsteinen gebaut und mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. 

Auch wenn die Gestalt des Hauses weitgehend vorgegeben ist, haben die Bewohner noch einen gewissen Spielraum. Dies betrifft zum Beispiel die Art der Treppenstufen, die Fassadenfarbe, die Art der Fliesen für die Bäder, die Haustür oder die Frage, ob abgeschlossene Fenstergriffe gewählt werden oder nicht.

Bauzeit beträgt neun Monate

Wegener Massivhaus verspricht, das Haus innerhalb von neun Monaten zu bauen. Voraussetzung: Der Käufer verfügt bereits über ein Grundstück. „Sie haben ein Grundstück, und wir stellen ein Haus drauf“, beschreibt Gladen das Motto und ergänzt:„ Mit dem Typenhaus soll einer Vielzahl von Einfamilienhauskunden die Möglichkeit gegeben werden, sich den Traum vom Eigenheim auch in diesen Zeiten kalkulierbar und verlässlich zu erfüllen.“

Das Gebäude entspreche bereits jetzt  den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes, die im kommenden Jahr verschärft würden;  wer den Niedrigenergiestandard kfw 40 NH haben wolle, könne ein entsprechendes, kostenpflichtiges Paket hinzubuchen. Derzeit erlebe die Branche einen Ansturm auf Wärmepumpen und PV-Anlagen, was zu einer Verknappung des Angebots geführt habe. 

Der Geschäftsführer erwartet nicht, dass die Materialpreise in absehbarer Zeit sinken werden. Alles was viel Energie benötige, gebrannt werde wie Glas, Ziegelsteine oder Dachpfannen aus Ton klettere weiter im Preis. Auch Beton, bei deren Herstellung viel CO2 entstehe, werde 2023 noch teurer. Immerhin seien Holz und Stahl im Preis gesunken.   

Wer Interesse an dem Typenhaus hat, kann sich unter der E-Mail-Adresse [email protected] bei Alexandra Collmer melden. 

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