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Ein Meinungsbeitrag von Dietmar Kemper

Paderborner Perspektiven: Aus akuter Hilfe muss Integration werden

Paderborn

Ein Ende des Krieges in der Ukraine ist nicht in Sicht. „Viele Geflüchtete suchen Arbeit und wollen erst einmal hierbleiben“, berichtete Schwester Monika von den Jakobusschwestern in Wewer am vergangenen Dienstag, 16. August, bei der Eröffnung der Ausstellung „Ukrainian Stories: Geschichten einer Flucht“ in der Kinderbibliothek.

Symbolbild.  Foto: Jörn Hannemann

Was bedeutet das für die Hilfsorganisationen der Stadt, die Verwaltung und nicht zuletzt für die Bürger? Es bedeutet, dass aus kurzfristiger Hilfe wie unmittelbar nach dem Einmarsch der Russen in der Ukraine Ende Februar langfristige Hilfe und Integration werden müssen. Eine Reihe von ukrainischen Flüchtlingen ist zwar wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, aber viele andere scheuen die gefährliche Reise ins Ungewisse und versuchen nun, in Paderborn Fuß zu fassen.

Das wird ihnen gelingen. Zum einen, weil sie keine Bittsteller sein, sondern selbst aktiv werden wollen, und zum anderen deshalb, weil die Unterstützungsbereitschaft der Einheimischen beeindruckend ist. Sie ist so vorbildlich, dass auch der EU-Kommissar Johannes Hahn bei seinem Libori-Besuch im Juli das Engagement in Paderborn und in der polnischen Partnerstadt Przemysl ausdrücklich lobte.

Die Bandbreite der Hilfe ist enorm. Abgesehen von der Verwaltung als erster Anlaufstelle, die einen hervorragenden Job macht, sind da die Privatleute zu nennen, die Familien zum Teil mit Haustieren aufgenommen haben. Andere bieten ihre Dienste für Behördengänge und als Dolmetscher an.

Die Kirchen engagieren sich vielfältig, ein Beispiel für praktisches Handeln ist die „Anlaufstelle Ukraine“, eingerichtet vom Evangelischen Kirchenkreis und der Diakonie. Ein entscheidender Stützpfeiler sind die Hilfsorganisationen. Das DRK stattet Flüchtlinge mit Kleidung aus und fördert deren Verwurzelung in der Stadtgesellschaft. So lädt das DRK für den 3. September von 11 bis 18 Uhr zum Internationalen Begegnungsfest ein. Nicht zu vergessen die Kunst: Der Maler Hans-Josef Mertensmeyer will am 1. Advent 50 Bilder zur Unterstützung von Flüchtlingen versteigern.

Das sind nur einige Beispiele, die eines deutlich zeigen: Paderborn ist eine Stadt mit einem großen Herz für Menschen in Not.

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