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Ablation mittels elektrischer Impulse soll deutlich schneller und schonender sein

Paderborner Vincenz-Kliniken setzen neues Verfahren gegen Vorhofflimmern ein

Paderborn

Mit einer neuen Behandlungsmethode wollen die Kardiologen am Paderborner St. Vincenz-Krankenhaus Patienten mit Vorhofflimmern wieder zu mehr Ruhe im Herzen verhelfen. Bisher wird die dafür notwendige  Ablation mit Hitze oder Kälte durchgeführt, jetzt werden elektrische Impulse gesetzt.

Chefarzt Prof. Dr. Andreas Götte, Oberarzt Wisnu Pradana Mahardhika, Claudia Bruns (Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Fachweiterbildung für Innere- und Intensivmedizin), Oberarzt Dr. Michal Wojcik und MTRA Ruth Möller (von links) haben das neue Verfahren bereits erprobt. Foto: St. Vincenz-Kliniken

Zum Jahresbeginn erhielt die Medizinische Klinik II des St. Vincenz-Krankenhauses ein weiteres neues Ablationsverfahren für Patienten mit Herzrhythmusstörungen. Im Unterschied zu herkömmlichen Methoden, komme die sogenannte Elektroporation, auch „Pulsed-Field-Ablation“ genannt, ohne den Einsatz von thermischer Energie – Hitze oder Kälte – aus. Nur wenige Kliniken in Deutschland böten diese neue Methode zur Behandlung von Vorhofflimmern an, heißt es in der Mitteilung der Klinik.

„Im Gegensatz zu den gängigen Therapieformen, bei denen die Ablation durch Hitze oder Kälte funktioniert, können wir nun durch elektrische Impulse winzige Poren in den Herzmuskelzellen erzeugen“, erklärt Professor Dr. Andreas Götte, Chefarzt der Medizinischen Klinik II des St. Vincenz-Krankenhauses. „Nie zuvor war es möglich, diejenigen Zellen, die den falschen Rhythmus verursachen, derart gezielt und präzise anzusteuern.“ Der große Vorteil für die Patienten: Das umliegende Gewebe und Nerven werde geschont, da kein direkter Kontakt mit dem Herzgewebe erforderlich sei. „Wir freuen uns sehr, diese revolutionäre Neuentwicklung auf dem Gebiet der Katheterablation in Paderborn anbieten zu können“, sagt Jürgen Thau, kaufmännischer Geschäftsführer.

Der Behandlungskatheter der Pulsed-Field-Ablation erinnert an eine kleine Blume, die sich dann in der Lungenvene des Patienten entfaltet. Foto: St. Vincenz-Kliniken

Der Behandlungskatheter der Pulsed-Field-Ablation erinnert an eine kleine Blume. Die „Blütenblätter“ am Ende der Katheterspitze falten sich in der Lungenvene des Patienten auf. Auf Knopfdruck können die Herzspezialisten dann kleine Energieimpulse abgeben. Gleichzeitig könne das Team die Position des Katheters auf einem riesigen Bildschirm verfolgen. Die ersten Eingriffe haben Götte und die Oberärzte Dr. Sibylle Brandner, Wisnu Pradana Mahardhika und Dr. Michal Wojcik bereits erfolgreich und komplikationslos durchführen können, teilt die Klinik mit. Die Behandlung sei extrem schnell. „Wir erreichen mit der Methode in acht Sekunden die Isolation einer Lungenvene. Mit konventionellen Methoden brauchen wir fast 30 Minuten. Die Behandlungszeit an den vier Lungenvenen verkürzt sich für die Patienten insgesamt von zwei Stunden auf 32 Sekunden“, sagt Götte.

Einsatzbereit:  Sibylle Brandner, Andreas Götte  und Claudia Bruns (von links) demonstrieren im Katheterlabor das neue Gerät. Foto: St. Vincenz-Kliniken

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung, mit der Patienten beim Kardiologen vorstellig werden. Zwei bis vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an dieser Erkrankung − mittlerweile eine regelrechte „Volkskrankheit“. Um sie zu behandeln, veröden die Herzspezialisten im Katheter-Labor die Störfelder im linken Vorhof.

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