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Sabine Voß und Pat Meruseye versprechen ein außergewöhnliches Konzert

Paderborns Kapelle wird zum Friedenstempel

Paderborn

Noch ein Mal in diesem Jahr wird am 8. Dezember die Langenohlkapelle auf dem Ostfriedhof zum „Friedenstempel“. In dem  gleichnamigen,  vom Land geförderten Projekt sollen die Besucher „inneren Frieden finden, um ihn später nach außern zu tragen“, wie es Sabine Voß ausdrückt. 

Von Dietmar Kemper

 Sabine Voß und Pat Meruseye lieben die Langenohlkapelle als Auftrittsort. Dort ist es nicht dunkel wie in vielen Kirchen und Kapellen, sondern hell und bunt.  Foto: Oliver Schwabe

 Die Yoga-Lehrerin und Künstlerin aus Paderborn hatte im März die Idee, erarbeitete ein Konzept und erhielt noch im selben Monat vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft die Förderzusage.

Den Kern des Projekts „Friedenstempel“ bilden zweistündige Konzerte mit Musik, Ausdrucksgesang, Lautmalerei und Mantras. Voß wird organisatorisch vom Paderborner Amt für Umweltschutz und Grünflächen unterstützt und musikalisch von Pat Meruseye.

Die Wirkung von Musik

Er hat Populäre Musik und Medien in Paderborn und Musiktherapie in den Niederlanden studiert. Meruseye spielt Gitarre und singt, und so wie seine Partnerin auf der Bühne schreibt er Musik eine enorme Wirkung zu. „Für mich gibt es nichts Magischeres, Heilenderes, Tiefgehenderes und Schöneres als Musik“, sagte er am Dienstag in der Langenohlkapelle. Er habe gesehen, was Musik bei Behinderten auslösen könne, erzählte er und sagte: „Für mich ist Musik wie ein Gebet.“

Aktuell ist eine gute Zeit zum Beten. Ukraine-Krieg, Inflation, Corona belasten die Menschen, sorgen für Angst und Unruhe. Mit dem Projekt „Friedenstempel“ wollen Voß und Meruseye in der bunten  Langenohlkapelle die Stimmung aufhellen und dazu beitragen, dass die Zuhörer zur Ruhe kommen. Und das mit Rezitationen, Gesang und exotischen Instrumenten wie Koshis, Klangschalen, Shakern und einem auf den Herzton A gestimmten Monochord.

Improvisation statt festes Programm

Die beiden präsentieren eigene Stücke, außerdem ihre Versionen berühmter Songs wie „Heal the World“ von Michael Jackson.  Sie sitzen sich gegenüber, gehen musikalisch aufeinander ein und improvisieren. „Wir spielen immer aus dem Moment heraus, jedes Konzert ist anders“, erläuterte Voß. Das Konzept scheint aufzugehen. Mehr als 30 Friedenstempel haben die beiden seit Mai bespielt, auch virtuell. Für Donnerstag, 8. Dezember, um 19 Uhr hoffen sie wieder auf eine gut gefüllte Langenohlkapelle. Knapp 50 Personen passen hinein. Der Eintritt ist frei.

„Auf Anfrage würden wir noch weitere Friedenstempel bespielen, nicht nur in sakralen Räumen, sondern auch in Parks, auf Stadfesten oder als Flashmob“, kündigte Voß an. Zuvor hatte das Land bereits zwei ihrer Projekte gefördert: „Ruheraum virtuell“, bei dem Yoga-Übungen coronabedigt von festen, stationären Räumen losgelöst wurden, und außerdem „Mantra virtuell“ mit einem ähnlichen Ansatz. Auch den Kalender „Lichtzyklus “ hat Voß herausgegeben – mit Inspirationen aus verschiedenen Kulturen und Religionen sowie mit  Fotomotiven vom Ostfriedhof, auf dem Persönlichkeiten wie Luise Hensel begraben sind.

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