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Neuer Forstamtsleiter Nikolas Osburg ist trotz Schäden zufrieden

Paderborns Stadtwald: Die Mischung macht‘s

Paderborn

Nikolas Osburg ist der neue Leiter des Gemeindeforstamtes Willebadessen und damit zuständig für den 800 Hektar großen Wald der Stadt Paderborn. Trotz Sturmschäden, Fichtensterben, Borkenkäferbefall und vermehrtem Müll durch Spaziergänger in der Corona-Pandemie stellt er dem Paderborner Wald dennoch ein gutes Zeugnis aus. Das liege an dem guten Verhältnis zwischen Laub- und Nadelwald.

Ingo Schmitz

Der Talweg im Haxtergrund gehört zu den beliebten Naherholungsgebieten der Paderborner. Auch hier sind Baumfällungen nötig. Foto: Oliver Schwabe

Es müsse aber weiter in die Zukunft investiert werden, erklärte er in der Sitzung des Paderborner Umweltausschusses. Nach Angaben von Nikolas Osburg seien die Schadensbilder in der Region– zum Beispiel auf der Egge – vor allem wegen des Fichtensterbens enorm. Vor dem Hintergrund sei der Umbau zu Laub-Misch-Wäldern „das Gebot der Stunde“, betonte der Förster.

Von den 800 Hektar Stadtwald müssten allein 160 Hektar Fichten abgeholzt werden. Zudem gebe es durch die Trockenheit ein Buchensterben und ein Eschentriebsterben, sagte Osburg. Im Stadtwald, der zu 63 Prozent aus Laub- und nur zu 37 Prozent aus Nadelholz besteht, seien nur einzelne Bäume betroffen. Ein Vorteil sei auch, dass es sehr viele unterschiedliche Arten gebe.

Nikolas Osburg ist der neue Leiter des Gemeindeforstamts Willebadessen Foto: Forstamt Willebadessen

Im vergangenen Jahr seien jeweils 500 Festmeter Fichten- sowie Laubholz entnommen worden. Für dieses Jahr seien nur Abholzungen vorgesehen, soweit es sich um kranke oder tote Bäume handele. Unter anderem sei ein Eingriff am Talweg im Haxtergrund notwendig, der vielen Besuchern des Naherholungsgebietes sicher auffallen werde, kündigte Osburg an. Aus Gründen der Verkehrssicherung müssten dort aber 150 Festmeter Pappeln gefällt werden. Damit der Charakter des Talweges weitestgehend erhalten bleibe, werde man dort Hochstämme als Ersatz pflanzen, sagte der 30-Jährige in der Sitzung, der gebürtig aus Bad Driburg kommt.

Zur Person: Nikolas Osburg

Nikolas Osburgs (30) beruflicher Werdegang führte ihn nicht nur in private Forstverwaltungen, sondern auch zum Landesbetrieb „Wald und Holz NRW“. Neben klassischen Aufgaben wie der Holzvermarktung sammelte er wertvolle Erfahrungen im Bereich Beantragung und Bewilligung von Fördergeldern auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.

Die für das Jahr 2021 geplanten Fällungen werden mit Kosten von 40.000 Euro kalkuliert. Die Einnahmen aus dem Holzverkauf werden auf 50.000 Euro geschätzt. „Es gibt ein Überangebot an Holz. Die Preise sind am Boden“, erläuterte der Leiter des Gemeindeforstamtes.

Um Flächen wieder aufzuforsten wird mit Investitionen in Höhe von 100.000 Euro kalkuliert. Weitere 50.000 Euro sollen in die bauliche Unterhaltung von Wegen und Bänken fließen. 30.000 Euro sind unter anderem für die Waldpädagogik vorgesehen.

Ärgerlich ist ein Punkt, der offenbar eine Folge der Corona-Pandemie ist: Weil immer mehr Menschen die Wälder aufsuchen, bleibt auch immer mehr Müll zurück. „Die Menschen scheinen immer noch nicht zu wissen, dass Müll in Papierkörbe gehört oder dass man ihn wieder mitnimmt“, hieß es in der Sitzung.

Dr. Frank Becker, Leiter des Amtes für Grünflächen und Umwelt, stellte in der ersten Sitzung des neuen Ausschusses klar, dass der Paderborner Stadtwald nicht unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben werden könne. „Es geht hier vielmehr um den gigantischen Wert der Naherholung. Es handelt sich hier um die grüne Lunge unserer Stadt Paderborn.“

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