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Längerer Wochenmarkt, mehr Sitzbänke und mehr Kultur: Werbegemeinschaft Paderborn stellt Forderungen

„Parken für einen Euro pro Stunde“

Paderborn

Die Werbegemeinschaft Paderborn hat eine Liste mit Forderungen an Verwaltung und Politik zusammengestellt. Durch sie soll die Domstadt für die eigenen Bürger, für Kunden und Besucher attraktiver werden. Das ostwestfälische Oberzentrum stehe „vor gewaltigen Herausforderungen, denen sich die gesamte Stadtgesellschaft im Schulterschluss stellen muss“, wird der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Uwe Seibel, in einer Mitteilung zitiert.

Von Dietmar Kemper

Der Besuch der City – hier die Westernstraße – müsse so attraktiv und einfach wie möglich gemacht werden, schreibt die Werbegemeinschaft Paderborn der Verwaltung und den Lokalpolitikern ins Stammbuch. Foto: Jörn Hannemann

Unterstützt wird der Forderungskatalog demnach von der heimischen Industrie- und Handelskammer (IHK), vom Handelsverband Ostwestfalen-Lippe sowie vom Vorsitzenden des Ortsvorstandes des Handelsverbandes in Paderborn, Ferdinand Klingenthal.

„Die zurückliegenden und noch anhaltenden Einschränkungen haben zu herben Umsatzverlusten geführt und tun dies teilweise weiterhin“, beklagt Uwe Seibel. Das Ziel müsse jetzt sein, Kundinnen und Kunden den Besuch der Stadt so einfach wie möglich zu machen. Und das mahnt die Werbegemeinschaft Paderborn konkret an:

Gebühren für Gastronomie und Einzelhandel

Der Verzicht der Gebühren für Außengastronomie oder Werbeaufsteller vor dem eigenen Geschäft entlaste zurzeit die Betriebe, lobt die Werbegemeinschaft und fordert, dass die Regelung mindestens bis Ende 2022 verlängert wird.

Verkaufsoffene Sonntage in Innenstadt und Peripherie

Verkaufsoffene Sonntage, so die Vereinigung der Händler, könnten auch langfristig Umsatzausfälle und -verschiebungen, zum Beispiel in den Onlinehandel, abfedern. „Daher fordern wir von der Bundesregierung für die Zukunft die Aufhebung des Anlassbezuges, der Anzahlbeschränkung und die unbedingte Einbeziehung der Peripherie in Absprache mit Verwaltung und Politik. Auch Stadtteile sollten in Abstimmung mit der Kernstadt eigene Verkaufsoffene Sonntage durchführen dürfen.“ Der „Erlebniseinkauf“ müsse etabliert werden.

Optimierung der Mobilität

Weil ein Großteil der Besucher Paderborns aus dem weiten Umland komme und nicht die Möglichkeit habe, den ÖPNV zu nutzen, müsse die gute Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Auto ebenso gewährleistet sein wie „günstiges und bequemes Parken“. Für Menschen, die in der Innenstadt wohnen, müsse die Attraktivität des Fahrrads als Verkehrsmittel der ersten Wahl erhöht werden, damit diese Gruppe mit ihren Autos nicht zu einer Parkraumverknappung beitrage, mahnt die Werbegemeinschaft.

Zudem solle die Politik den öffentlichen Personennahverkehr mit Bussen weiter fördern. Dazu müssten Fahrplanangebot und Takt sowohl beim Regionalbussystem als auch beim Padersprinter gleichermaßen ausgebaut und dann mit einem attraktiven Tarif kombiniert werden. Durch eine stärkere Anbindung der Universität und der Studentenwohnheime an die Innenstadt auch zu Tagesrandzeiten und am Wochenende könne den angehenden Akademikern der Aufenthalt in der Innenstadt schmackhaft gemacht werden.

Individuelle Mobilität

Was die städtischen Parkplätze und die Parkhäuser angeht, plädiert die Werbegemeinschaft für die Abrechnung in Echtzeit und für einen Tarif von einem Euro pro Stunde. „Zu Schwachlastzeiten ist eine Happy Hour wünschenswert. Weiterhin wünschen wir den Erhalt und die Schaffung von Parkplätzen auf dem Areal Florianstraße.“ Auch den Radverkehr wollen die Händler weiter gefördert sehen, unter anderem durch überdachte und gesicherte Abstellanlagen im Bereich Innerer Ring, um der zunehmenden Verwendung hochwertiger Räder Rechnung zu tragen.

Wochenmarkt

Für den Wochenmarkt auf dem Marktplatz werden eine Verlängerung bis 16 Uhr und mehr Stände zum Selbstverzehr vorgeschlagen. Der Markt müsse zu einer höheren Verweildauer animieren. Als neue Zielgruppe gelte es, Touristen zu gewinnen, die Wert auf einen attraktiven Markt mit regionalen Angeboten legen. „Wir wünschen uns eine bunte Mischung aus gewohnten Angeboten (Kartoffeln in Zehn-Kilo-Säcken) und neuen Ideen (Modern Food).“

Möblierung Innenstadt

In der Fußgängerzone fehlen Sitzbänke und Kinderspielgeräte, meint die Werbegemeinschaft. Auch mit Blick auf den Klimawandel sei eine zusätzliche Begrünung der Fußgängerzone wünschenswert. Was den von ihren Mitgliedern bezahlten Blumenschmuck in der City angeht, fordert die Paderborner Werbegemeinschaft eine finanzielle Beteiligung seitens der Stadt. Geld aus der Stadtkasse wünscht sie sich auch für das Frühlingsfest.

Angsträume

Durch helle Beleuchtung und verstärkte Kontrollen müssten als Angsträume definierte Bereiche der Innenstadt entschärft werden. Bekannte Orte wie die Westernmauer oder die ehemalige Zentralstation und neue wie der Platz vor der Herz-Jesu-Kirche am Westerntor müssten weiter verstärkt überwacht werden.

Kultur in der City

Um den Erlebnischarakter der Fußgängerzone weiter zu steigern, sei es nötig, „kulturelle Highlights zu setzen“. Eine Mitfinanzierung und Hilfe bei der Organisation zum Beispiel durch die Bereitstellung von öffentlichen Flächen könnten der Kulturszene Unterstützung signalisieren. Die Werbegemeinschaft schlägt eine Kombination mit dem Projekt „Kultursommer“ vor. Die Innenstadt solle zur Bühne werden.

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