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Paderborner kritisiert Politik: »Wir fühlen uns im Stich gelassen«

Pfleger diskutiert mit Kanzlerin im TV

Paderborn/Mainz (WB/itz). Ferdi Cebi, Altenpfleger im Paderborner Johannisstift, hat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in der ZDF-Sendung »Klartext, Frau Merkel« über die Situation in der Altenpflege diskutiert. Er beklagte, dass die Altenheimplätze sehr teuer seien, aber immer mehr Personal eingespart werde.

In der ZDF-Sendung »Klartext, Frau Merkel« hat der Paderborner Altenpfleger Ferdi Cebi (links) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel diskutiert. Foto: Screenshot

»Wir, die Pflegekräfte und die älteren Menschen, fühlen uns von der Politik im Stich gelassen«, erklärte Cebi. Merkel konterte, dass die Politik einiges auf dem Weg gebracht habe, dazu zählte sie unter anderem die Verbesserungen bei der Pflege von Demenzkranken. Außerdem liefen Verhandlungen dazu, die Zahl der Pflegekräfte im Schnitt anzuheben.

Merkel nimmt Einladung an

Cebi forderte besseren Lohn und bessere Arbeitszeiten. Den Vorschlag der Kanzlerin, Pflegekräfte aus anderen europäischen Ländern zu holen, lehne er ab. »Wir sollten erst einmal bei uns anfangen«, erklärte er vor einem Millionen-Publikum. Merkel stimmte zu, dass der Beruf attraktiver gemacht werden müsse. Dazu sei allerdings auch schon ein wesentlicher Beitrag geleistet worden: Die CDU habe die Ausbildungskosten, quasi das Schulgeld für die Pflegeberufe, abgeschafft. Der Zustand sei »absurd« gewesen, sagte die Kanzlerin. »Ab 2020 wird es eine Ausbildungsvergütung geben«, erläuterte sie. Der Paderborner kritisierte, dass viele Maßnahmen zu spät kämen: »Das hätte gestern statt in zwei Jahren passieren müssen.«

Cebi lud zum Schluss seines Statements die Kanzlerin zu einem Besuch in das Johannisstift ein. »Seien Sie mein Schatten«, forderte er Merkel auf. Die Kanzlerin sagte spontan zu, ließ aber offen, wann das sein wird.

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