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Drei Dealer (19/21/26) in Paderborn festgenommen – Tatverdächtige mit Wohnung im Riemekeviertel

Polizei gelingt erneut ein Schlag gegen den organisierten Drogenhandel

Paderborn

Die Paderborner Polizei hat am Donnerstag nach mehrwöchigen Ermittlungen drei mutmaßliche Drogendealer und einen Abnehmer festgenommen. Die aus Albanien stammenden Tatverdächtigen sollen dem Haftrichter vorgeführt werden, heißt es in einer Mitteilung von Freitagvormittag. Die „Kunden“ sollen telefonisch bestellt haben und dann auf offener Straße bedient worden sein – teils im 15-Minuten-Takt. Die verdeckte Aktion der Polizei dauerte mehrere Stunden.

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Zivilfahnder am Einsatzort Konrad-Martin-Platz/Ecke Balduinstraße. Dort nahmen sie in einer Wohnung zwei Tatverdächtige fest und beschlagnahmten Kokain. Foto: Polizei Paderborn

Die Männer agierten den Angaben zufolge ähnlich der Dealer-Bande, die im August an der Borchener Straße ausgehoben wurde. Fünf Verdächtige wurden seinerzeit festgenommen, Kokain und größere Geldsummen sichergestellt. Die Polizei sprach von einem empfindlichen Schlag gegen den Drogenhandel in der Innenstadt und in den stadtnahen Parks.

Im Riemekeviertel, wo die neue Bande eine Wohnung angemietet hatte, und an der Westernmauer sollen, so die Polizei, „Kunden“ teilweise im Viertelstunden-Takt bedient worden sein. Der mehrstündige Einsatz am Donnerstag von Paderborner Kriminalbeamten, Zivilfahndern und einem Diensthundeführer wurde von Einsatzkräften aus Soest, Dortmund und dem Kreis Lippe unterstützt.

Lob des Landrats

Anfang Oktober war im Paderborner Drogenkommissariat ein Hinweis über verdächtige Personen eingegangen, die an der Aldegrever Straße mit Drogen handeln sollen. Um diese Mutmaßungen abzuklären, setzte die Kreispolizeibehörde Zivilfahnder ein. So begannen verdeckte Ermittlungen, um der hinter dem Drogenhandel steckenden Bande das Handwerk zu legen – beweiskräftig für spätere Strafverfahren. Sie dauerten über Wochen an.

Landrat Christoph Rüther, Behördenleiter der Kreispolizeibehörde Paderborn, zollte den beteiligten Beamten noch am Abend seine Anerkennung: „Die wochenlange Arbeit hoch motivierter Ermittler und Fahnder hat zu diesem hervorragenden Erfolg geführt, der unseren Dank und Respekt verdient. Die erneuten Festnahmen sind ein wichtiges Zeichen und machen deutlich, dass wir in der Drogenproblematik ‚klare Kante‘ zeigen.“

„Gut organisiert und konspirativ“ – Zentrale am Konrad-Martin-Platz

Durch die verdeckten Ermittlungen war der Polizei klar, dass verschiedene Täter „gut organisiert und konspirativ“ ihre Drogengeschäfte vollzogen. Alle waren äußerst vorsichtig und hatten ihr Umfeld intensiv im Blick. Dementsprechend vorsichtig gingen die Zivilfahnder vor, um nicht erkannt zu werden. Die Polizisten entdeckten die „Zentrale“ der Tatverdächtigen in einem Wohnblock am Konrad-Martin-Platz.

Neben der Aldegrever Straße lagen die Drogenumschlagsplätze an der Fürstenbergstraße und an der Westernmauer. Die Kunden bestellten offensichtlich telefonisch und wurden dann von der Bande auf offener Straße „bedient“. Die Fahnder gehen davon aus, dass an manchen Tagen nahezu alle 15 Minuten ein Drogenhandel stattfand. „Mit den Ermittlungsergebnissen beantragte die Staatsanwaltschaft Durchsuchungsbeschlüsse und die Drogenfahnder planten einen Zugriff, bei dem möglichst alle drei aktiven Bandenmitglieder zeitgleich dingfest gemacht und Beweise gesichert werden konnten“, so die Polizei weiter.

Der Zugriff

Am Donnerstagvormittag trafen sich die Einsatzkräfte zu einer letzten Besprechung und begannen dann mit einer verdeckten Aktion, die mehrere Stunden dauerte. Gegen 16 Uhr wurde ein Tatverdächtiger (21) bei einem Drogenverkauf auf der Promenade zwischen Westernmauer und Friedrichstraße beobachtet. Das war der Zeitpunkt des Zugriffs. Die Einsatzkräfte nahmen den mutmaßlichen Dealer und seinen „Kunden“ (38) fest. Das gehandelte Kokain hatte der Abnehmer dabei - das mutmaßliche Drogengeld wurde beim Tatverdächtigen gefunden.

Im Anschluss drangen Einsatzkräfte in die Wohnung der Bande ein, wo zwei weitere mutmaßliche Bandenmitglieder (19/26) festgenommen. In Verstecken fanden die Beamten verkaufsfertig verpackte Kokain-Einheiten im Straßenverkaufswert von etwa 20.000 Euro und weiteres Material, das beim Drogenhandel genutzt wird.

Die drei Tatverdächtigen halten sich den Polizeiangaben zufolge illegal in Deutschland auf. Sie seien bislang nicht polizeilich aufgefallen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft sollen die Albaner am Freitag dem Haftrichter am Amtsgericht vorgeführt werden. Gegen den vorläufig festgenommenen „Kunden“ wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Er konnte das Gewahrsam inzwischen verlassen.

Weitere Polizeierfolge

Am 10. September hatte die Polizei den größten Kokain-Fund aller Zeiten im Hochstift in Borchen bekannt gegeben – zwölf Kilogramm, Marktwert: 1,2 Millionen Euro. Die Rauschgiftpakete waren in Holzstämmen versteckt. Und Ende September war in Hövelhof die größte Drogenplantage, die jemals im Kreis Paderborn entdeckt wurde, aufgehoben worden. Ein 42-jähriger Landwirt aus Albanien kam in Untersuchungshaft.

Großeinsatz auch am Mittwoch

Bereits am Mittwoch, 2. Dezember, hatte es auch in Paderborn einen großen Polizeieinsatz unter Federführung der Staatsanwaltschaft Landshut und des Bayerischen Landeskriminalamts gegeben. Falschgeldermittler durchsuchten insgesamt sechs Wohnungen in Paderborn, Büren und Lippstadt. Drei Männer (30/36/40) und zwei Frauen (26/44) wurden dabei festgenommen.

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