1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Polka und ganz viel Wodka

  8. >

Pawel Popolski amüsiert mit seiner Musikcomedy das Publikum in Paderborn

Polka und ganz viel Wodka

Paderborn (WB/dk). Gute Unterhaltung, den Polka-Schritt gelernt und Wodka »bis zur Schnapsatmung«: Die Besucher in der gut gefüllten Paderhalle konnten sich am Samstagabend bei der »Wohnzimmershow« von Pawel Popolski nicht beklagen.

Pawel und Dorota Popolski lassen Bogdan aus dem Publikum auf die Bühne und ans Schlagzeug. Und dort macht er einen so guten Job, dass alle begeistert sind. Foto: Dietmar Kemper

Das Konzept von Achim Hagemann alias Pawel Popolski ist schon zehn Jahr alt, geht aber immer noch auf. Demnach hat Opa Popolski im elften Stock einer Plattenbausiedlung in Zabrze einst sämtliche Klassiker des Pop und Rock komponiert, aber dann fiel er einem windigen Gebrauchtwagenhändler zum Opfer und die Kopien seiner Stücke wurden an Popstars verkauft. »Dieter Bohlen hat gestohlen alle Hits in Polen«, beschwert sich Pawel Popolski, der seinen Opa rehabilitieren und die Menschen aufklären will.

»Smoke on the Water« auf Kesselpauken

Am Schlagzeug, auf Kesselpauken und am Keyboard spielt er »in der Polka-City of Paderborn« die Polkaversionen von »Smoke on the Water«, »Let there be Rock«, »Another one bites the Dust«, »I will always love you« und die »Drei-Zloty-Oper«. Dabei wird deutlich, welch glänzender Musiker der ehemalige Bühnenpartner von Hape Kerkeling ist.

Dazu erzählt er witzig die Hintergründe von Musikstilen wie dem Rap, den Opa Popolski entdeckte, als er ein Rapsfeld sah. A, C und D seien die magischen Töne, erzählte er demnach auch der australischen Rockband, die sich dann prompt AC/DC genannt habe. Hagemanns Musikcomedy kommt nicht platt daher. Man erkennt die Stücke wieder, aber sie sind originell verfremdet.

Immer wieder wird »nachgelötet«

Das »Nachlöten« bildet den roten Faden der amüsanten zwei Stunden. Immer wieder greift Hagemann zur Wodkaflasche und weidet das Vorurteil von den saufenden Polen, die zudem die Artikel »der«, »die« und »das« konsequent falsch anwenden, genüsslich aus. Das Publikum bleibt nicht außen vor und bekommt kleine Plastikbecherchen angereicht, die sie dann hinter sich werfen sollen. So viel Müll liegt selten nach einer Show auf dem Boden der Paderhalle.

Im zweiten Teil stößt Doroto Popolski (Iva Buric Zalac) im knallroten Kleid zu Pawel. Sie singt über die Liebe, animiert das Publikum zum Aufstehen und übt mit ihm den Polkaschritt. Groß heraus kommt Bogdan, der Schlagzeuger eines Blasorchesters, der auf die Bühne gebeten wird und mit den Popolskis zusammen spielen darf. Das macht er so gut, dass das Publikum »außer der Rand und der Band« ist – ganz so wie der Titel der Show lautet.

Startseite