1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Pro Grün will Passivhaus als Standard

  8. >

Paderborner Umweltschutzverein kritisiert die Planung der Stadt für das Gelände der ehemaligen Alanbrooke-Kaserne

Pro Grün will Passivhaus als Standard

Paderborn (WB/mba). Der Paderborner Umweltschutzverein „Pro Grün“ kritisiert die Planung der Stadt für das Gelände der ehemaligen Alanbrooke-Kaserne. Wie berichtet, haben Verwaltung und Bau- und Planungsausschuss es abgelehnt, den Pro-Grün-Vorschlag nach einer Verpflichtung zum Bau nach dem sogenannten Passivhausstandard für das Areal an der Elsener Straße vorzuschreiben. Auch die Forderung, mit Hilfe des Bebauungsplans eine Regenwassernutzung für die Toilettenspülung vorzuschreiben, wurde abgelehnt.

Der Abbruch im Bereich an der Theodor-Heuss-Straße ist Anfang Okotber so gut wie abgeschlossen gewesen. Foto: Lampe/Archiv

„Wann, wenn nicht jetzt, wo für die 240 Wohneinheiten der städtischen Wohnungsgesellschaft bereits der Architektenwettbewerb gelaufen ist, muss ein solcher Beschluss gefasst werden?“, fragt Pro-Grün-Vorsitzender Dieter Dubisch in einer Pressemitteilung. Der Pro-Grün-Vorstand, der sich jetzt in einer Telefonkonferenz über den Beschluss zur ehemaligen Alanbrooke-Kaserne austauschte, finde es „sehr verwunderlich“, dass in diesem Punkt von der Opposition kein Widerspruch gekommen sei. Die Stadt als Eigentümerin des Grundstücks könne bei der Abfassung des Kaufvertrags jederzeit festlegen, dass im Passivhaus-Standard gebaut werden müsse, schreibt Pro Grün weiter. Für die Umsetzung dieser Forderung böten sich die Mietwohnungen der Wohnungsgesellschaft im sozialen Wohnungsbau geradezu an. Für fünf Euro pro Quadratmeter Brutto-Warmmiete baue und vermiete etwa die gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Neue Heimat Tirol in Österreich seit Jahren Sozialwohnungen in Passivhäusern, jetzt sogar im Passivhaus-Plus-Standard.

Fritz Buhr von Pro Grün ergänzt: „Dem Argument der Verwaltung, die Nutzung von Regenwasser, hier besser Dachablaufwasser, sei wirtschaftlich kaum zumutbar und es reiche zudem mengenmäßig nicht aus, ist entgegenzuhalten, dass es in vielen Städten in unserer Republik bereits so gemacht wird.“ Für die ­Toilette reiche das Regenwasser vom Dach, besser noch das Grauwasser von der Waschmaschine, sagt Buhr. „Wenn wir in Paderborn mit unseren bescheidenen Möglichkeiten auch wenig dazu beitragen können, den Klima­wandel zu verhindern, dann haben wir wenigstens die Möglichkeit, ihn hier vor Ort erträglicher zu gestalten. Wir müssen lernen, mit dem Klimawandel zu leben, da wir ihn aufgrund jahrzehnte­langer Versäumnisse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nur noch abschwächen, aber nicht mehr verhindern können.“

Pro Grün fordert nun, dass beide Themen auf die Tagesordnung des neuen Rates kommen sollen.

Startseite