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Nach dem Tornado: Umweltschutzverein macht Vorschläge für Paderquellgebiet und Geißelschen Garten

Pro Grün will wieder einen Parkwald in Paderborn

Paderborn

Der Umweltschutzverein Pro Grün hat seine Vorschläge zur künftigen Gestaltung des vom Tornado zerstörten Paderquellgebietes sowie des Geißelschen Gartens öffentlich gemacht. Der Verein fordert, dass der Garten an der Standbibliothek wieder als naturnahes Waldstück aufgebaut wird.

Auch im Bereich des Geißelschen Gartens hat der Tornado viele Bäume gefällt. Foto: Jörn Hannemann

Demnach seien die verbliebenen Baumstreifen entlang der Paderläufe im Geißelschen Garten ideal, um einen Neustart mit neuen Anpflanzungen zu wagen. Das Areal sei einerseits ein perfekter Schatten- und Sauerstofflieferant. Zum anderen sei es Lebensraum für Tiere und Pflanzen – quasi eine „Insel des Überlebens“. Zudem sei ein naturnaher extensiv gepflegter Parkwald im Geißelschen Garten ein „attraktiver Gegenpol zur benachbarten Grünanlage Paderquellgebiet“.

Matthias Reiche von Pro Grün schreibt: „Natürlich wäre hier viel Geduld und Verständnis seitens der Bürger gefragt. Es bietet sich aber auch die Chance, hier als Lern- und Erlebnisort ein kleines Stück Natur aus zweiter Hand im Herzen der Stadt heranwachsen zu sehen.“ Möglichen Überlegungen, das Areal zwischen Michaelskloster und Dielen in einen Barockgarten zu verwandeln, erteilt Pro Grün eine „klare Absage“. Auch die Versiegelung weiterer Flächen sowie das Anlegen neuer Wege wird abgelehnt – zum Wohle der Tiere und Pflanzen aber auch zum Wohle des Stadtklimas, betont Pro Grün.

Aufwertung des Paderquellgebiets gefordert

Zudem müsse das Paderquellgebiet aufgewertet und an die Folgen des Klimawandels angepasst werden, meint der Umweltschutzverein. Er will sich dafür einsetzen, dass hier wieder große Bäume, möglichst heimische, angepflanzt werden. Außerdem müssten auch wieder Büsche und Sträucher angepflanzt werden, die man vor einigen Jahren aus dem Park entfernt habe, behauptet Pro Grün. Damit würden nicht nur Lebens- und Aufenthaltsqualität für Bürger und Besucher, sondern auch der ökologische Wert des Parks deutlich erhöht. „Auch der massive Baukörper der neuen Michaels-Grundschule, der sich in störender Weise bis an die Grenze des Parks heranschiebt, sollte durch neue Großbaumanpflanzungen und intensive Unter- und Zwischenpflanzung optisch zum Verschwinden gebracht werden. Dazu sollte auch der Kinderspielplatz in einen zeitgemäßeren Zustand mit Geräten aus natürlichen Baustoffen und Beseitigung der versiegelten Flächen gebracht werden“, heißt es weiter.

Auch beschädigte Bäume sollen bleiben

Auch an den Wegen sollten intensiver als bisher Baumpflanzungen vorgenommen werden. Reiche: „Zunehmende Hitzewellen und Intensität der Sonneneinstrahlung erfordern ein Umdenken in der Grünflächengestaltung. Schattenbildung und Sauerstoffproduktion sind oberste Priorität für die Zukunftsfähigkeit des Paderquellgebiets.“ Geprüft werden müsse, ob die Gewässerbereiche künftig naturnaher gestaltet werden könnten. Zudem sollten alle verbliebenen Bäume erhalten werden – auch die, die beschädigt sind.

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