1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Paderborn
  6. >
  7. Initiative für Radfahrende in Paderborn äußert sich zu Kritik am IMOK

  8. >

Initiative für Radfahrende in Paderborn äußert sich zu Kritik am IMOK

„Radini“ sieht Ablenkungsmanöver

Paderborn

In die Diskussion um das Integrierte Mobilitätskonzept (IMOK) hat sich auch die Initiative für Radfahrende in Paderborn (Radini) eingeschaltet.

Das Integrierte Mobilitätskonzept (IMOK) in Paderborn erfährt derzeit viel Kritik. Foto: Jörn Hannemann

Kritik übt deren Sprecher Dieter Dubisch etwa an der Mittelstandsvereinigung der CDU (MIT), der Interessengemeinschaft (IG) Innenstadt und der FDP, die einen Neustart fordere. Aus Dubischs Sicht werde die aktuelle Auseinandersetzung durch Interessengruppen „befeuert“, die sich am IMOK-Prozess „nie beteiligt“ hätten.

Zudem sieht Dubisch „ein Ablenkungsmanöver“: So seien weder Citymanager Heiko Appelbaum noch „der viel gescholtene Erprobungsradweg“ schuld am Leerstand in der Paderborner Innenstadt. Dubisch: „Viele Geschäfte, die jetzt fehlen, haben schon viel früher aufgegeben.“ Zudem sei „der Niedergang der Innenstädte“ nicht nur ein Paderborner Problem. Dubisch schlägt hierzu einen „Blick über den Tellerrand auf andere Städte“, vor, die „längst viel weiter sind und dennoch florierende Innenstädte aufweisen“ würden.

Die Angriffe, so Dubisch weiter, würden den Verdacht deutlich werden lassen, „dass ihre Urheber sich aus Gewohnheit und völlig rückwärtsgewandt darauf verlassen haben, dass Politik und Verwaltung die Dinge – wie immer – wohl auch diesmal ohne ihr Zutun im Sinne der Interessenverbände regeln und weiter der autogerechten Stadt Vorschub leisten werden“. Dabei hätten sie übersehen, „dass die Zeiten sich gewandelt haben“.

Zudem müssten „auch mithilfe des ohnehin bereits kompromissbehafteten IMOK Maßnahmen“ her: „,Freie Fahrt für freie Bürger' muss auch für Fahrzeuge ohne Motor und mit weniger als vier Rädern gelten!“ Zudem könne niemand erwarten, „dass so eine Konzeptentwicklung konfliktfrei“ ablaufe. Dubisch: „Dafür ist Politik in einem demokratischen Staatswesen doch da, dass Konflikte nicht beiseite geschoben, sondern gestaltet und zu einem Ziel geführt werden!“ An einem „Scheideweg“ sieht Dubisch die Diskussion zudem: „Wir können einerseits weiter arbeiten mit dem IMOK, aber auch mit weiteren Mitteln und vor allem mit vereinten Kräften der gesamten Zivilgesellschaft.“ Darin schließt er Gruppen wie Greenpeace, Fridays for Future sowie den Verkehrsclub Deutschland und den ADFC ein, „um mit einer gescheiten Verkehrswende gegen die Klimakatastrophe anzugehen“.

Zugleich gebe es aus Sicht der Gruppe Radini in der Diskussion auch ein positives Beispiel. Dazu bezieht sich Dubisch auf eine Stellungnahme seiner Gruppe auf ein Positionspapier der Industrie- und Handelskammer: In der Folge hätten sich beide Seiten zusammengesetzt, „um auszuloten, an welchen Strippen sie gemeinsam ziehen können“. Ein „hoffnungsvolles Zeichen“ sei die Vereinbarung, weiter miteinander zu sprechen. Dubisch: „Solches haben MIT und IG Innenstadt offenbar gar nicht erst in Betracht gezogen, eben weil es ihnen nicht um die Sache geht, sondern um das Beschweigen eigenen Versagens.“

Startseite
ANZEIGE