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Umweltschutzverein Pro Grün trifft Vorbereitungen – mehr Schutz an Kreuzungen gefordert

Radverkehr in Paderborn: Bürgerbegehren geplant

Paderborn (WB/itz). Die Initiative für Radfahrende in Paderborn, eine Projektgruppe des Umweltschutzvereins Pro Grün, plant aktuell ein Bürgerbegehren zum Radverkehr in Paderborn. Das hat Dieter Dubisch als Vorsitzender des Vereins mitgeteilt.

Mehr Sicherheit und Komfort für Radfahrer fordert die Initiative für Radfahrende in Paderborn. Foto: dpa

Das Begehren werde von einer wachsenden Zahl von Organisationen wie dem ADFC, Attac, BUND, Greenpeace, Paderborn For Future, SPD, B90/Grüne, den Linken sowie der Partei Volt unterstützt, heißt es weiter. „Weitere Unterstützer sind willkommen“, betont Dubisch. Interessenten melden sich unter info@radentscheid-paderborn.de.

„Derartige Bürgerbegehren gibt und gab es bereits in fast 40 anderen Städten in ganz Deutschland. Erfolgreiche Fahrrad-Bürgerbegehren gab es beispielsweise in Aachen und Bielefeld. Aktuell werden in Detmold Unterschriften für das dortige Begehren gesammelt – nun soll auch Paderborn folgen“, betont Pro Grün.

Die genauen Ziele des Begehrens seien noch nicht endgültig festgelegt. Klar sei jedoch bereits jetzt: Es werden massive Verbesserungen für Radfahrer eingefordert, darunter die Anlage von mehreren Kilometern komfor­tabler Radwege an Hauptstraßen sowie Fahrradstraßen.

Dubisch: „Ein besonderes Anliegen sind auch deutliche Verbesserungen an großen Kreuzungen. Insbesondere durch abbiegende Lastwagen kommt es an solchen Stellen immer wieder zu gefähr­lichen Situationen. Als Modell soll dabei die berühmte holländische Schutzkreuzung dienen, bei der geradeausfahrende Radfahrer durch Schutzinseln geschützt werden.“

Initiative für Radfahrende kritisiert die Stadtverwaltung

Die Initiative für Radfahrende wirft der Stadt Paderborn vor, bei der bisherigen Radverkehrs­planung unter den Möglichkeiten geblieben zu sein. So sei zum Beispiel eine Verbesserung im ADFC-Fahrradklima-Test nicht ersichtlich. „Auch fehlt der Mut für innovative Erprobungsmaßnahmen wie zum Beispiel Pop-up-Rad­wege. Wir hatten im Juni einen Bürgerantrag zur Einrichtung von solchen Pop-up-Radwegen gestellt. Dieser Antrag wurde aber von der Stadtverwaltung sowie einer CDU-geführten Ratsmehrheit abgeschmettert. Nicht einmal ein bloßer Prüfauftrag sollte erteilt werden“, bedauert der Vorsitzende von Pro Grün. Diese Kritik hat Dieter Dubisch bereits im Rahmen des „Parking Day” auf dem Paderborner Abdinghof geäußert.

Die Stadtverwaltung habe in ihrer Ablehnung des Pop-up-Radwegs von einem fehlenden demokratischen Prozess bei der Einrichtung solcher Wege gesprochen. Diese Empfehlung nehme die Radinitiative gerne auf, heißt es nun: Die Einrichtung eines Pop-up-Radwegs für mindestens sechs Monate soll nun eine der Forderungen des Bürgerbegehrens sein.

„Die Radinitiative ist der Meinung: Mehr Demokratie als ein Bürgerbegehren geht nicht“, teilt Dubisch mit. Bis die Unterschriftensammlung beginnen könne, müsse aber eine Kostenschätzung der Stadt Paderborn abgewartet werden. Die Initiative sei zu­versichtlich, dass noch in diesem Jahr mit der Sammlung begonnen werden könne.

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