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SE Padersoft hat den Stammsitz erneut erweitert – Umsatz steigt kontinuierlich

Reicht der Ausbau bis zum Lebensende?

Paderborn (WB). „Damit kommen wir bis zum Lebensende hin“, dachte Arnold Katerle-Böhm schon zweimal und irrte sich jeweils. Das 1997 errichtete Firmengebäude der SE Padersoft GmbH am Vattmannweg mit 1000 Qua­dratmetern war schon bald zu klein. 2014 wurde angebaut, aber auch die zusätzlichen 500 Qua­dratmeter reichten nicht lange aus. Also seien weitere 600 Qua­dratmeter für 20 Büros geschaffen geworden, erzählt Geschäftsführer Arnold Katerle-Böhm, der die Frage, ob das jetzt bis zum Lebensende reiche, lieber nicht beantworten möchte.

Dietmar Kemper

Arnold Katerle-Böhm musste abermals anbauen, mit einer Million Euro sind weitere Büroräume geschaffen worden. Foto: Oliver Schwabe

Auf eine Einweihungsfeier des neuen Anbaus verzichteten er und seine Mitarbeiter wegen des Coronavirus jetzt. Aber die Erweiterung der nutzbaren Fläche auf gut 2000 Quadratmeter machte es möglich, Dreierbüros aufzulösen und so den Mindestabstand leichter einzuhalten. Und das ist viel wichtiger als Sekt und Häppchen. Die sukzessive Erweiterung des Gebäudekomplexes passt zum schrittweisen Anstieg des Umsatzes. „Wir machen ganz kontinuierlich ein bisschen mehr und sind froh, wenn wir fünf bis zehn Neukunden jedes Jahr dazubekommen“, sagt Katerle-Böhm und verweist auf einen Umsatz von 10,2 Millionen Euro im Jahr 2019. Einbrüche im laufenden Jahr wegen der Corona-Pandemie erwartet er nicht.

SE Padersoft liefert dem Handel die Software, mit der er sein Warenwirtschaftssystem steuern kann. Die Software „Unitrade“ mit einem Kern- und weiteren Zusatzmodulen deckt Einkauf, Bestellung, Lagerung, Verkauf, Bestandsoptimierung, Kundenbindung, Auswertungen und Analysen, Dokumentenmanagement, Lagerverwaltung und Tourenplanung ab. Hinzu kommt ein Online-Shop, den Baustoffhändler und Handwerker nutzen können. „Früher hatten die Kunden sieben, acht verschiedene Softwarekomponenten mit unterschiedlichen Bedienoberflächen – mein Traum war es schon immer, alles aus einer Hand anzubieten“, erzählt Arnold Katerle-Böhm.

1986 hatte er mit seinem Partner Andreas Saake die Firma gegründet. „Das war am 18. Januar“, erinnert sich der heute 71-Jährige noch ganz genau: „Morgens wurde mein Sohn geboren, mittags die Firma ins Handelsregister eingetragen.“ Arnold Katerle-Böhm stammt aus Österreich, zog als zwölfjähriger Junge mit seiner Familie nach Karlsruhe und landete schließlich bei Nixdorf in Paderborn, wo er den strengen Patriarchen noch selbst kennenlernte. Als 1981 IBM den ersten PC für damals 22.000 Mark anbot, ging er, machte sich selbstständig und verkaufte selbst den ersten PC an die Firma Nixdorf.

Heute bildet Arnold Katerle-Böhm mit Andreas Saake und dessen Frau Sandra die Padersoft-Geschäftsführung. 80 Mitarbeiter sind inzwischen bei dem Unternehmen beschäftigt, in Paderborn sind der Hauptsitz und das Rechenzentrum angesiedelt, in München eine Geschäftsstelle. Zu den Kunden zählen die Baumarktketten Bauhaus und Globus sowie der Marktführer unter den deutschen Papier- und Schreibwarenläden Mc Paper. Die Kunden sind offenbar zufrieden, Bauhaus zum Beispiel hält den Paderbornern seit 30 Jahren die Treue. Aber auch Kunden aus dem Mittelstand sind vertreten, Firmen „mit fünf bis 3000 Mitarbeitern“, wie Arnold Katerle-Böhm selbst die Bandbreite beschreibt. Die Kunden erwerben bei SE Padersoft die Software samt einem Wartungsvertrag.

Das ist mit Schulungen verbunden, die nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie vermehrt virtuell ablaufen. Für alle Bereiche sei das Internet aber kein tauglicher Ersatz für einen persönlichen Besuch, findet Arnold Katerle-Böhm: „Videokonferenzen sind für Schulungen gut, aber nicht für Neuabschlüsse.“ Die würden bei einem Bier von Angesicht zu Angesicht besiegelt, weiß der Geschäftsführer. Dass ihm Corona die Bilanz verhagelt, glaubt er nicht. Zum einen hätten sich Baumärkte als Krisengewinner herausgestellt, und die Wartungsgebühren für die Software würden auch ohne das Virus fällig. Allerdings glaubt Arnold Katerle-Böhm, dass einige potenzielle Neukunden erst noch die weitere Entwicklung der Pandemie abwarten, ehe sie einen Vertrag unterschreiben.

Eine Million Euro ließ sich das Unternehmen die Erweiterung des Stammsitzes kosten. Auf dem Dach wurde eine Solarstromanlage installiert. Weil es in Paderborn gut ausgebildete Software-Spezialisten gebe, will die Firma weiter auf die Domstadt setzen. Für die Zukunft hat man vorgesorgt und zuletzt direkt nebenan ein Grundstück mit Lagerhalle ersteigert.

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