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Paderborner St.-Vincenz-Geburtshilfe ist Spitzenreiter in Nordrhein-Westfalen

Rekord: 3360 Geburten im Jahr 2020

Paderborn/Salzkotten

Zum Start in das neue Jahr freut sich die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH mit ihren Standorten an der Frauen- und Kinderklinik St. Louise Paderborn und am St.-Josefs-Krankenhaus Salzkotten über eine besondere Nachricht: Mit 3360 Geburten im vergangenen Jahr ist sie nach eigenen Angaben die größte Geburtshilfe­abteilung in Nordrhein-Westfalen.

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Das gesamte Gesamte-Geburtshilfeteam ist stolz (von links): Elisabeth Hennig-Thöne (Teamleiterin Gynäkologie, St. Louise), Irene Meißner (Teamleitung Kreißsaal, St. Louise), Christine Schmücker (Leitende Oberärztin der Geburtshilfe), Prof. Dr. Michael Patrick Lux (Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe), Karina Brüggemeier (Kreisssaalsprecherin, St. Josefs) und Sandra Debruyne (Teamleiterin Gynäkologie/Geburtshilfe, St. Josefs). Foto: St.-Vincenz-Krankenhaus/Böddeker

Das Geburten-Plus von elf Prozent bestätige, dass werdende Eltern viel Vertrauen in die professionelle und einfühlsame Arbeit des Teams legten. „Schon das dritte Jahr in Folge kamen mehr als 3000 Kinder in unserer Klinik zur Welt. Wir belegen damit Platz elf in der deutschen Geburtenliste. Vor uns liegen lediglich Kliniken in Metropolen wie München, Berlin, Frankfurt oder Hamburg. Darauf können wir mehr als stolz sein. Innerhalb eines Jahres 300 Geburten mehr zu begleiten als in den Vorjahren, ist nur durch ein ausgezeichnetes Teamwork möglich“, wird Prof. Dr. Michael Patrick Lux, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, in einer Mitteilung der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH zitiert. Der August 2020 ist den Angaben zufolge der geburtenstärkste Monat gewesen: 255 Kinder erblickten in der St. Louise das Licht der Welt, 99 im St.-Josefs-Krankenhaus.

Fast jede vierte Geburt findet in Paderborn und Salzkotten per Kaiserschnitt statt. Foto:

Mit diesen Zahlen liege die Geburtshilfe weit vor dem Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld, dem Klinikum Lippe in Detmold oder dem Klinikum in Herford – den nächst größeren Abteilungen in OWL – sowie dem Ev. Krankenhaus in Lippstadt. Die werdenden Eltern nähmen teilweise lange Anfahrtswege in Kauf . Sie kämen beispielsweise aus dem Hochsauerland­kreis und Nordhessen für die Geburt ihres Kindes in den Kreis Paderborn.

„Einer der Gründe ist sicherlich, dass wir sehr viel Wert auf eine natürliche Geburt legen – auch bei schwierigeren Rahmenbedingungen“, sagt Christine Schmücker, leitende Oberärztin der Geburtshilfe. So sei in Paderborn weder eine Beckenendlage noch eine Mehrlingsgeburt von vorneherein ein Grund für einen Kaiserschnitt – nicht einmal eine Drillingsschwangerschaft. „In anderen Kliniken gibt es in solchen Fällen sofort einen Kaiserschnitt“, erklärt Schmücker.

Dem Team liege es sehr am Herzen, allen Frauen eine natürliche und selbstbestimmte Geburt zu ermöglichen. Den Angaben zufolge betrage die Kaiserschnittrate nur 24 Prozent. „Insgesamt hatten wir 80 Kinder, die trotz Beckenendlage − auch Steißlage genannt – auf natürlichem Wege zur Welt kamen. Außerdem gab es 108 Zwillingsgeburten bei uns, von denen die Hälfte der Mütter ihre Zwillinge ohne Kaiserschnitt auf die Welt brachte. Selbst eine Mutter von Drillingen entband ihre Töchter ohne Kaiserschnitt. Das ist deutschlandweit eine absolute Seltenheit. Und egal ob natürliche Geburt oder Kaiserschnitt: Wir legen großen Wert auf eine sanfte Geburt und eine individuelle Betreuung“, sagt Schmücker.

Das Team am Standort im St.-Josefs-Krankenhaus Salzkotten erreichte ebenfalls einen Rekord: 255 Kinder − 27 Prozent der Neugeborenen − kamen dort in der Geburtswanne zur Welt. Damit nehme die Klinik eine bundesweite Vorreiterrolle ein, denn durchschnittlich würden lediglich zwei Prozent der Babys im Wasser geboren. Auch den guten Hebammenschlüssel im Kreißsaal, die familiäre Atmosphäre und die intensiven Hilfestellungen auf der Wochenbettstation wüssten die werdenden Eltern zu schätzen, wie Zufriedenheitsbefragungen regelmäßig belegten.

Das St. Vincenz-Krankenhaus ist Spitzenreiter in NRW. Foto:

Hinter dem Team liege aber nicht nur ein geburtenreiches Jahr, sondern auch ein sehr herausforderndes. Die veränderten Rahmenbedingungen durch das Coronavirus machen auch vor der Geburtshilfe nicht halt: „Strenge Hygienevorschriften, Besucherstopps und verständlicherweise verunsicherte Eltern erforderten ein immenses Engagement und Einfühlungsvermögen des Teams. Wir sind sehr froh und dankbar, dass wir trotz dieser außergewöhnlichen Umstände so viel Lob und positives Feedback von den Eltern bekommen haben“, sagt Prof. Lux. Nun sei man gespannt, wie sich die Geburtenzahl Anfang 2021 durch die erwarteten „Corona-Babys“ entwickeln würde, sagt Schmücker.

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