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Paderborner Rechtsanwalt wirbt für Kompromisslösung

»Rosentor muss offen bleiben«

Paderborn (WB). Nach wie vor ist laut Stadtverwaltung wohl nicht klar, ob das Rosentor im November tatsächlich Thema eines Experten-Workshops wird. Der Paderborner Rechtsanwalt Michael Ostermann, der den Bahnübergang mehrmals täglich quert, erwartet sich davon allerdings ohnehin keine bahnbrechende neue Lösung. Er meint, es sei genug geredet und Zeit zu handeln.

Maike Stahl

Der ohnehin oft zugeparkte Bürgersteig soll zur Rampe werden, die um 180 Grad verschwenkt wird und auf Höhe der hinteren Treppe in die Unterführung ausläuft (grüne Markierung), schlägt Michael Ostermann vor. Außerdem soll die Schranke offen bleiben. Foto: Stahl

Das Rosentor ist ein Dauerbrenner-Thema der Paderborner Politik . Zuletzt hat sich der Bauausschuss am 24. September mit der Thematik beschäftigt, als die FDP mit einem Antrag den Lösungsvorschlag Ostermanns aufgegriffen hat. Bereits im April hatten sich die Grünen mit einem Alternativvorschlag zu Wort gemeldet. Und im April 2017 hatte sich die Politik eigentlich auf ein Vorgehen geeinigt, nachdem in einer Machbarkeitsstudie mehrere Varianten diskutiert worden waren .

Anvisierte Lösung setzt Schließung des Bahnübergangs voraus

Die so genannte Alternative 4.1, die eine Schließung des Bahnübergangs und den Neubau einer Unterführung für Fußgänger und Radfahrer beinhaltet, scheint aber kaum jemand wirklich zufrieden zu stellen. Denn aufgrund der topografischen und baulichen Bedingungen müsste auf der Seite in Richtung Südstadt eine lange Rampe entlang der Leostraße gebaut werden über die die neue Unterführung zu erreichen wäre.

»Dann entsteht ein circa 80 Meter langer, S-förmig verlaufender Tunnel, der in der Leostraße hinter dem Capitol beginnt und auf dem Liboriberg in der Nähe der Toilettenanlage endet«, fürchtet Ostermann, dass so ein Angstraum geschaffen werden könnte. Ostermann kann sich nicht vorstellen, dass die komplette Schließung des Bahnübergangs, die laut Stadtverwaltung allerdings Vor­aussetzung für eine finanzielle Beteiligung der Bahn an der Maßnahme ist, auch nur von einem Bewohner der Südstadt gutgeheißen werde. »Schließlich ist die Schranke die Hälfte der Zeit geöffnet und dann kann der Bahnübergang völlig problemlos überquert werden«, warnt Ostermann vor einer Verschlimmerung und wirbt für seine Kompromisslösung.

»Vielen Menschen mit Rollator und Kinderwagen wäre geholfen«

Die sieht eine Rampe von der Kilianstraße parallel zu Leostraße in Richtung Unterführung vor, die dann um 180 Grad dreht und die derzeitige zweite Treppe ersetzt. Im Ausschuss war diese Lösung im September mit dem Hinweis darauf verworfen worden, dass das Gefälle mit etwa zehn Prozent zu stark und die Rampe damit nicht barrierefrei sei. »Viele Menschen mit Rollator oder Kinderwagen könnten diese Rampe aber trotzdem nutzen, und den anderen bliebe der Übergang«, sagt Ostermann. Auch das Argument der dann ausbleibenden Beteiligung der Bahn will er nicht gelten lassen. Seine Lösung würde mit geschätzten 400.000 Euro weniger kosten, als die mit 4,17 Millionen Euro veranschlagte Variante 4.1, bei der die Stadt trotz Beteiligung der Bahn und Zuschüssen noch 556.000 Euro tragen müsste.

Im Bauausschuss einigte sich die Mehrheit Ende September darauf den Workshop abzuwarten und das Thema dann erneut auf die Tagesordnung zu setzen.

Kommentar

Das Rosentor ist ein Ärgernis – nicht zuletzt, weil es keine einfache, alle zufriedenstellende Lösung gibt. Damit ist auch klar: Egal, wie das Problem in Angriff genommen wird, wird es auch Kritik geben. Das macht die Aufgabe nicht attraktiver.

Dennoch muss gehandelt werden, wenn es darum geht, Paderborn mobilitätstechnisch fit für die Zukunft zu machen. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass der Radverkehr zunehmen wird und entsprechend attraktiv gestaltet werden sollte. Damit ist die Frage, ob eine komplette Schließung des Bahnübergangs überhaupt in Frage kommt, wenn es als Alternative nur verschwenkte Rampen geben kann, doch beantwortet: Kommt sie nicht. Eine Beteiligung der Bahn wäre damit laut Stadt vermutlich ohnehin vom Tisch. Warum also bis 2022 warten, was die Bahn als frühest möglichen Termin genannt hat? Es spricht nichts dagegen, den Workshop der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte im November anzuhören. Vielleicht gibt es dort tatsächlich noch einen neuen Impuls. Aber dann sollte es weitergehen. Maike Stahl

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