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Ambulante Pflege, Hausnotruf und Fahrdienste: Service wird ausgebaut

Rotes Kreuz expandiert

Paderborn (WB). Der DRK-Kreisverband Paderborn setzt auf Expansion in allen Bereichen. 12,5 Millionen Euro werden an verschiedenen Standorten für Kindergärten und Altenwohnprojekte investiert. Auch die Bereiche ambulante Pflege, Fahrdienste und Hausnotruf werden ausgebaut.

Ingo Schmitz

Das DRK vergrößert die Angebotspalette: Bernd Horenkamp und Heinz Köhler zeigen die neue Fassadengestaltung der DRK-Zentrale an der Neuhäuser Straße. Außerdem werden neue Kindergärten gebaut. Foto:

Wenn Bernd Horenkamp von den Projekten berichtet, dann ist sein unternehmerischer Spürsinn stets präsent. »Wir müssen das DRK mehr sichtbar machen – abseits von Blutspende, Blaulicht, Erste-Hilfe-Kursen und Einsätzen in Krisengebieten«, verdeutlicht der Kreisgeschäftsführer seinen Antrieb für die Expansionspläne. Dabei stehe für ihn allerdings nicht der Profit, sondern der Ausbau der Sozialen Dienste im Vordergrund.

Kleiderstube

Dazu gehören die Kleiderstube in der Neuhäuser Straße und auch das noch junge Sozialkaufhaus »Lieblingsstücke« in der Friedrich-List-Straße 23. Seit gut einem halben Jahr kann man dort Textilien aber auch Haushaltswaren, Bücher und Spielzeug erhalten. Die Resonanz sei riesig – auch in der Kleiderstube, deren Öffnungszeiten ausgeweitet wurden. Im Herbst plant das DRK eine Themenwoche rund um Textilien. Dabei sollen Jugendliche mit den Themen »bewusstes Einkaufen« und »Upcycling« vertraut gemacht werden.

Hausnotruf

»Ich hab ihn, aber hoffentlich werde ich ihn nie brauchen«, meint DRK-Kunde Dieter Silbermann aus Bad Lippspringe. Die Rede ist vom Hausnotruf-Knopf am Handgelenk. So wie viele andere auch lebt der fast 80-jährige Witwer allein. Im Notfall braucht er nur eine Taste zu drücken und schon wird er mit der DRK-Hotline verbunden, die die nötige Hilfe in Gang setzt. »Wir kooperieren mit verschiedenen Pflegediensten«, erläutert Birgit Arens, die bereits 250 Menschen mit dem DRK-Service verbunden hat. In der Regel übernehmen die Krankenkassen die vollen Kosten.

Ambulante Pflege

Riesig sei auch die Nachfrage bei der im Aufbau befindlichen Ambulanten Pflege, sagt Pflegedienstleiterin Melanie Wittig. »Wir können uns vor Anfragen nicht retten«, erklärt sie. Die derzeit sieben Mitarbeiter kümmern sich um 30 Patienten. Vier zusätzliche Pflegekräfte werden akut gesucht, erläutert Bernd Horenkamp.

Fahrdienst

Wer eine Reha am Zentrum für ambulante Reha am Brüderkrankenhaus absolviert, kommt womöglich in den Genuss des DRK-Fahrdienstes in Paderborn, der sich jüngst vom DRK Bielefeld abgetrennt hat. 2500 Patienten werden pro Jahr gefahren. Das Einzugsgebiet reicht von Bad Wünnenberg bis Rietberg. Vier Fahrzeuge werden von drei hauptamtlichen und fünf studentischen Fahrern bewegt. »Wir haben noch freie Kapazitäten in der Mittagszeit, zum Beispiel für Einkaufsfahrten«, erläutert Dieter Bliege einen weiteren DRK-Service, der die Auslastung der Fahrzeuge verbessern soll.

Bauprojekte

Wohl noch nie zuvor in der Geschichte des DRK-Kreisverbandes ist so viel Geld in Steine investiert worden, wie aktuell. Allein der Neubau des DRK-Domizils in Hövelhof für Senioren, Jugendliche und Migranten beläuft sich auf 3,6 Millionen Euro. Die Kindergärten Büren und Bad Lippspringe werden jeweils mehr als zwei Millionen Euro kosten. In Altenbeken hält der DRK-Geschäftsführer den Ausbau einer Tagespflege mit ambulantem Pflegedienst für sinnvoll. Bernd Horenkamps Devise: »Neu, modern, schick und attraktiv.« Das Ziel: Noch viel stärker als bisher sollen alle DRK-Angebote miteinander vernetzt werden.

Kommentar

Der DRK-Kreisverband Paderborn ist mehr als Blutspenden und Blaulicht. Bernd Horenkamp, seit zwei Jahren Kreisgeschäftsführer, arbeitet sehr ehrgeizig daran, die weiteren – zum Teil auch neuen – Themenfelder zu erschließen und auszubauen. Dabei steht das DRK im Wettbewerb mit erfahrenen Anbietern. Die Angebote des DRK insbesondere in der Pflege, in der ambulanten Hilfe, im Fahrdienst und in der Kinderbetreuung sollten allerdings nicht als Konkurrenz, sondern als eine Ergänzung zu vorhandenen Angeboten gesehen werden. Wenn das DRK innerhalb kürzester Zeit mit so vielen Anfragen zur Betreuung von Pflegebedürftigen überrannt wird, dann wird deutlich, dass die Versorgungslücke in der mobilen Versorgung noch längst nicht geschlossen ist. Ingo Schmitz

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