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Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert Mini-Jobs

Rückgang um sieben Prozent im Kreis Paderborn

Paderborn

Im Zuge der Coronakrise ist die Zahl der Minijobs im Kreis Paderborn um sieben Prozent gesunken. Mitte vergangenen Jahres gab es 33.000 geringfügig entlohnte Arbeitsverhältnisse – ein Jahr zuvor waren es noch 35.700.

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Gaststätte geschlossen: Die Corona-Pandemie hat zu einer historischen Krise im Gastgewerbe geführt – und kostet viele Aushilfskräfte den Job. Foto: NGG

Besonders stark war der Rückgang im Gastgewerbe. In der Branche gingen binnen eines Jahres 1.288 Minijobs verloren – ein Minus von 24 Prozent. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

„450-Euro-Kräfte zählen zu den Hauptverlierern der Wirtschaftskrise. Sie haben bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, werden häufiger gekündigt und sind sozial kaum abgesichert“, sagt Armin Wiese, Geschäftsführer der NGG-Region Detmold-Paderborn. Die Statistik spiegele eine „enorme Unwucht“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt wider. Während dank staatlicher Hilfen wie der Kurzarbeit die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in der Region nahezu konstant geblieben sei, treffe die Pandemie prekär Beschäftigte besonders hart.

Nach dem Prinzip „Hire and Fire“ (Heuern und Feuern) lebten sie in ständiger Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. „Betroffen sind gerade Frauen, die eine 450-Euro-Stelle als Kellnerin oder Küchenhilfe oft als einzige Einnahmequelle haben. Auch für viele Studenten, die sich nebenher etwas hinzuverdienen, sind die Folgen des Jobverlustes dramatisch“, betont Wiese.

Der Gewerkschafter kritisiert die Entlassungen, hat aber angesichts der historischen Krise Verständnis für die Lage der Hotels und Restaurants. „Das Problem ist vielmehr, dass die Politik durch abgabenfreie Minijobs schon seit Jahren falsche Anreize setzt. Es ist höchste Zeit, diese Stellen sozialversicherungspflichtig zu machen.“ Nur wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, könnten Beschäftigte wirksam geschützt werden.

Zum Vergleich: Laut Arbeitsagentur nahm die Zahl sozialversicherungspflichtiger Stellen im Kreis Paderborn zwischen Juni 2019 und Juni 2020 um lediglich 0,5 Prozent ab.

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