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OWL-Handelsverband: Beverungen soll Klingenthal folgen

Rückzug nach 13 Jahren

Bielefeld/Paderborn (WB/in). Nach 13 Jahren an der Spitze des OWL-Handelsverbandes gibt Ferdinand Klingenthal (66) das Amt des Bezirksvorsitzenden ab. Zum Nachfolger soll auf der Mitgliederversammlung am Donnerstag ebenfalls ein Paderborner gewählt werden: Prof. Johannes Beverungen (53) ist Mitinhaber des dortigen Elektro-Fachgeschäfts Expert Beverungen. Zudem lehrt der Experte für Handelsmanagement an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.

Ferdinand Klingenthal. Foto: Jörn Hannemann

Klingenthal, dessen Familienunternehmen mehr als 600 Mitarbeiter beschäftigt und vier Modehäuser in Paderborn, Gütersloh, Herford und Salzkotten betreibt, trat schon 1985 in den Ortsvorstand ein. Auf Bezirksebene wurde er 1993 in die Leitung und 2005 in das Amt des Vorsitzenden gewählt. Den Ortsverein des Handelsverbandes in Paderborn will er auch weiter führen. Ebenso bleibt Klingenthal Geschäftsführer im eigenen Unternehmen.

In die Zeit an der Spitze des OWL-Handelsverbandes vor allem die Entwicklung des

»Distanzhandels«, wie Klingenthal den Internetverkauf im Unterschied zu den stationären Geschäften nennt. Da die Menschen nicht mehr kauften, leide die Innenstadt. Um sie lebendig zu erhalten, setzte sich Klingenthal in OWL kontinuierlich für eine Allianz von Politik, Wirtschaft und Kultur ein. Dabei erreichte der Handel, dass die Ansiedlung immer neuer Einkaufszentren am Stadtrand und auf der grünen Wiese in OWL gestoppt wurde. Die »lebendige City« erfordere aber mehr und bleibe auch unter seinem Nachfolger eine vordringliche Aufgabe des Verbands. Dieser wertet die Erreichbarkeit der Innenstadt als Grundvoraussetzung: »Dieselfahrverbote, Baustellen und Rückbau von Hauptverkehrsstraßen gefährden die Erreichbarkeit und somit den innerstädtischen Einzelhandel.

Klingenthal, der bis vor zwei Jahren auch in der Erzdiözese Paderborn an der Spitze des Bundes katholischer Unternehmer stand, vermisst auf bundespolitischer Seite den Willen, zu gestalten. Das sei angesichts der Herausforderungen ein »echtes Problem«.

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