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Lösung gefunden – Bauzeit verkürzt sich um ein Jahr

Sanierung der Paderborner Stephanus-Grundschule in einem Rutsch

Paderborn

Durchbruch bei der Stephanus-Grundschule: Sanierung wird in einem Zug erfolgen. „Das ermöglicht es uns, die Bauzeit um zwölf Monate zu verkürzen“, erläuterte Sören Lühr von der städtischen Gebäudetochter GMP am Donnerstag in der Sitzung des Schulausschusses.

Von Dietmar Kemper

Die Stephanus-Grundschule an der Arndtstraße muss saniert werden. Unter anderem wird eine Mensa gebaut. Um Kinder und Lehrer von den Unannehmlichkeiten der Baustelle zu verschonen, sollen sie bei der Interimslösung umziehen. Foto: Oliver Schwabe

Sein Vorschlag, „die Sanierung in einem Rutsch zu erledigen“, begeisterte die Fraktionen und wurde einstimmig begrüßt. Jetzt muss allerdings noch der Betriebsausschuss zustimmen.

Das von Lühr erläuterte Konzept könnte auch dafür sorgen, dass die Baukosten um bis zu eine Million Euro niedriger ausfallen. Der Grund ist der geringere Risikoaufschlag bei den Baukosten. Die sind nach Lührs Angaben zuletzt um fünf Prozent pro Jahr gestiegen.

Was passiert während der Baumaßnahme mit den Schülern und der OGS-Betreuung? Die komplette Schule wird umziehen, Schüler und Lehrer werden in der ehemaligen englischen Bishops Park School und dem YMCA-Gebäude (Arndtstraße 1, für OGS und Lehrerzimmer gedacht) unterkommen, die für die Interimslösung hergerichtet werden. Die vier Container an der Sporthalle werden weiter als Klassenräume genutzt. Von der Grundschule Stephanus zur Bishops Park Primary School sind es 300 Meter, zu Fuß vier Minuten.

Christian Rörig begrüßte für die CDU die Interimslösung mit den Worten: „Der komplette Umzug ist organisatorisch und lernpädagogisch gut.“ Im Namen der FDP sagte Wilfried Fuchs: „Wir sind froh, dass wir Geld und Zeit sparen.“ Die Gewinner seien die Kinder, die sonst dem Baulärm ausgesetzt wären.

Apropos Geld: Das ist weiter der sensible Punkt. Angesichts der Kosten von etwa 26 Millionen Euro beklagte Rainer Lummer (Fraktion Für Paderborn): „Schulneubauten bringen den Haushalt an den Rand des Machbaren.“ Er forderte eine bessere finanzielle Förderung durch das Land. Auch Catharina Scherhans von den Grünen ist, was die finanzielle Seite angeht („Natürlich sind die Kosten exorbitant“), unwohl, aber sie betonte gleichzeitig: „Entscheidend ist, was die Schule braucht.“

Auf die Frage, ob die Bishops Park Primary School mehr als nur eine Übergangslösung sein könnte, antwortete Schuldezernent Wolfgang Walter: „Die Bausubstanz ist nicht so, als dass man sie noch 30 Jahre nutzen könnte.“

Auch Container seien als Dauerlösung nicht akzeptabel, wies Lummer an anderer Stelle der Sitzung darauf hin, dass aktuell „fast 30 Lerngruppen“ in Containern untergebracht seien, teilweise seit 2014. „Mit Containern können wir flexibel auf kurzfristige Bedarfe reagieren“, verteidigte Walter ihre Nutzung. Beschwerden seien ihm nicht bekannt. Nach einer Übersicht der Stadt sind Containeranlagen an neun Schulen aufgestellt.

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