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Unternehmer erntet Kritik: »Ein Weltbild, das an die Kolonialzeit erinnert«

»Schlicht töricht«: Clemens Tönnies entschuldigt sich für Äußerung über Afrikaner

Paderborn/Rheda Wiedenbrück (WB/itz/in/dpa). Der Rheda-Wiedenbrücker Unternehmer und Präsident des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, Clemens Tönnies (63), hat sich für eine von vielen als rassistisch empfundene Äußerung auf dem Handwerkertag des Paderborner Libori-Festes entschuldigt.

Clemens Tönnies beim Tag des Handwerks. Foto: Jörn Hannemann

Er bezeichnete seine Aussagen als »schlicht töricht« kündigte an, »das wieder gutzumachen«. Gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Samstagsausgabe) sagte Tönnies: »Ich bin über mich selbst bestürzt, dass mir so etwas passieren konnte. Da hilft kein drum herum reden, da hilft auch keine Verschlimmbesserung, es war schlicht töricht.«

Ihm sei es darum gegangen, »dass wir Europäer uns viel mehr in und für Afrika engagieren müssen, um Afrika richtig nach vorn zu bringen«. Tönnies weiter: »Mein Grundgedanke war, dass wir in Afrika in großem Umfang investieren müssen und damit viel mehr zur Lösung der Klimaprobleme beitragen können als durch Klein-Klein-Maßnahmen in Deutschland. Das habe ich durch meine unbedachten Äußerungen, die ich zutiefst bedaure, leider völlig konterkariert.«

Wörtlich hatte Tönnies als Hauptredner der Veranstaltung zum Thema Klimawandel erklärt: »Wir investieren zwischen 20 und 27 Milliarden Euro, um 0,0016 Prozent Kohlendioxid  bezogen auf den Globus zu verändern. Warum geben wir das Geld nicht unserem Gerd Müller, unserem Entwicklungsminister, und der spendiert jedes Jahr 20 große Kraftwerke nach Afrika? Dann hören die auf, die Bäume zu fällen, hören auf, wenn es dunkel ist – die sind ja dann elektrifiziert – Kinder zu produzieren. Ich bin in Sambia gewesen, da gibt es 14,6 Kinder pro Pärchen. Was machen die, wenn es dunkel ist?«

Zunächst Schweigen

Während der Rede soll nach dem Zitat zunächst Schweigen geherrscht haben – ganz im Gegensatz zum übrigen Verlauf des Vortrags. Kurze Zeit später habe es sogar leisen Applaus gegeben, wird berichtet. Weitaus kritischer waren die Reaktionen anschließend im Internet, die Clemens Tönnies dazu brachten, sich öffentlich zu entschuldigen.

Wörtlich erklärte der Unternehmer am Freitagvormittag: »Ich möchte meine Aussage zum Thema Auswirkungen beim Klimawandel richtigstellen.« Er stehe als Unternehmer für eine offene und vielfältige Gesellschaft ein. »Meine Aussagen zum Kinderreichtum in afrikanischen Ländern tun mir leid. Das war in Inhalt und Form unangebracht und falsch.«

Laut Weltbank betrug 2016 die Geburtenrate in Sambia 4,98 Kinder pro Frau.

Entschuldigung auch als Schalke-Präsident

Gleichzeitig äußerte sich Clemens Tönnies zu dem Thema auch auf der Internetseite des FC Schalke 04: »Liebe Schalker, als Vorsitzender des Aufsichtsrats des FC Schalke 04 stehe ich 1.000 prozentig hinter unseren Vereinswerten.« Dazu gehöre der Einsatz gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung.

»Vor diesem Hintergrund möchte ich mich explizit bei euch, den Fans, Mitgliedern und Freunden des FC Schalke 04 für meine Aussage beim Tag des Handwerks entschuldigen. Sie war falsch, unüberlegt und gedankenlos und entsprach in keiner Weise unserem Leitbild. Es tut mir sehr leid.«

Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider stellte sich indes hinter Clemens Tönnies. »Ich kenne Clemens Tönnies seit zehn Jahren. Er ist ein Mensch, der zu hundert Prozent die Werte von Schalke 04 vertritt«, sagte Schneider am Freitag am Rande des Trainingslagers des Fußball-Bundesligisten im österreichischen Mittersill. 

Kritik bei Twitter

Bei Twitter sorgten die Äußerungen über »die Afrikaner« für heftige Reaktionen. Der in Bielefelder Cartoonist und Zeichner Ralph Ruthe nannte die Äußerung »rassistische Kackscheiße«.

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