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Bis zu 6000 im Stadtgebiet bis Ende des Jahres – Tesla will in Elsen Ladesäulen einrichten

Schon mehr E-Autos in Paderborn als erwartet

Paderborn

Immer mehr E-Autos rollen im Paderborner Stadtgebiet von A nach B. Waren es 2018 nur 127, stieg deren Anzahl auf 800 im Jahr 2020 und auf 1660 im vergangenen Jahr. Ende 2022 werden es vermutlich bei optimistischer Schätzung bis zu 6000 sein, sagte der stellvertretende Betriebsleiter des ASP, Dietmar Regener, in der Sitzung des Betriebsausschusses.

Von Dietmar Kemper

Ladesäulen gehören mehr und mehr zum Alltag in Paderborn. Die Zahl der Ladesäulen ist bereits auf 183 gestiegen. Foto: Jörn Hannemann

Die Vorhersage eines Gutachtens aus dem Jahr 2019 habe sich mehr als bewahrheitet: „Wir haben einen starken Anstieg und mehr Elektrofahrzeuge als nach der Prognose vorgesehen.“

Immer mehr E-Autos bedeutet, dass zusätzliche Ladesäulen gebraucht werden. Auch hier nannte Regener auf Anfrage der Grünen, die sich einen Sachstandsbericht gewünscht hatten, aktuelle Zahlen. Demnach befinden sich mittlerweile 183 Ladepunkte im Stadtgebiet. Statistisch komme auf neun Fahrzeuge ein Ladepunkt, rechnete Regener vor und stellte fest: „Damit liegen wir in Deutschland im Durchschnitt.“ Bei den 183 Ladepunkten handele es sich um 165 Normal- und 18 Schnellladepunkte. Die Stadt Paderborn habe insgesamt 48 Ladepunkte eingerichtet, der Rest stamme von anderen Betreibern.

Prognostiziertes Ziel bereits übertroffen

Ein großer Player auf dem Gebiet ist Westfalen Weser Netz. Wie am 16. Mai berichtet, will das Unternehmen über eine Tochtergesellschaft das Netz der Ladesäulen in den Kreisen Paderborn, Höxter, Lippe, Herford und Minden viel enger knüpfen: von 800 eigenen Ladepunkten jetzt auf 4200 in fünf Jahren.

Das Gutachten von 2019 prognostizierte übrigens für Paderborn einen Bedarf von 146 Ladepunkten im Jahr 2022. Dieses Ziel ist damit bereits übertroffen worden. Weitere städtische Ladesäulen sollen übrigens in der Tiefgarage Königsplätze, am Neuhäuser Tor und am Rolandsweg entstehen. Auch der E-Auto-Gigant Tesla hat Paderborn in den Blick genommen: Er plant in Elsen bis zu 20 Schnellladesäulen und arbeitet bereits mit dem Hotel Vivendi zusammen.

Fördermittel von 200.000 Euro  ausgeschöpft

Das Engagement des ASP als städtische Abfallentsorgungstochter in der E-Mobilität gefällt nicht allen. „Warum soll die Stadt zu einem Tankstellenbetreiber werden?“, fragte Alexander Lex von der AfD in der Sitzung und riet: „Überlassen Sie das dem Markt!“ Als der Beschluss gefallen sei, sich in der E-Mobilität zu engagieren, habe es diesen Markt nicht gegeben, entgegnete Regener. Die Stadt habe die Fördermittel von 200.000 Euro für drei Jahre mittlerweile voll ausgeschöpft. Schnellladesäulen könnten sich zu einem Marktsegment entwickeln, „wo sich viele tummeln werden“, glaubt der stellvertretende Betriebsleiter. Deshalb solle sich die Stadt aus diesem Bereich heraushalten.

Auf städtischen Flächen müsse sichergestellt werden, dass die Ladesäulen nicht durch Verbrennerautos blockiert werden, warnte der Ausschussvorsitzende Sascha Pöppe. CDU-Ratsfrau Brunhilde Konersmann freut sich, dass viele Firmen und Organisationen wie Vivendi oder die Caritas sich bei der E-Mobilität ins Zeug legen.

Wie viele öffentliche Ladepunkte genau gebraucht werden, ist schwer zu kalkulieren. Kämmerer Markus Tempelmann erinnerte an eine Studie des Wirtschaftsprüfers und Steuerberaters Ernst & Young (EY), wonach bis zu 80 Prozent der Ladevorgänge privat stattfinden werden.

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