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Auftaktveranstaltung des Frei-Day-Projekts am Berufskolleg Schloß Neuhaus

Schüler gehen neue Wege

Paderborn

Schule kann mehr als nur Klausurenstress und Unterricht nach Lehrplan sein – das hat jetzt das Berufskolleg Schloß Neuhaus bei der digitalen Auftaktveranstaltung des Frei-Day-Projekts bewiesen.

Jan Haselhorst

Das Berufskolleg Schloß Neuhaus nimmt an der bundesweiten Initiative Frei-Day-Projekt teil. Foto: Jörn Hannemann

Gemeinsam mit Unternehmen und Start-ups aus dem Kreis Paderborn wollen sich Schüler der Bildungsgänge „Kaufleute für Büromanagement“ und „Höhere Berufsfachschule Unterstufe“ projektbasierten Herausforderungen stellen.

Zum Projektstart nahmen rund 60 Schüler an einer knapp zweistündigen Videokonferenz teil, bei der die Kooperationspartner Adrian Hülsmann (Edelsprint), Katharina Dombrowski (ReUseandTrade) und Jessica Krüger (Wirtschaftsförderung Paderborn) ihre Unternehmen und Visionen vorstellten. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhielten Einblicke in die Softwareentwicklung von Edelsprint und lernten von Inhaber Adrian Hülsmann, welche Rolle das Vorgehensmodell „Scrum“ für das Projekt- und Produktmanagement spielt. Viel Raum nahmen die Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit ein. Passend dazu stellte Gründerin Katharina Dombrowski ihr umweltfreundliches Unternehmen ReUseandTrade vor, das sich für Wiederverwendung statt Entsorgung einsetzt. „Viele nicht benötigte Materialien haben dennoch einen finanziellen Mehrwert und sollten weiterverkauft statt weggeschmissen werden“, sagt Dombrowski. Gerade im Hinblick auf die Corona-Pandemie und ihre Folgen ist die Wirtschaftsförderung Paderborn gefordert. Jessica Krüger, dort zuständig für Digitalisierung und Innovationen, animierte die Schüler zu kreativen Ideen und Geschäftsmodellen.

Das Frei-Day-Projekt ist eine neue bundesweite Initiative und soll Schülern helfen, ihre „wahren Potenziale“ zu entdecken. Ziel soll es sein, nicht für eine Note zu arbeiten, sondern für die eigene Vision. In Kooperation mit den Unternehmen soll es aber nicht bei der Theorie bleiben. „Wir wollen die Ideen umsetzen und zu unseren Kunden bringen“, sagt Dombrowski. Im Laufe der nächsten Monate sollen Schüler und Unternehmen gemeinsam konkrete Projekte entwickeln, die anwendbar sind. Das Berufskolleg Schloß Neuhaus ist das erste Kolleg in Nordrhein-Westfalen, das beim Frei-Day-Projekt mitmacht. Die Organisation übernimmt federführend Bildungsgangleiterin Tanja Groddeck, die sich über das Engagement der Kooperationspartner freut. „Die Schüler haben die Chance, ihren eigenen Interessen nachzugehen und sich voll auf ihr Projekt zu fokussieren. Sie übernehmen Verantwortung und treffen eigene Entscheidungen“, sagt Groddeck. Diese Zukunftskompetenzen sollen helfen, die Schüler auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten. Da die Schüler selbstorganisiert und eigenständig am Projekt arbeiten, soll die Lehrkraft weniger Wissensvermittler, sondern eher Moderator sein. „Das Frei-Day-Projekt ist als Start einer neuen Lernkultur anzusehen“, sagt Groddeck und verweist auf das phänomenbasierte Lernen, das in Finnlands Schulen schon deutlich länger Teil des Unterrichts sei.

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