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Vor Weiterfahrt müssen Laternen demontiert und Bäume gefällt werden

Schwerlasttransporter bleiben stecken: Neuer Versuch ab 22 Uhr

Paderborn

Sie haben schlicht die Kurve nicht gekriegt: Zwei Schwertransporter stecken seit heute Nacht auf dem Südring in Paderborn fest. Um 22 Uhr soll an diesem Mittwochabend ein neuer Versuch unternommen werden, die 74 Meter langen XXL-Gespanne über die Kreuzung zu bekommen. Die Lastwagen müssen es irgendwie schaffen, auf die B68 in Richtung Lichtenau einzubiegen. Drei Bäume und eine Laterne müssen beseitigt werden.

Von Ingo Schmitz

So sieht ein 74 Meter langer Schwerlasttransporter auf dem Paderborner Südring aus der Luft aus. Insgesamt warten drei  Lkw darauf,  über die B68 nach Lichtenau weiterfahren zu können. Foto: Oliver Schwabe

"Ich mache meinen Job schon seit mehr als zehn Jahren, aber so etwas ist mir auch noch nicht passiert", sagt Enrico Kleinert. Er sitzt hinter dem Steuer des ersten Lastwagens, der mit einem rund 65 Meter langen Windradflügel beladen ist. Etwa 25 Tonnen wiegt die Fuhre, die zudem 4,20 Meter breit ist. Insgesamt waren heute Nacht drei dieser Schwerlast-Transporter auf dem Weg nach Lichtenau. Während die beiden ersten Lastwagen am Nadelöhr auf dem Südring stecken blieben, konnte der dritte noch rechtzeitig gewarnt werden. Er steht seitdem auf einem Rastplatz an der Autobahn und wartet auf die Weiterfahrt.

Nach Angaben von Ingo Prawitz, der eines der Begleitfahrzeuge steuert, war der Konvoi am Montag in Cuxhaven gestartet. Die Fahrt sei völlig plangemäß verlaufen. Die Strecke nach Lichtenau sei zuvor untersucht und genehmigt worden. Doch offenbar sei bei der Planung etwas schief gelaufen.

Um 1.44 Uhr traf bei der Polizei die erste Nachricht ein, dass es auf dem Südring zu Problemen kommt. Wie in der Genehmigung ausdrücklich vorgesehen hatte Enrico Kleinert nach eigenen Angaben versucht, in Richtung B68 weiter zu fahren, in dem er zunächst die Südring-Kreuzung überfuhr und danach rückwärts in die Warburger Straße einbiegen wollte. Danach wollte er dann geradeaus in Richtung B68 weiterfahren. Bei dem genehmigten Wendemanöver stellte sich aber heraus, dass dort Laternen, Ampeln und Bäume im Weg waren.

Zwei vergebliche Versuche

Nachdem die Polizei eingetroffen sei, habe man einen zweiten Anlauf unternommen. Man habe möglichst weit ausgeholt und versucht, über die Rechtsabbiege-Spur in die B68 einfahren zu können. Auch dieser Versuch scheiterte. Danach wurde beschlossen, die beiden Lastwagen am Südring zu parken und am nächsten Tag nach einer Lösung zu suchen.

Am Mittwochvormittag trafen sich mehrere Experten vor Ort, um die weiteren Maßnahmen zu besprechen. Nach Angaben des Schwerlastunternehmens sei beschlossen worden, eine Straßenlaterne zu demontieren. Außerdem sollen drei Bäume gefällt werden.

Musste unfreiwillig übernachten: Fahrer Enrico Kleinert ist mit dem 74 Meter-Geschoss auf dem Paderborner Südring gestrandet. Foto: Ingo Schmitz

Noch einmal rückwärts in die Warburger Straße

Um 22 Uhr soll dann ein neuer Versuch gestartet werden: Das aufwändige Vorhaben ist mit Blick auf die vielbefahrene Kreuzung erst in den Abendstunden umsetzbar. Nach Angaben von Ingo Prawitz ist geplant, das ursprünglich vorgesehene Fahrmanöver, rückwärts in die Warburger Straße einzubiegen, noch einmal zu probieren.

Aktuell parken die beiden Transporter hintereinander auf der rechten Spur des Südrings, so dass in Richtung Warburger Straße auf Höhe der Universität vorerst nur ein Fahrstreifen befahrbar ist. Die Polizei empfiehlt aber, den Bereich zu meiden. Auch im Busverkehr kann es zu Verzögerungen auf einigen Linien kommen. Am Mittwochvormittag lief der Verkehr allerdings weitestgehend störungsfrei.

Die Strecke ist bereits mehrfach von Schwertransportern genutzt worden. Noch ist unklar, warum es diesmal die Probleme gibt.

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