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Paderborner Stadt- und Kreisarchiv freut sich über seltene Fotografie

So sah das Neuhäuser Tor vor seinem Abbruch aus

Paderborn

Um ein besonderes Original ist die Fotosammlung des Stadt- und Kreisarchivs Paderborn durch eine Schenkung aus dem Hessischen angewachsen. Der jüngste Zuwachs in der Fotosammlung zeigt das Neuhäuser Tor vor seinem Abbruch.

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Willkommener Neuzugang im Paderborner Stadt- und Kreisarchiv: Die Fotografie zeigt das Neuhäuser Tor im Jahr 1869. Foto: Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts begann sich die Stadt Paderborn zu befestigen, zunächst mit Gräben, bald auch mit einer Mauer. Zugang in die Stadt gewährten fünf Stadttore. Ende des 17. Jahrhunderts verlor die Stadtbefestigung ihre militärische Bedeutung, bis 1848 besaßen die Tore aber immerhin noch die Funktion als Orte der Steuereintreibung.

Mit dem Abbruch des Neuhäuser Tores 1872 begann die „Epoche der Tor- und Mauerabbrüche“, die Folgen sind in Paderborn bekannt. Frühe Bilder, gar Fotografien der Stadtmauer sind rar.

Das Motiv der Schenkung selbst ist bekannt, es findet sich als Detail einer Ansichtskarte und ist hier auf 1869 datiert. Auch als einzelnes Postkartenmotiv ist es beim Altertumsverein Paderborn überliefert. Auf dessen Rückseite findet sich eine Beschreibung aus dem Jahr 1949 von (vermutlich) Franz Stolte, dem seinerzeitigen Pfarrer der Marktkirche.

Stolte schreibt auf der Postkarte, dass sich für den Fotografen Paderborner aufgestellt haben, die in der Umgebung des Tores wohnten. Darunter auch rechts Levy Rosenbaum, der später in der Bachstraße „fast an der Börnepader“ wohnte und bei der Aufnahme zwei seiner Kinder auf dem Schoß sitzen hat – also der Großvater von Jenny Aloni-Rosenbaum.

Auch auf dieser Ansichtskarte, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Umlauf war, ist das Foto vom Neuhäuser Tor zu sehen. Foto: Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Das im Stadt- und Kreisarchiv neu eingegangene Foto überzeugt, weil es sich um einen originalen Abzug in der Größe von 38 mal 45 Zentimeter handelt und sich auch der bislang unbekannte Fotograf „eingeprägt“ hat, nämlich Wilhelm Köppelmann. Der hatte sich erst wenige Jahre zuvor in der heutigen Leostraße vor dem Rosentor in Paderborn ein neues Atelier errichtet.

Das große Format des Fotos, die Mehrfach- und die Einzelansicht des Motivs als Ansichtskarten zeigen auch, dass Wilhelm über kaufmännischen Verstand verfügte und in Paderborn schon früh ein Markt für den Verkauf von Fotografien bestand.

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