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Entlastung von Datenübertragung 

Software-Roboter unterstützt Kreismitarbeiter bei Bearbeitung der Coronafälle

Paderborn

Die Mitarbeiter im Gesundheitsamt des Kreises Paderborn werden bei der Bearbeitung der Corona-Fälle seit kurzem von einem Software-Roboter unterstützt. Das hat die Kreisverwaltung mitgeteilt.

Landrat Christoph Rüther sieht im Einsatz des Software-Roboters im Gesundheitsamt ein gelungenes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung Schritt für Schritt weiter ausgebaut werden kann und zeitgleich Mitarbeiter von Routineaufgaben entlastet werden können. Foto: Christian Althoff

Sobald das Gesundheitsamt von Teststellen, Ärzten oder Laboren die Informationen über positive Testmeldungen erhält, werden die Infizierten durch den Kreis schriftlich informiert. Sie erhalten Informationen zu ihrer Quarantäne und einen Hinweis auf ein Onlineformular, das es auszufüllen gilt, einen Fragebogen. Die Daten werden an den Kreis zurückgeschickt, zusammengetragen und an das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG) versendet, das die Daten wiederum an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiterleitet. 

Bislang geschah diese Datenübertragung von den Fragebögen an das LZG händisch. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes tippten die Antworten ab. „Um hier eine Entlastung zu schaffen, setzen wir nun auf einen Software-Roboter, der entsprechend unserer Bedürfnisse programmiert wurde“, sagt Dr. Thomas Wassong, zuständiger Chief Digital Officer des Kreises, der das Programm gemeinsam mit dem Gesundheitsamt eingeführt hat.

80 Prozent automatisierte, 20 Prozent manuelle Bearbeitung

Bei den Fragebögen handele es sich um sehr strukturierte Abfragen. Daher sei eine Programmierung des Roboters dahingehend gut möglich gewesen, dass er Tastatur- und Mausaufgaben übernimmt und dadurch die Ergebnisse der Fragebögen in einer Datenbank zusammenträgt. Allerdings kann der Software-Roboter nicht alle eingehenden Fälle bearbeiten. Die Faustregel bei solchen Automatisierungsprozessen lautet 80 Prozent automatisierte Bearbeitung, 20 Prozent manuelle Bearbeitung. Dieses Verhältnis erreicht das Kreisgesundheitsamt nach eigenen Angaben auch bei diesem Prozess.

Bei einer Inzidenz von 600 reicht ein Roboter

Der Software-Roboter bearbeitet 250 bis 280 Fragebögen in 24 Stunden. „Ein Mitarbeiter schafft am Tag ungefähr die gleiche Anzahl, allerdings ist er nicht am Wochenende im Einsatz. Zudem wird hier das Personal deutlich entlastet“, erläutert Dr. Constanze Kuhnert, die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, den Vorteil des Systems. Bei einer Inzidenz von rund 600 in der Woche kann ein Roboter die Arbeit bewältigen. Bis zu drei Roboter sind für eine Inzidenz von 1300 bis 1400 notwendig.

Es ist geplant, den Einsatz dieser Software-Lösung auf weitere Bereiche auszudehnen. Landrat Christoph Rüther: „Der Einsatz des Roboters im Gesundheitsamt ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie wir ämterübergreifend die Digitalisierung Schritt für Schritt weiter ausbauen und zeitgleich Mitarbeitende von Routineaufgaben entlasten.“

Aber auch die Digitalisierung in Kreisgesundheitsamt geht weiter: Der Kreis Paderborn hat gerade im Rahmen des „Pakts für den öffentlichen Gesundheitsdienst“ für ein Projekt zur Digitalisierung des Gesundheitsamts 535.000 Euro Förderung eingeworben. Im Rahmen dieses Projekts sollen alle Prozesse im Gesundheitsamt auf ihr Potenzial zur Optimierung mithilfe von IT-Systemen untersucht werden. Die am besten geeigneten Prozesse werden dann auch digitalisiert.

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