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Schulen in NRW soll erlaubt werden, morgens um 9 Uhr zu starten

Später zur Schule? Paderborner Sportvereine in Sorge

Paderborn

Der Plan der NRW-Schulministerin Dorothee Feller, einen Schulbeginn ab 9 Uhr für Schulen zu ermöglichen, wird aus Sicht des Stadtsportverbandes Paderborn (SSV) Sportvereine vor zusätzliche Herausforderungen stellen.

Nicole Satzinger, stellvertretende Vorsitzende des Stadtsportverbandes Paderborn, sieht den Plan der NRW-Schulministerin Dorothee Feller kritisch. Foto: Besim Mazhiqi

So würden voraussichtlich weniger Kapazitäten in den Sportstätten für Vereinsangebote vor allem am Nachmittag und frühen Abend zur Verfügung stehen, wenn sich der Schulalltag nach hinten verschiebe. Der zeitliche Rahmen für ehrenamtliches Engagement des Nachwuchses im Sportverein würde ebenfalls enger werden.

Sport- und Bewegungsangebote stellen aber einen zentralen Baustein für eine gesunde körperliche, geistige, emotionale und soziale Entwicklung dar. Schon jetzt seien viele Kinder und Jugendliche bis in den späten Nachmittag in der Schule und verbrächten den Großteil ihres Alltags sitzend. „Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich nur noch jedes fünfte Kind ausreichend bewegt“, verdeutlicht Nicole Satzinger, stellvertretende SSV-Vorsitzende, die alarmierenden Zahlen. Eine Verschiebung des Unterrichtsbeginns auf 9 Uhr werde die zur Verfügung stehende Zeit für Freizeit verschieben, Freizeitaktivitäten könnten noch schwieriger wahrgenommen werden.

Bewegung in den gesamten Schulalltag integrieren

Um ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, sollte Bewegung daher in den gesamten Schulalltag integriert werden. Neben bewegten Pausenzeiten auf dem Schulhof, kurzen Bewegungspausen während des Unterrichts und einem aktiven Schulweg sollten auch Sportvereine ihre zahlreichen Angebote außerunterrichtlich in den Schulen offerieren. Dies ist jedoch mit erheblichen Herausforderungen verbunden, wie Satzinger betont: „Einige Sportvereine sind bereits Kooperationen mit Schulen eingegangen und bieten im Rahmen des Offenen Ganztages erfolgreich Sport- und Bewegungsangebote an. Derzeit fehlen aber noch die nötige Infrastruktur und vor allem die personellen Kapazitäten, um die Angebote flächendeckend in den Schulen durchführen zu können.“ Ob ein späterer Schulbeginn hier Abhilfe schaffen kann oder das Problem sogar verstärkt, sollte in die Diskussion um eine mögliche Verschiebung des Schulstarts eingebracht werden.

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