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Paderborner Verwaltung sucht Personal und steht dabei im Wettbewerb mit der Wirtschaft

Stadt besetzt 100 Stellen neu

Paderborn (WB). Die Stadt Paderborn muss in diesem Jahr 100 Stellen neu besetzen. Das ist mehr, als viele mittelständische Firmen insgesamt haben. Fast jedes Wochenende sind die Stellenangebote in der Zeitung zu sehen. »Das ist ein sportliches Programm«, sagt Monika Bürger, Leiterin des Haupt- und Personalamtes. Dabei steht die Stadt im Wettbewerb mit der Wirtschaft, die ebenfalls Fachkräfte sucht.

Ingo Schmitz

Zahlreiche Bewerbungen müssen in diesem Jahr bei der Stadt gesichtet werden. Monika Bürger muss 100 Stellen neu besetzen.

2500 Beschäftigte hat die Stadt Paderborn. In der Kernverwaltung sind es 703 inklusive des Bereichs Schule und Kultur. Hinzu kommen unter anderem der Abfallentsorgungs- und der Bäderbetrieb.

Der wachsende Personalbedarf ist dem Wachstum der Stadt geschuldet. Neue Baugebiete verlangen neue Kindergärten und mehr Rettungskräfte. »Feuerwehr und Kindergärten sind Personaltreiber. Der Aufbau in diesem Bereich wird weiter gehen«, prognostiziert Monika Bürger. Ebenso verlangt seit rund anderthalb Jahren ein dritter Bereich deutlich mehr Aufmerksamkeit: Paderborn als Leitkommune bei der Digitalisierung sucht Spezialisten, die hier Pionierarbeit leisten sollen. Das seien innovative Bereiche, für die sich junge Bewerber interessierten.

Monika Bürger

»Trotzdem ist es schwierig, Leute zu bekommen. Wir arbeiten ja nicht wie die Wirtschaft mit Headhuntern, die das Personal an anderer Stelle abwirbt«, sagt Bürger. Die Wirtschaft zahle zudem besser. »Unser Pfund sind aber geregelte Arbeitszeiten. Das kommt vielen entgegen, die sich in der Familienphase befinden. Abgesehen vom Sitzungsdienst werden die Stundenzahlen einigermaßen eingehalten«, stellt Thomas Zimmermann, Leiter des Personalservice, fest.

Work-Life-Balance werde für viele Menschen immer wichtiger, wie sich auch bei den Schulabsolventen zeige. Hinzu komme der Faktor Arbeitsplatzsicherheit. Auch in der Verwaltung habe sich in den vergangenen Jahren viel getan, wenn es um die Bezahlung gehe. In der Behörde gebe es eine leistungsorientierte Bezahlung und besondere Gratifikationen für Kräfte, die ihre Ziele erreichen.

Dass die Verwaltung ein attraktiver Arbeitgeber sei, habe sich bei der jüngst durchgeführten Ausschreibung gezeigt. Bürger: »Wir haben eine Amtsleitung für den Geoservice gesucht. Das ist der höhere vermessungstechnische Dienst (A15). Wir hatten wirklich gute Bewerber.«

32 Erzieher gesucht

Um den Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern decken zu können, bildet die Stadt auch selbst aus. Aktuell gibt es rund 550 Erzieherinnen und nur eine Handvoll Männer in diesem Bereich. 32 Stellen müssen bis zum Sommer besetzt werden. Das werde wohl klappen, meint Monika Bürger.

Zuversichtlich ist sie auch beim Thema Digitalisierung: »Die Ausschreibungsverfahren haben gezeigt, dass viele ehemalige Paderborner wieder zurück in ihre Heimat möchten. Aber für IT und technischer Bereich dauert die Suche nach geeigneten Kräften am längsten. Es gibt durchaus auch mal erfolglose Verfahren, wo wir damit leben müssen, dass wir keinen Kandidaten finden.«

Wie flexibel die Verwaltung als Arbeitgeber ist, zeigt die Tatsache, dass es 200 unterschiedliche Arbeitszeitmodelle gibt. Hinzu komme Telearbeit, Gesundheitsprävention und eine gute Ausstattung des Arbeitsplatzes, wirbt Thomas Zimmermann für die Stadt als Arbeitgeber, die zudem mit vielen unterschiedlichen Arbeitsgebieten punkten könne: von Kultur über Ordnung bis hin zur Finanzverwaltung.

Gesundheitsmanagerin berät Feuerwehrleute

Seit Oktober gebe es eine fachlich ausgebildete Gesundheitsmanagerin, die Ansprechpartnerin für die Beschäftigten ist. »Die gibt zum Beispiel auch Kochtipps für Feuerwehrleute. Wir wollen ja, dass die Kräfte fit bleiben«, sagt Monika Bürger. Ein Großteil der Mitarbeiter sind übrigens Tarifbeschäftigte (rund 2000). Die meisten der 550 beschäftigten Beamten sind bei der Feuerwehr (250).

Die Stadt tue viel, um im Wettbewerb ums Personal mit den Unternehmen bestehen zu können. Ganz wichtig sei da heute der Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. »Wir sind zertifiziert als familienfreundliche Verwaltung«, erzählt Monika Bürger und verweist unter anderem auf die neue Kita »Hoppenhofzwerge«, in der Kinder von Mitarbeitern untergebracht sind. Kinderbetreuung und eine Arbeitsplatzgarantie seien wesentliche Faktoren, warum junge Mütter nach der Geburt des Kindes schneller wieder in den Beruf zurück kehrten.

Wie jung die Verwaltung ist, zeigt auch ein Blick in die Statistik: Demnach liegt das Durchschnittsalter bei 42,5 Jahren. Die jüngsten Kräfte finden sich in der Feuerwehr: durchschnittlich sind die Leute hier 36,7 Jahre alt. Mit durchschnittlich 51,4 Jahren ist der Bereich Schule und Kultur am ältesten.

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