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Erstmals hatte Paderborn 2017 mehr als 300.000 Übernachtungsgäste

Stadt durchbricht Tourismus-Schallmauer

Paderborn (WB). Städtereisen liegen voll im Trend. Davon profitiert auch Paderborn. Die Paderstadt verzeichnete 2017 erstmals mehr als 300.000 Übernachtungen. Diesen positiven Trend beobachtet der Verkehrsverein nun schon seit Jahren.

Jürgen Vahle

Auch das Paderquellgebiet ist ein Anziehungspunkt für Touristen. Foto: Jörn Hannemann

Bei der Mitgliederversammlung im Hotel Arosa sind die Zahlen des vergangenen Jahres vorgestellt worden. In den Hotels und Pensionen Paderborns mieteten sich 2017 mehr als 193.000 Besucher ein, die 341.500 Nächte in der Domstadt verbracht haben. »Damit hat sich die Zahl der Übernachtungen in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt«, freut sich Karl Heinz Schäfer, Geschäftsführer des Vereins.

Tatsächliche Zahl der Übernachtungen liegt sogar bei mehr als 500.000

Hinzurechnen müsse man eigentlich noch zahlreiche weitere Gäste. Sie werden nicht von der offiziellen Beherbergungsstatistik erfasst, weil dort nur Hotels und Pensionen mit mehr als zehn Betten berücksichtigt sind. Zähle man die Gäste, die privat oder in kleinen Pensionen unterkommen (Sofatouristen genannt) hinzu, liege die tatsächliche Zahl der Übernachtungen bei mehr als 500.000.

Die Tourismus-Experten der Stadt gehen zudem davon aus, dass etwa drei Millionen Tagesbesucher 2017 nach Paderborn gekommen sind. In der Branche rechnen die Experten, dass auf eine Übernachtung etwa zehn Tagesbesucher hinzugerechnet werden können. Das wirtschaftliche Potential ist enorm: Im Schnitt gibt jeder Tagestourist 28 Euro bei seinem Aufenthalt aus, bei Übernachtungsgästen werden 120 Euro pro Tag angenommen. Die Mehrzahl der Besucher kommt aus Deutschland. Der Ausländeranteil liegt bei etwa 20 Prozent – davon viele Briten, die Angehörige oder Freunde bei den Streitkräften haben.

Profitiert hat die Stadt 2017 von zahlreichen Sonderveranstaltungen. Die Landesgartenschau in Bad Lippspringe hat in Paderborn den Boom bei den Übernachtungen angeheizt. Der Verkehrsverein hatte unter dem Slogan »Starkes Doppel: Paderborn und Bad Lippspringe« eigens dafür geworben. Die Ausstellung »Wunder Roms« lockte 55.000 Besucher an, viele blieben auch über Nacht. Zum Bundeswettbewerb »Jugend musiziert« über Pfingsten 2017 kamen mehr als 2000 junge Musiker und deren Begleiter nach Paderborn, die im Juni deutlich zur positiven Entwicklung der Übernachtungsstatistik beigetragen haben.

Für das laufende Jahr setzen die Tourismus-Experten auch auf die im September beginnende Sonderausstellung »Gotik – Der Paderborner Dom und die Baukultur des 13. Jahrhunderts in Europa« als Besuchermagneten.

Renaturierung des Paderquellgebiets soll Attraktivität steigern

Doch auch ohne die großen Veranstaltungen geht der Verkehrsverein von langfristig steigenden Zahlen aus. »Städtereisen, die kurze Auszeit am Wochenende, sind weiter im Trend. Davon profitiert auch Paderborn«, analysiert Karl Heinz Schäfer. Bauprojekte wie der neu gestaltete Dom- und Marktplatz, die bald abgeschlossene Domsanierung und die Restaurierung der Kaiserpfalz sowie der Umbau und die damit verbundene Belebung des Königsplatzes steigerten die Attraktivität der Innenstadt weiter.

Gleiches gelte für die Renaturierung des mittleren Paderquellgebietes und die Entfernung der Einhausung der Stümpelschen Mühle. Der Pader­hallenvorplatz werde derzeit fit gemacht, damit Reisebusse dort besser halten können. Weitere Projekte seien der Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Landeshospitals an der Kisau, die aktuelle Restaurierung des historischen Rathauses und der künftige Neubau der Stadtverwaltung.

Verkehrsverein, Citymanagement, Werbegemeinschaft sowie Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing müssten weiter Hand in Hand arbeiten, um das Beste für die Innenstadtentwicklung zu erreichen. Wie dies gelingen kann, hätten die verschiedenen besonderen Veranstaltungen des vergangenen Jahres gezeigt, sagt Karl Heinz Schäfer.

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