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Einnahmen aus der Gastronomie sind erneut deutlich gesunken

Studierendenwerk Paderborn im „Krisenmodus“

Paderborn

Das Studierendenwerk Paderborn hat wieder ein Jahr im „Krisenmodus“ hinter sich.  So fasst Geschäftsführer Ulrich Schmidt die Situation angesichts des deutlichen Rückgangs bei den Einnahmen aus der Verpflegung für die angehenden Akademiker im Jahr  2021 zusammen.

Beim Studentenwohnheim am Peter-Hille-Weg sind die Sanierungsarbeiten abgeschlossen.  Foto: Studierendenwerk Paderborn

Laut Geschäftsbericht sanken die Einnahmen in diesem Bereich wegen der Corona-Pandemie nochmals um 428.000 Euro. Schmidt, seit September 2021 im Amt, sagt dazu: „Im Gastronomiebereich hatten wir in den ersten drei Quartalen quasi nur ein To-go-Angebot. Im letzten Quartal haben wir in diesem Bereich ebenfalls nur rund ein Drittel gegenüber dem Vor-Corona-Wert umgesetzt. Angesichts dessen haben wir sehr lange auf das Instrument der Kurzarbeit zurückgegriffen.“ Durch die Kurzarbeiterregelung sparte das Studierendenwerk 1,6 Millionen Euro.

Nicht zuletzt deshalb beendete die Organisation, die für gut 25.800 Studentinnen und Studenten an der Uni Paderborn, der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (ebenfalls in Paderborn) und an der Hochschule Hamm-Lippstadt zuständig ist, das Geschäftsjahr 2021 noch mit einem Überschuss von 1,9 Millionen Euro.

Weniger Gäste in der Mensa

Auch 2022 habe sich die Nachfrage in den Mensen und Caféterien noch nicht normalisiert, bedauert Geschäftsführer Schmidt. Bei den Studenten und Mitarbeitern herrsche nach wie vor Unsicherheit, wenn es um Aufenthalte in größeren Betrieben gehe. „Außerdem sind viele auch nur noch wenige Tage pro Woche an der Uni und haben sich einen anderen Lebensrhythmus zugelegt“, hat Schmidt beobachtet. In jedem Fall sei die Frequenz, in der die gastronomischen Einrichtungen aufgesucht werden, gesunken.

Wohnheime sind ausgelastet

Dagegen ist die Auslastung der Wohnheime hoch. In Paderborn betrug die Quote im vergangenen Jahr 96 Prozent. Der Anteil ausländischer Studenten ist mit 72 Prozent ebenfalls hoch. Das Studierendenwerk gab Ende Februar das Boarding House Campus Lounge auf, um die 27 Wohnplätze an Studenten zu vermieten. In den Wohnanlagen am Peter-Hille-Weg, Vogeliusweg, Mersinweg, an der Uhlandstraße und am Alois-Fuchs-Weg stehen damit 1600 Plätze zur Verfügung. Um sich von fossilen Energieträgern unabhängig zu machen, setzt das Studierendenwerk auf seine drei Blockheizkraftwerke und auf den Ausbau der Photovoltaikanlagen (bislang schon 14).

Das Team von Nadine Yilmaz-Fischer, Abteilungsleiterin des Amts für Ausbildungsförderung, bearbeitete im vergangenen Jahr 8,5 Prozent mehr Bafög-Anträge, insgesamt 6376. Nur 15 Prozent der Studenten erhalten auf diesem Weg eine finanzielle Förderung.

Staatliche Überbrückungshilfe fängt Studenten auf

Als segensreich für die Mehrheit der angehenden Akademiker erwies sich die Überbrückungshilfe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Yilmaz-Fischer betont: „2021 sind die Studierenden in hohem Umfang durch die Überbrückungshilfe aufgefangen worden. Dass die Überbrückungshilfe ein Zuschuss war, der nicht zurückgezahlt werden muss, machte sie für die Studierenden besonders attraktiv. Gefühlt hat sich die mit den nicht ausreichenden Mitteln ohnehin schon angespannte Finanzierungslage der Studierenden in der pandemischen Lage allgemein jedoch noch verstärkt. Wir haben gesehen, dass die Überbrückungshilfe für viele Studierende zu einer Art Dauerhilfe geworden war.“

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