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Aufwendiger Einsatz für die Feuerwehr Paderborn in einem holzverarbeitenden Betrieb im Stadtteil Elsen

Technischer Defekt verursacht Brand in Spänebunker

Paderborn

Die Feuerwehr Paderborn musste am späten Mittwochnachmittag im Gewerbegebiet Fohling im Stadtteil Elsen einen Spänebunkerbrand löschen. Die aufwendigen Löscharbeiten dauerten mehr als acht Stunden. Die Schadenshöhe beträgt etwa 100 000 Euro. Auslöser war wohl ein technischer Defekt.

 

Die Feuerwehr Paderborn war am Mittwoch im Gewerbegebiet Fohling im Einsatz. Foto: Feuerwehr Paderborn

Nach ersten Erkenntnissen war es aus bislang ungeklärten Gründen zu einer Verpuffung in der Filteranlage gekommen, die die von den Produktionsmaschinen abgesaugten Holzspäne aus der Luft filtert und in einen Vorratsbunker befördert. Dass auch der Spänebunker selbst betroffen war, erkannten die zuerst am Unglücksort eintreffenden Einsatzkräfte der Feuerwehr Paderborn daran, dass bereits Brandrauch aus einem im oberen Bereich gelegenen Kontrollzugang austrat.

Die unmittelbar eingeleitete Brandbekämpfung erfolgte über zwei fest in die Anlage integrierte Steigleitungen. So konnte das Löschwasser unmittelbar in den Spänebunker sowie in die Filteranlage geleitet werden. Parallel dazu wurden die mit der Absauganlage verbundenen Maschinen in der Produktion des Betriebes kontrolliert. Weitere Schäden wurden hier jedoch nicht erkannt, so dass Produktion und Fertigung des Unternehmens nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Auch die Brandbekämpfung im Bereich der Filteranlage zeigte schon nach kurzer Zeit die gewünschte Wirkung. Die brennenden Filtermatten konnten rasch demontiert und abgelöscht werden. Bei der anschließenden Kontrolle der zugehörigen Förderleitungen wurden keine weiteren Auffälligkeiten festgestellt.

Einsatzkräfte schaufeln Späne aus dem Bunker

Als personell und materiell aufwendig erwies sich im weiteren Einsatzverlauf jedoch die Brandbekämpfung des Spänebunkers. Da das über die Steigleitung eingebrachte Löschwasser die tief liegenden Glutnester nicht effektiv erreichen konnte, mussten diese durch die Feuerwehr zunächst freigelegt werden. Dazu beförderten die unter Atemschutz tätigen Einsatzkräfte etliche Kubikmeter Holzspäne in Handarbeit durch einen seitlichen Wartungszugang aus dem Inneren des Bunkers, so dass diese dann durch einen kleinen Radlader in Freie verbracht werden konnten.

Um alle Glutnester abzulöschen, war im Inneren des Spänebunkers der Einsatz von insgesamt zehn unter Atemschutz tätigen Einsatztrupps erforderlich. Diese setzten sich aus Einsatzkräften der Wachen Nord und Süd sowie den Löschzügen Elsen, Schloß Neuhaus und Stadtheide zusammen. Der Löschzug Stadtmitte besetzte für die Dauer der Einsatzmaßnahmen die verwaiste Wache Süd. Über die Dauer des rund achtstündigen Einsatzes wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr durch die Kollegen des nahe gelegenen DRK Ortsverbandes Schloß Neuhaus verpflegt. Das Fahrzeugaufkommen an der Einsatzstelle belief sich zwischenzeitlich auf sieben Löschfahrzeuge, eine Drehleiter, und einen Rettungswagen. Die Versorgung mit Atemschutzgeräten wurde über ein Wechselladerfahrzeug mit dem Abrollbehälter Atemschutz sichergestellt. Seitens des Führungsdienstes waren der A- und C-Dienst mit Einsatzleit- und Kommandowagen an der Einsatzstelle.

Brandermittler gehen von technischem Defekt aus

Am Donnerstag wurde der Brandort durch die Brandermittler der Kreispolizeibehörde Paderborn in Augenschein genommen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist von einem technischen Defekt als Brandursache auszugehen. Das eigentliche Tischlereigebäude wurde nicht beschädigt. Lediglich der Spänebunker und die Absauganlage wurden durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen. Die Schadenshöhe beträgt etwa 100 000 Euro.

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