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Im El Chignón treffen Deutschland und Mexiko nicht nur fußballerisch aufeinander

Tequila zum Torschrei

Paderborn (WB). Sonntag gibt es für Benedikt Paus und seine Frau Alicia Chávez eine Premiere im El Chingón am Paderborner Kamp: Deutschland trifft im ersten Vorrundenspiel auf Mexiko, und die Inhaber feuern beide Teams an – Benjamin Paus die Nationalelf, Alicia Chávez ihre El Tri.

Maike Stahl

Benedikt Paus und seine Frau Alicia Chávez kann der Fußball nicht entzweien – auch wenn die Mexikanerin am Sonntag im El Chingón ihrem Team die Daumen drücken wird. Foto: Jörn Hannemann

»Nur Gewinner in der Familie«

»Ich bin sehr temperamentvoll, wenn es um Fußball geht«, sagt die 39-Jährige. »Das ist typisch mexikanisch, sehr laut.« Streit befürchtet das Paar allerdings nicht. »Wir sind beide Fußballfans, und schätzen beide Teams. Egal, wie es ausgeht, es wird auch in unserer Familie nur Gewinner geben«, sieht Benedikt Paus dem Aufeinandertreffen entspannt entgegen. Schließlich stehen die beiden am Sonntag unter Beobachtung. Nach 2014, dem Eröffnungsjahr des El Chingón, zeigt Paus auch dieses Jahr alle Spiele live.

Beim Tor gibt es Tequila aufs Haus

Damals sind Deutschland und Mexiko allerdings gar nicht aufeinandergetroffen, jetzt hingegen direkt zum Turnierstart, ist die Situation für die beiden trotzdem ganz neu. »Im Confed Cup haben beide Teams gegeneinander gespielt, aber das war natürlich etwas anders als eine Weltmeisterschaft«, sagt der 34-Jährige. »Da hat Mexiko verloren«, ergänzt seine Frau. »Ich rechne, ehrlich gesagt, auch damit, dass das wieder passieren wird. Aber es wäre total schön, wenn wir wenigstens ein Tor schießen würden.« Dann will sie allen Gästen einen Tequila aufs Haus spendieren. »Das gilt übrigens bei jedem Tor für Mexiko«, sagt sie und lacht. »Tequila hätten wir genug, aber ich fürchte, dass wir gar nicht so viel brauchen werden.«

Lebensgroßer Manuel Neuer aus Pappe

Benedikt Paus, der sich für die WM 2014 eigens ein Spezialtrikot aus einem deutschen und einem mexikanischen Nationaldress hat schneidern lassen, drückt der Nationalelf die Daumen, weil die Erfolgsaussichten einfach höher seien. »Ich würde mich schon freuen, wenn wir wieder sehr weit kommen«, sagt der Gladbach-Fan, der sich zu Hause gegen einen lebensgroßen Manuel Neuer behaupten muss. »Zum Glück ist er nur aus Pappe, aber wenn ich abends nach Hause komme, und jemand hat ihn woanders hingestellt, habe ich mich schon ein paar Mal ziemlich erschreckt«, erzählt er lachend. Neuer ist ein Geschenk der zwölfjährigen Tochter der Beiden an ihre Mama, die, auch wenn ihr Herz in für Mexiko schlägt, bekennender Fan des deutschen Nationaltorhüters ist.

2026 geht es zur WM nach Mexiko

»Seit der letzten Weltmeisterschaft gibt es in Mexiko viele Fans der deutschen Nationalelf«, berichtet Alicia Chávez. Schwein­steiger habe sich direkt in die Herzen der Mexikaner gespielt. Ältere Mexikaner würden hingegen immer noch von Beckenbauer und Rummenigge schwärmen, die 1970 für Deutschland bei der WM in Mexiko am Ball waren. Nachdem USA, Kanada und Mexiko den Zuschlag für die Ausrichtung der WM 2026 erhalten haben, hoffen die beiden, dass Deutschland dann in Mexiko spielen wird, denn da habe Fußball noch einmal einen ganz anderen emotionalen Stellenwert, wie sie bei Spielen im geschichtsträchtigen Estadio Azteca bereits live erleben durften. »Dann sind wir auf jeden Fall vor Ort dabei«, verspricht Benedikt Paus, der auch für das Spiel am Sonntag in Moskau eine Karte hätte haben können. »Der Reiz war natürlich groß, aber die Flüge wären so enorm teuer gewesen, dass ich mich entschieden habe, hier zu gucken«, sagt er. Und zu kochen. Schließlich gibt es schon etliche Reservierungen für Sonntagabend – bisher allerdings überwiegend von Deutschlandfans. »Die Mexikaner sind ein bisschen spontaner, die planen nicht so lange im Voraus«, sagt Alicia Chávez. Sie ist sich aber sicher, auch einige ihrer Landsleute zum Public Viewing im El Chingón begrüßen zu können.

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