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Verwaltung kalkuliert für das Schlossparkgelände mit Kosten von 170.000 Euro

Teure Fahrradbügel für Paderborn

Paderborn

„Habe ich das richtig verstanden?“ Wenn Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker in Ausschusssitzungen eine solche Frage stellen, sind oft ungewöhnlich hohe Kosten der Grund.

Von Dietmar Kemper

Der Schlosspark  aus der Vogelperspektive. Er ist jedes Jahr Anlaufstelle für tausende Besucher. Radfahrer vermissen auf dem Gelände Abstellmöglichkeiten.  Foto: Oliver Schwabe

Im Bezirksausschuss Schloß Neuhaus/Sande traute Birgit Hüppmeier von den Grünen am Mittwoch ihren Ohren zunächst nicht  und hakte sicherheitshalber nach, als die Verwaltung die Kosten für neue Fahrradbügel auf dem Schlossparkgelände in Neuhaus mit 170.000 Euro bezifferte. Das Teure sei die Befestigung, erläuterte Michael Kriesten vom Amt für Umweltschutz und Grünflächen.

Die Fahrradbügel sollen nach seinen Angaben an 15 verschiedenen Stellen platziert werden. Im Detail werde das Konzept den Politikern in einer späteren Sitzung noch vorgestellt, sagte er bei der Diskussion über den Schloß Neuhaus und Sande betreffenden Finanzplan für die nächsten Jahre.

Verwaltung geht von guter Auslastung aus

Die Schlosspark und Lippeseegesellschaft habe Bedarf angemeldet. Inzwischen habe es Abstimmungsgespräche mit weiteren Beteiligten wie der Bibliothek, dem Gymnasium Schloß Neuhaus, dem Kulturamt und der Unteren Denkmalbehörde gegeben, sagte Kriesten. Die Verwaltung gehe davon aus ,„dass die Bügel bei Veranstaltungen im Schlosspark sicher gut ausgelastet sein werden“. 

Im Schlosspark werden von Mai an zahlreiche Veranstaltungen angeboten – von der Schlosssommereröffnung über das Bierfest und Weindorf, die Kleinkunstmesse „Performance“ und dasInternationale Fest der Begegnung bis zum Schlossleuchten und dem Weihnachtszauber. In der Vergangenheit wurden mehrfach mehr Abstellmöglichkeiten für Räder angemahnt.

Aber müssen die wirklich 170.000 Euro teuer sein? Das fragte sich im Bezirksausschuss nicht nur Hüppmeier. Früher seien Radfahrer auch ohne Bügel ausgekommen, sagte Alexander Lex von der AfD, und er wollte wissen, ob die neuen wenigstens einen ausreichenden Schutz gegen Langfinger böten. „Einen absoluten Diebstahlschutz wird es nur schwer geben“, antwortete Michael Kriesten. 

Mit Sperrvermerk versehen

Als sich Ratlosigkeit im Sitzungssaal auszubreiten drohte, schlug Jörg Wiemers vom Amt für Finanzen vor, den Haushaltsposten Fahrradbügel erst einmal mit einem Sperrvermerk zu versehen. Das stieß auf breite Zustimmung und gibt den Ausschussmitgliedern mehr Zeit, um sich intensiv mit dem Thema und dem Konzept zu befassen. 

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